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ALMABTRIEB ALLGÄU
Viehscheid im Allgäu: Das schönste Fest der Älpler beginnt mit einem harten Arbeitstag
In der Zeit vom 11. bis 26. September steht die schönste Festzeit im Allgäu an: rund 30.000 Rinder kehren von den saftigen Bergweiden der Allgäuer Alpen ins Tal zurück, wo sie von mindestens doppelt so vielen Menschen freudig erwartet werden. Für die Bergbauern und Tiere geht mit dem Viehscheid der Sommer zu Ende und am letzten Tag heißt es nochmals kräftig zupacken: die Kranzkuh wird geschmückt, die großen Viehscheidschellen angelegt und die Älpler laufen mit ihren Tieren große Strecken bis zum Dorf. Dort angekommen, wird das Vieh den Besitzern übergeben und nun kann der traditionelle Almabtrieb – im Allgäu „Viehscheid“ genannt – endlich mit einem Volksfest gefeiert werden.
Almabtriebe im ganzen Allgäu
Es herrscht Hochsaison in rund 30 Orten entlang der Alpenkette zwischen Bodensee und den Königsschlössern, wenn der Viehscheid mit Festzelt, Musik- und Trachtenkappellen gefeiert wird. Alljährlich am 18. September findet der „Wertacher Viehscheid“ statt, der als der älteste im Allgäu gilt. Hier kommen rund 700 Tieren von sechs Alpen ins Dorf zurück. Seit jeher verbindet sich mit ihm auch ein großer Krämermarkt. Den längsten Weg müssen die Tiere und Alphirten im westlichen Allgäu zurücklegen: in Maierhöfen kommen die Tiere von Alpen, die 30 km entfernt sind; die Älpler und Tiere laufen gegen sieben Uhr im Bereich Hochgrat los und treffen mittags ein. Der größte Viehscheid mit den meisten Tieren findet in Gunzesried mit über 4.000 Tieren statt. Diese Form des Almabtriebs gibt es nur in den Allgäuer Alpen.
Viele Kühe verbringen Sommer auf der Alm
Im Allgäu gehört ein Großteil der Bergweiden seit Alters her den bäuerlichen Genossenschaften. Da die Weideflächen in den Hochlagen so groß sind, treiben die Grundbesitzer nicht nur ihr eigenes Vieh auf, sondern nehmen auch Jungtiere von Bauernhöfen im Alpenvorland zur „Sommerfrische“ in Pension. Seit vielen Jahren grasen nach Angaben des Alpwirtschaftlichen Vereins in Immenstadt rund 27.000 Stück Jungvieh und etwa 3.000 Milchkühe auf 684 Alpen, wie die Weiden und Berghütten im Allgäu heißen. Die Kühe liefern die Milch für den berühmten Allgäuer Bergkäse, der von den Älplern in kleinen Sennereien erzeugt wird. Es sind die Alpenkräuter der Bergwiesen, die der Kuhmilch und damit dem Käse sein unverwechselbar würziges Aroma geben.
Die Bergbauern und Älpler waren mit der Saison zufrieden und bringen kräftige, widerstandsfähige Tiere zurück ins Tal. (Quelle: Allgäu Tourismus)
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