Böhmische Schweiz

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Böhmische Schweiz mit Kindern - unsere Erlebnisse aus erster Hand
Böhmische Schweiz mit Kindern – unsere Erlebnisse aus erster Hand

Böhmische Schweiz mit Kindern

Bizarre Steinformationen, alte Felsenburgen, Sandsteintore, idyllische Täler und spannende Ausflugsziele: das alles hat die Böhmische Schweiz mit Kindern zu bieten. Bei unserer Rundreise durch Tschechien war hier unsere letzte Station. Vorher haben wir in Ostböhmen. Dort hatten wir schon sehr erlebnisreiche Tage in der unglaublichen Natur. Du kannst hier unsere Erlebnisse in Pardubice und Hradec Králové nachlesen. Die Böhmische Schweiz umfasst den tschechischen Teil des Elbsandsteingebirges. Sie liegt im Nationalpark Sächsische-Böhmische Schweiz. Die Urlaubsregion Sächsische Schweiz geht über den Nationalpark hinaus bis in den tschechischen Teil des Erzgebirges. Und so findest du hier viel landschaftliche Abwechslung. Wir haben Wanderungen unternommen zu fantastischen Aussichtsfelsen, spannenden Höhenburgen und einer romantischen, alten Mühle. Außerdem haben wir die Tyssaer Wände besucht. Ein riesiges Felsenlabyrinth, das du so nirgendwoanders findest – jedenfalls haben wir trotz unserer vielen Reisen nirgendwo anders gefunden. Es gibt also viel zu entdecken und zu erleben in der Böhmischen Schweiz. Da wir nicht alles selbst zeigen können: Gleich mal hier vorab der Link zur Webseite, wo alles findest, was die Gegend zu bieten hat:
–> offizielle Webseite Tourismusverband

Böhmische Schweiz: Felsenerlebnis Dittersbacher Wände

Dorfidylle Böhmische Schweiz in Dittersbach - die urigen Fachwerkhäusern sind vom Elbsandsteingebirge umgeben
Dorfidylle Böhmische Schweiz in Dittersbach – die urigen Fachwerkhäusern sind vom Elbsandsteingebirge umgeben

Jetřichovice (auf Deutsch Dittersbach) ist der Hauptort der Böhmischen Schweiz. Dabei ist Jetřichovice nicht besonders groß, hat aber eines der schönsten Ortsbilder die wir auf unserem Tschechien Roadtrip gesehen haben. Hier stehen zahlreiche kleine Umgebindehäuser. Das sind typische Fachwerkhäuser der Region. Zum Teil liegen die Häuser direkt unter Felsen. Jetřichovice ist auch Ausgangspunkt für viele Wanderrouten in die Region. Auch wir haben hier eine Wanderung gemacht, zu den Dittersbacher Wänden mit den drei wunderbaren Aussichtspunkten Marienfels, Wilhelminenwand und Rudolfstein. Davor haben wir uns noch die Felsenburg Falkenstein angeschaut, die fast auf dem Weg liegt und wirklich sehenswert ist. Der kleine Treppenstein ist ein eher unbekannter Aussichtsfelsen am Ende der Rundwanderung.

Falkenstein

Böhmische Schweiz - Aufstieg über Leitern zur Felsenburg Falkenstein
Böhmische Schweiz – Aufstieg über Leitern zur Felsenburg Falkenstein

Wir haben im Ort Jetřichovice auf einem Parkplatz im Zentrum geparkt. Alle Parkplätze hier sind kostenpflichtig und kosten auch gleich viel. Ein kostenloser Parkplatz liegt etwa 700 Meter vom Ortzentrum entfernt beim Schwimmteich am Campingplatz. Vom Ortszentrum sind wir in wenigen Minuten am Startpunkt unserer heutigen Tour angelangt. Wir sind zuerst nach links gegangen und auf den Falkenstein hinauf. Steile Treppenstufen führten uns durch die schmalen Felsspalten auf das Plateau der ehemaligen Felsenburg. Schon dieser Anstieg machte Spaß und ist spektakulär durch die engen Felsen. Oben sind mehrere Aussichtsplattformen aus Gittern auf den Felsen gebaut, die miteinander verbunden sind. Es gibt Tafeln (auch auf Deutsch), auf denen steht, wie die Burg früher wahrscheinlich ausgesehen hat. Die Aussicht auf die nächsten Felsen ist auch ziemlich schön. Und unser Junior hat alle Ecken erkundet, die es zu finden gibt.

Aussichtspunkt Marienfels

Böhmische Schweiz Aussichtspunkt Marienfels - gigantische Lage! Foto: Felix Schmidt
Böhmische Schweiz Aussichtspunkt Marienfels – gigantische Lage! Foto: Felix Schmidt
Böhmische Schweiz Aussichtspunkt Marienfels
Die Böhmische Schweiz liegt dir am Marienfels zu Füßen

Zurück im Tal, sind wir das kurze Stück zum Startpunkt zurück gewandert. Jetzt ging die eigentliche Tour los. Immer bergan über Stufen und einen schönen Waldweg ging es an Sandsteinfelsen und Sandsteinwänden vorbei. Mit uns waren ein paar Wanderer unterwegs, aber überlaufen war die Tour nicht. Nach etwa einer Dreiviertelstunde (vom Startpunkt aus) sind wir auf den ersten Aussichtsfelsen gekommen. Über steile Treppen und Stufen ging es bis nach oben. Der Marienfels ist der Fürstin Marie Anna Kinsky gewidmet und liegt 416 Meter ü. M. Das Adelsgeschlecht Kinsky baute die Wanderwege und die Region im 19. Jahrhundert touristisch aus. Der Marienfels ist auf einem überhängenden Felsen gebaut. Das sieht man hervorragend am Rückweg (siehe weiter unten). Und oben auf dem Felsen steht ein hölzerner Pavilion. Dieser ist mit Schnitzereien verziert und sieht sehr malerisch aus.

Wilhelminenwand

Wir sind weiter auf dem Wanderweg gegangen, der uns nach gut 20 Minuten zum nächsten Aussichtsfelsen gebracht hat, der Wilhelminenwand. Bevor wir die Stufen hinauf gestiegen sind, haben wir kurz an Balzers Lager Halt gemacht. Dieser Felsüberhang wurde früher von Jägern als Unterstand genutzt, die den balzenden Auerhahn gejagt haben, daher der Name. Der Aussichtsfelsen ist nach der Fürstin Wilhelmine Kinsky benannt. Diese Aussicht liegt etwas höher als der Marienfelsen, 440 Meter ü. M. Wir hatten einen wirklich beeindruckenden Blick hinüber zum Marienfelsen mit dem Pavilion auf dem kleinen Felsen. Aber auch sonst ist die Aussicht sehr schön und vor allem weit.

Rudolfstein

Rudolfstein Böhmische Schweiz - Aufstieg über Treppen zum Aussichtspunkt
Rudolfstein Böhmische Schweiz – Aufstieg über Treppen zum Aussichtspunkt

Weiter auf dem Fürstenweg sind wir an den Sandsteinfelsen vorbei gegangen, bis wir nach ca. einer weiteren halben Stunde den Rudolfstein erreicht hatten, 484 Meter ü. M. Auch dieser hohe Felsen ist nach einem Mitglied der Familie Kinsky benannt, nämlich nach Fürst Rudolf Kinsky. Der Weg nach oben ist ein wenig abenteuerlicher. Erst kommen sehr steile Treppenstufen/Leitern später muss man sich ein wenig an den Felsen hochziehen. Der Weg ist nicht gefährlich, aber ein klein wenig mit Kraxeln verbunden. Oben angekommen hat uns dann noch mal ein wunderbares Panorama erwartet. Wir haben noch mal den Marienfelsen erspäht und 360° Grad in die Landschaft geschaut. Oben auf den Felsen steht eine kleine Holzhütte als Unterstand. Die ist aber nicht so schön wie auf dem Marienfelsen.

Treppenstein

Nachdem wir es wieder runter geschafft hatten, ging es auf dem Weg weiter. Jetzt hatten wir nicht nur den höchsten Punkt der Wanderung erreicht, sondern es ging auch langsam, aber sicher wieder zurück. Nicht auf dem gleichen Weg, sondern in einer Runde. Einen knappen Kilometer sind wir auf einem breiteren Weg gewandert und es ging jetzt angenehmerweise bergab. An einer Wegkreuzung sind wir dann in den Hohlen Weg eingebogen (Wegweiser nach Jetřichovice). Fast wie in einer kleinen Schlucht ging es weiter abwärts. Die Felsformationen und Felswände sind auf diesem Wegstück nicht mehr ganz so dominant, aber der Weg hat mir trotzdem gut gefallen. Später wurde der Weg flacher und teilweise so sandig, dass man fast meinen konnte, man ist am Meer auf einem Dünenweg unterwegs. Eine Frau hatte auch ihre Schuhe ausgezogen. Doch ich war zu faul zum Schuhe aus- und wieder anziehen.

An einer kleinen Abzweigung kurz vor dem Ende der Wanderung, haben wir noch einen Abstecher zum Treppenstein unternommen. Wir haben keinen Wegweiser gesehen, weshalb ihn wohl viele Wanderer links liegen lassen. Die Aussicht ist jetzt auch nicht ganz so spektakulär wie von den anderen Felsen. Aber das leicht abgerundete Plateau bringt noch mal ganz andere Eindrücke und Ausblicke. Und auf dem Rückweg sieht man noch mal den Marienfelsen von der anderen Seite und sieht, wie bemerkenswert der Pavilion auf den Felsen gebaut ist. Nach wenigen Minuten waren wir dann schließlich wieder am Ausgangspunkt angelangt.

Mit Kindern an den Dittersbacher Felsen unterwegs

Wir haben mit unseren großen Kindern für die gesamte Runde inklusive Falkenstein und Treppenstein (mit kleiner Pause) etwa 4,5 Stunden gebraucht. Mit etwas jüngeren Kindern dauert die Runde sicher länger. Wenn dir die Runde mit deinen Kindern zu weit ist, dann kannst du natürlich auch an jedem Aussichtsfelsen wieder den Rückweg antreten. Hast du es allerdings bis zum Rudolfstein geschafft, dann ist es angenehmer den Rückweg über den Hohlen Weg zu nehmen. Dort geht es nicht mehr über Stock und Stein, sondern in gleichmäßiger Steigung bergab.

Böhmische Schweiz: Die Zwergenfelsen

Geheimtipp Böhmische Schweiz mit Kindern: Die Zwergenfelsen
Geheimtipp Böhmische Schweiz mit Kindern: Die Zwergenfelsen

Nach dieser doch längeren Wanderung mit Kindern, haben wir trotzdem noch einen weiteren Mini-Ausflug gemacht. Dazu sind wir von Jetřichovice weiter Richtung Rynartice gefahren, den nächsten Nachbarort. Nach ca. 1,5 km waren wir schon an unserem Ziel angelangt. Auf der linken Straßenseite gibt es eine kleine Parkbucht. Von hier aus geht diese kleine Runde los zu den Zwergen. Über die Treppenstufen geht es nach oben. In den Felswänden an den Seiten der Stufen sind Zwerge eingemeißelt. Der Bildhauer Ernest Vater hat diese Bilder 1833 in den Stein gemeißelt und damit die Geschichte von Schneewittchen und den 7 Zwergen dargestellt. Auch das Antlitz von Schneewittchen ist zu sehen. Nach ein paar Minuten waren wir oben angelangt. An einer Mini-Höhle vorbei sind wir dann über den Waldweg wieder nach unten gekommen. Unsere Kinder waren für diesen Ausflug eigentlich schon zu groß, aber irgendwie war es doch sehr nett.

Böhmische Schweiz: Aussichtsfelsen in Vysoká Lípa (Hohenleipa)

Böhmische Schweiz mit Kindern - mußt du auch einmal erleben!
Böhmische Schweiz mit Kindern – mußt du auch einmal erleben!

Der kleine, ebenfalls sehr idyllische Ort Vysoká Lípa liegt nur wenige Kilometer westlich von Jetřichovice. Entzückende Umgebindehäuser, sanfte Hügel und in den Wäldern wunderschöne Felsformationen und Aussichtsfelsen prägen das Ortsbild. Im Süden des Ortes fließt der kleine Fluss Kamenice vorbei. Dieser fließt weiter Richtung Hrensko, wo er vorher als Wilde Klamm und Edmundsklamm bei Besuchern beliebt ist. Wir haben uns den zauberhaften Fluss bei der Grundmühle angeschaut. An diesem fast mystischen Ort steht eine alte, halb zerfallene Mühle. Sie ist nicht umsonst ein beliebtes Fotomotiv. Doch zuerst zeige ich dir unsere Wanderung zu den Aussichtsfelsen Burg Šaunštejn und dem Kleinen Prebischtor. Der große Bruder davon ist das sehr bekannte Große Prebischtor bei Hrensko, etwa 9 Kilometer weiter. Im Gegensatz zu dem recht großen Andrang dort, hatten wir eine entspannte kleine Wandertour.

Felsenburg Šaunštejn

Die Felsenburg Šaunštejn mit der Aussichtsplattform
Die Felsenburg Šaunštejn mit der Aussichtsplattform
Das ist der Zustieg auf den Šaunštejn in der Böhmischen Schweiz
Das ist der Zustieg auf den Šaunštejn in der Böhmischen Schweiz- ein tolles Felsenabenteuer

Zur Felsenburg Šaunštejn sind wir vom Hotel Kortus in Vysoká Lípa aus gestartet. Praktischerweise haben wir dort übernachtet. Das kleine Hotel können wir sehr empfehlen. Auch wenn du dort „nur“ einkehren willst, ist das ein guter Tipp. Ansonsten gibt es an dieser Stelle auch einen (kostenpflichtigen) Parkplatz. Etwa 500 Meter ging es auf einem breiten Weg an Feldern und Wiesen vorbei, bis wir nach links in den Wanderweg eingebogen sind. Nach weiteren 10 Minuten standen wir schon vor den Felsen der ehemaligen Höhenburg. Früher sollen hier mal Räuber gelebt haben. Auf die Felsen geht es mal wieder über Treppen und Leitern hinauf.

Dieser Aufstieg hat es in sich. Wir haben die bisher steilsten Leitern in der Böhmischen Schweiz erlebt. Uns hat das Spaß gemacht, auch wenn ich mich ein ganz kleines bisschen überwinden musste. Aber die Leitern durch die ziemlich engen Felsspalten hinauf zu klettern war einfach spannend. Oben angekommen gab es auf dem Felsplateau Gitter, auf denen wir herum laufen konnten. Die Aussicht war grandios. Anscheinend ist es auch bei Sonnenaufgang sehr schön hier. Hätten wir vorher gewusst, wie schnell wir an diesem tollen Ort sein können, dann wären wir sicher einmal früh aufgestanden. Aber auch so war es ein herrlicher Felsen. In einer verstecken Nische haben wir sogar das alte „Schlafzimmer“ der Räuber gesehen.

Kleines Prebischtor

Böhmische Schweiz mit Kindern - das Kleine Prebischtor war ein tolles Highlight
Böhmische Schweiz mit Kindern – das Kleine Prebischtor war ein tolles Highlight

Wieder unten, ging es auf dem schmalen Wandersteig weiter an den Felswänden entlang. Kleine Kinder würde ich an diesem Weg auf jeden Fall an die Hand nehmen, da es teilweise etwas steil abfällt. Nach etwa 20 Minuten waren wir dann auch schon am nächsten Felsen angelangt, dem Kleinen Prebischtor. Das Kleine Prebischtor ist ein natürliches Felsentor. An einer Seite scheint es allerdings mal durch ein paar gemauerte Steine verstärkt worden zu sein. Das Kleine Prebischtor ist bei Weitem nicht so groß, wie das richtige Prebischtor. Dafür hatten wir dieses Felsentor für uns alleine. Auch hier gab es wieder eine kleine Leiter zu einem Aussichtsplateau. Das war zwar schön, aber nicht zu vergleichen mit dem Šaunštejn.

An diesem Punkt sind wir dann umgedreht. Zwar gibt es noch einen Wanderweg, der weiter führt, doch mit Kindern ist das dann sehr lang. Insgesamt waren wir gute zwei Stunden unterwegs. Mit jüngeren Kindern kannst du aber sicher etwas länger einplanen. Am Šaunštejn könnte man oben übrigens auch gut ein Picknick einplanen. Vielleicht also die Felsenburg erst beim Rückweg besteigen und dann dort gemütlich sitzen und das Panorama und eine Brotzeit genießen.

Böhmische Schweiz: Das Große Prebischtor

Böhmische Schweiz mit Kindern - Besuch beim größten Felsentor Europas, dem Prebischtor
Böhmische Schweiz mit Kindern – Besuch beim größten Felsentor Europas, dem Prebischtor

Das Prebischtor wollten wir uns nicht entgehen lassen – es ist das Symbol der Böhmischen Schweiz. Die größte Sandstein-Felsbrücke Europas beeindruckt mit einer lichten Höhe von 16 Meter, einer Spannweite von 26,5 Metern und einer Bogenbreite von 8 Metern. Der Zugang zum Prebischtor ist über einen gut ausgebauten Wanderweg möglich, der von Hřensko (Herrnskretschen) aus hinauf führt. Dieser Weg ist relativ leicht zu bewältigen und auch für jüngere Kinder geeignet. Auf dem etwa 2 Kilometer langen Weg geht es von der Bushaltestelle hinauf.

Bei der Ankunft am Prebischtor werden deine Kinder von dem beeindruckenden Anblick des Sandstein-Felsentors fasziniert sein. Oben beim Prebischtor kannst du den kostenlosen Blick beim ehemaligen Hotel Falkenhorst vom Fürst Edmund Clary-Aldringen genießen oder gegen Eintritt zu den oberhalb gelegenen Aussichtspunkten gehen. Ihr könnt auch die majestätische Schönheit des Prebischtors bestaunen und die einmalige Erfahrung machen, durch das Tor zu gehen und auf der anderen Seite die spektakuläre Aussicht zu genießen.

Mir persönlich hat das große Prebischtor sehr gefallen, wenngleich der Ansturm relativ groß ist. Es ist einfach eine der meistbesuchten Attraktionen! Empfehlenswert ist definitiv die Anreise mit dem Bus. So sparst du dir die Suche nach dem (kostenpflichtigen) Parkplatz und den zusätzlichen, rund 2 Kilometer langen Weg vom nächstgelegenen Parkplatz bis zum Abzweig auf den Wanderweg. Die Bushaltestelle liegt direkt am Eingang zum Wanderweg. Es fahren hier die Busse mit den Nummern: 434 (Strecke: Krásná Lípa – Děčín), 512438 (Strecke: Děčín – Hřensko, Mezná), 512441 (Strecke: Hřensko, Mezná – Richtung Janov, Na hájenkách).

Böhmische Schweiz: Wandern zur Grundmühle

Lost Place in der Böhmischen Schweiz - die Grundmühle
Lost Place in der Böhmischen Schweiz – die Grundmühle

Ebenfalls von Vysoká Lípa aus haben wir die kleine Wanderung zur Grundmühle gemacht. Dazu haben wir uns wieder vom Hotel Kortus aus auf dem Weg gemacht. Du kannst aber auch auf einem Parkplatz näher am Wanderweg parken (Punkt 4 auf der Karte). Eine andere Möglichkeit ist es, die Wanderung vom Ortsrand von Jetřichovice zu machen. Von dort aus führt ein sehr gemütlicher Wanderweg am Fluss entlang durch das Tal zur Grundmühle. Oder aber du verbindest beide Wege. Dann würde ich dir empfehlen von Vysoká Lípa (Punkt 3/parken) zur Grundmühle hinunter zu gehen und dann über das Tal nach Jetřichovice zu wandern. Von dort aus kannst du dann mit dem Bus zum Ausgangspunkt zurück fahren. Es fahren dort zwei Buslinien, sodass etwa jede halbe Stunde ein Bus fährt. Wir sind den Weg von Vysoká Lípa aus hin und zurück gegangen.

Von Vysoká Lípa aus zur mystischen Grundmühle

Die Böhmische Schweiz ist geprägt von malerischen Bauernhäusern
Die Böhmische Schweiz ist geprägt von malerischen Bauernhäusern

Vom Hotel Kortus aus ging es für uns etwa 600 Meter an der Straße entlang. Das fanden wir jetzt nicht schlimm, da wir dabei die vielen schönen Häuser des Ortes aus der Nähe anschauen konnten. Die kleinen Umgebindehäuser sind fast immer zur Hälfte aus Holz, während die andere Haushälfte gemauert ist. Über die Fenster spannen sich schön verzierte Holzbögen. Das ist einfach sehr schön und so ganz anders gebaut, als bei uns daheim. Nachdem wir den Abzweig von der Straße erreicht hatten, ging es noch auf einer Nebenstraße weiter an Wiesen und ein paar verstreuten Häusern vorbei. Am Ende dieser Straße ging es nun durch eine Art Schlucht steil abwärts. Zwischen den Felsen war es angenehm kühl und nach gut 10 Minuten auf dem Wanderweg hatten wir dann auch schon die alte Mühle erreicht.

Über eine kleine Holzbrücke sind wir über den Fluss gegangen uns standen vor dem halb zerfallenen Gebäude. Gerade waren einige Arbeiter (Freiwillige?) hier und haben die Mühle ein wenig renoviert. Ich denke, dass sie versuchen, das Gebäude so zu erhalten, wie es gerade ist, damit es nicht völlig zerfällt. Wir haben uns die verwunschenen Gebäude von allen Seiten angeschaut. Und auch wenn es jetzt nichts Spezielles zu sehen gibt, hat der gesamte Ort doch etwas Mystisches und Zauberhaftes an sich. Vor der Mühle haben wir an diesem sehr warmen Sommertag unsere Füße in den Fluss gesteckt. Sehr erfrischend!

Nach dieser gemütlichen Pause sind wir dann auf den gleichen Weg wieder zurück gewandert. Obwohl es bergauf natürlich etwas länger gedauert hat. Hin und zurück sind es vom unteren Parkplatz aus ca. 1,4 Kilometer. Vom Hotel aus sind es hin und zurück etwa 3,8 Kilometer. Wenn du von Vysoká Lípa zum Ortsrand von Jetřichovice wanderst, sind es ebenfalls etwa 3,8 Kilometer.

Böhmische Schweiz Hotel - Tipp: Das Hotel Kortus war für uns der perfekte Ausgangspunkt
Böhmische Schweiz Hotel – Tipp: Das Hotel Kortus war für uns der perfekte Ausgangspunkt

Übernachten im Hotel Kortus in Vysoká Lípa
Das kleine, nette Hotel Kortus liegt im Herzen der Böhmischen Schweiz. 2019 wurde das alte Gebäude von Grund auf saniert und liebevoll restauriert. Dabei ist der alte Charakter des Hauses erhalten geblieben. Entstanden sind liebevoll eingerichtete Zimmer, die es als Doppelzimmer oder als Familienzimmer gibt. Das Frühstück wird in der alten Brotbackstube serviert. Und abends sitzt du entweder auf der gemütlichen Terrasse oder in der schönen Holzstube. Das Essen war immer richtig gut und unsere Kinder würden gerne noch mal kommen. Es gibt kein besseres Lob!

Böhmische Schweiz: Die Tyssaer Wände

Tyssaer Wände Böhmische Schweiz - auf keinen Fall verpassen!
Tyssaer Wände Böhmische Schweiz – auf keinen Fall verpassen!

Der kleine Ort Tisá liegt am westlichsten Zipfel der Böhmischen Schweiz, ca. 18 Kilometer westlich von Děčín. Hier verstecken sich im Wald die herrlichen Tyssaer Wände. In diesem Felsengebiet haben die Sandsteinfelsen die größte Dichte in der ganzen Böhmischen Schweiz. Es gibt die Kleinen und die Großen Tyssaer Wände. Beide haben wir zusammen bei einem Rundgang erlebt. Der Rundweg bildet eine liegende Acht. Rechts auf der Karte sind die Großen Tyssaer Wände und links die Kleinen. Für beide zahlt man zusammen einen kleinen Eintritt (wirklich nicht viel!). Geboten bekommt man ein Felsenlabyrinth der Extraklasse.

Die Zeitangaben in der Karte sind nicht genau, denn zwischen den Felsen gibt es immer wieder kleine Wege, Felsspalten oder Höhlen, die man unbedingt erkunden muss. Wir haben uns in den Felsen etwa 3 Stunden lang aufgehalten. Parken kannst du unterhalb der Wände auf (kostenpflichtigen) Parkplätzen in Tisá. Wir empfehlen dir eine Anreise vor 10 Uhr oder erst am Nachmittag ab 14:30 Uhr. Dann bekommst du ohne Probleme einen Parkplatz und in den Felsen selbst ist weniger los. So kann man entspannt tolle Fotos machen und durch die hohen Felstürme wandern.

Der Rundweg durch die Tyssaer Wände mit Kindern

Die Tyssaer Wände Wanderung hat uns allen sehr gut gefallen - vor allem das Felsenlabyrinth
Die Tyssaer Wände Wanderung hat uns allen sehr gut gefallen – vor allem das Felsenlabyrinth

Wir haben unseren Rundgang mit den Großen Wänden begonnen. Du kannst selbstverständlich auch anders herum gehen. Wir sind zuerst auf dem rechten Pfad gewandert. Der führte uns auf den Kamm der Großen Tyssaer Wände. Am Eingang haben wir einen Plan bekommen, wo markante Felsformationen eingezeichnet sind. Die Felsen sind mit Nummern versehen und so kann man auf der Karte nachschauen, was sie darstellen sollen. Genau das Richtige für unseren Junior. Punkt für Punkt sind wir mit seiner Führung so durch die Felsen spaziert. Und wehe wir hatten etwas ausgelassen oder eine Nummer nicht gleich entdeckt. Aber so ist das, wenn die Kinder die Führung übernehmen. Am Kamm selbst gibt es nicht so viele Felsen zu bewundern, bzw. sieht man die Wände an ein paar Aussichtspunkten eher von oben. Ganz schön steil geht es da teilweise in die Tiefe. Über 30 Meter sind viele der Felstürme hoch.

Die Großen Tyssaer Wände

Nachdem wir den Kamm überquert hatten kamen wir zu den Felsen am Hinteren Eingang (Punkt 4 auf der Karte/hier kannst du alternativ reingehen). Sehr gut konnten wir hier die Schildkröte und den Stiefel des Napoleons erkennen. So gut haben wir nicht immer alles erkannt. Aber allen außer dem Junior war das eigentlich egal. Denn die Felsen sind so oder so sehr beeindruckend. Die Erosion hat hier wirklich teils bizarre und skurrile Kunstwerke geschaffen: Felswände mit tiefen Löchern und Höhlen, Steine, in denen man Gesichter erkennen kann und riesenhafte Türme. Anschließend sind wir auf dem Weg zurück durch die Felsenlandschaft gewandert. Die Felsen stehen wir wirklich dicht bei dicht und ab und zu musste ich meinen Nacken bewegen. Denn vor lauter nach oben schauen und Felsen bewundern kann man schon mal einen steifen Nacken bekommen. Aber das habe ich natürlich gerne in Kauf genommen.

Immer wieder konnten wir auf unserem Weg durch die Felsen auch in kleine Spalten hineingehen oder uns durch schmale Durchgänge zwängen. Das macht echt Spaß! Eine der größten Formationen ist der Triumphbogen. An dem wären wir sogar fast vorbei gelaufen. Zum Glück hat der Junior darauf bestanden, dass wir den Bogen suchen. Ziemlich gigantisch! Auch den Bürgermeister und den hageren Doktor haben wir gut erkannt. Diese langen Felsen mit den Gesichtern am oberen Ende erscheinen wie Riesen. Am Elefanten, am Wasserfall und dem Eigeklemmten Schneider vorbei sind wir schließlich wieder am Kassenhäuschen angelangt. Von dort ging es dann gleich weiter zu den Kleinen Tyssaer Wänden.

Die Kleinen Tyssaer Wände

In den Kleinen Tyssaer Wänden stehen die Felsen fast noch dichter beisammen. An einigen Stellen ist es wirklich wie in einem Labyrinth. Wenn man in jede Ecke schaut, kann es sein, dass man sich fast verläuft. Zum Glück gibt es immer die Wegmarkierung und die Nummern an denen man sich orientieren kann. So bleibt man halbwegs auf der Route und kommt überall vorbei. Unseren Kindern hat das natürlich total gefallen. Hierhin und dorthin laufen, jeden kleinen Weg und jede Spalte erkunden. Und anderen Familien mit Kindern ging es hier ähnlich. Das ist ein echtes Naturparadies für Kinder.

Am Punkt 2 (Punkt 5 auf meiner Karte) der kleinen Tyssaer Wände gibt es einen ziemlich schönen Aussichtspunkt. Hier hatten wir einen tollen Blick auf viele Felsen von oben. Sehr gut gefallen haben uns auch Felsformationen wie die Monsterhöhle, das Waldtor und der Tunnel. Nach über drei Stunden haben wir schließlich die Tyssaer Wände wieder verlassen. Zum Abschluss sind wir dann noch im Refugio eingekehrt, einem sehr netten kleinen Restaurant mit Bergsteigershop an der Kirche in Tisá. Der Tag hat uns wirklich sehr sehr gut gefallen und die Eindrücke werden uns sicher noch lange begleiten.

Urige Einkehr direkt am Fuße der Tyssaer Wände - Das Refugio
Urige Einkehr direkt am Fuße der Tyssaer Wände – Das Refugio

Übernachten Tyssaer Wände: Hotel Ostrov
In der Nähe der Tyssaer Wände haben wir im Wellnesshotel Ostrov geschlafen. An Regentagen kannst du den Indoorpool nutzen, dich in der Sauna aufwärmen oder im großen Whirlpool Platz nehmen. Viele Kletterfelsen liegen direkt vor der Tür und du kannst den wagemutigen Kletterern zuschauen, wie sie die Felstürme bezwingen. Wir haben von der Hotelterrasse Leuten zuschaut, die auf einer Slackline zwischen zwei Felsen weit oben unterwegs waren – abenteuerlich! Herrlich war für uns an einem warmen Sommertag das Bad im See, gleich neben dem Hotel. In dem großen Familienzimmer konnten wir wunderbar schlafen, bevor wir uns zu den Tyssaer Wänden aufgemacht haben. Sehr gut war der süße Nachtisch.

Mehr Infomationen über die Böhmische Schweiz in Tschechien

Die Böhmische Schweiz ist ein Paradies mit vielen Sandsteinfelsen. Die unterschiedlichen Aussichtspunkte auf den Felsen und die abenteuerlichen Felsenlabyrinthe zwischen den Felsen waren unbeschreiblich. Wir wussten vor unserer Reise nicht mal einen Bruchteil davon, was uns hier erwartet hat. Und längst haben wir nicht alles gesehen. Diese Gegend in Tschechien ist wunderschön für einen Familienurlaub mit Kindern. Willst du das auch alles erleben? Alle wichtigen Informationen über die Ferienregion Böhmische Schweiz, Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele und Übernachtungsmöglichkeiten findest du hier:
–> offizielle Webseite Tourismusverband

Offenlegung: Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Tschechien Tourismus entstanden. Es handelt sich um bezahlte Werbung. Nur so konnten wir euch diesen Beitrag hier zeigen. Unsere Meinung und Erlebnisse bleiben davon unberührt.

Weiterführende Links

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