So vermittelt man Kindern den Natur- und Umweltschutz

Andreas gibt uns einen Überblick über das Gelände rund um den Weidendom im Nationalpark Gesäuse

Besuch beim Weidendom im Nationalpark Gesäuse
Heute ist leider Regen angesagt, aber wir haben uns mit Andreas vom Nationalpark Gesäuse verabredet. Also müssen wir raus, mit den guten Regenjacken geht es. Gestern waren wir im Geodorf Gams und haben uns über die Geologie informiert, waren in der Notklamm und der Kraushöhle mit Kindern. Andreas vom Nationalpark möchte uns heute über das "Gseis" informieren. Anders als in den meisten Naturparks und Nationalparks hat das Gesäuse kein aufwändiges Nationalparkzentrum. Stattdessen gibt es ein "Lebendes Gebäude für ein lebendes Programm, manifestiert in einem Weidendom", erzählt uns Andreas.

Zwischen dem Fluss Enns und den Bergen des Gesäuse ist ein kleiner Streifen Auwald. Auf einer kleinen Lichtung präsentiert sich der Nationalpark mit einem Weidendom. Mehrere große Weidensträucher sind in Kreisen gepflanzt. Unter ihnen ergibt sich ein Raum, der Dank Plane regendicht ist. Hier steht eine Spielkiste mit Bällen und Ballspielen. Auch einen Tisch gibt es zum Rasten. Neben dem Weidendom ist ein großes dunkles Zelt und der große Fuß, den man nur aus der Luft sehen kann. Der Umriss eines Fußes bildet sich aus einem offenen Klassenzimmer mit Holzarena und einem Labyrinth.

Wieviel Planeten Erde brauchen wir?
Der Fuß soll zum Nachdenken unseres Lebensstils anregen: unser ökologischer Fußabdruck. Wieviel Welten bräuchten wir, wenn alle Menschen der Welt so leben würden wie wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz? Andreas zeigt uns an einer Hauswand, wieviel Global-Hektar jeder Mensch in dem jeweiligen Land braucht, um den Lebensstil dieses Landes zu ermöglichen. Wir sind überrascht.

Nationalparkzentrum mit Kindern

Die meisten Global-Hektar pro Einwohner brauchen Katar, Kuwait und die Arabischen Emirate - mit bis zu 11 Hektar pro Jahr pro Einwohner.
Am sparsamsten sind die Einwohner in Haiti oder Afghanistan mit 0,6 bzw. 0,5 Gobal - Hektar pro Einwohner. Der weltweite Durchschnitt liegt übrigens bei 1,7 Global Hektar.

Im Labyrinth dem ökologischen Fußabdruck auf der Spur
Alles was wir machen, kann man umrechnen auf Flächenbedarf. Wohnen, Essen, Urlaub, Konsum. Mit diesem Wissen im Hinterkopf gehen wir zum Labyrinth. Im Vergleich zu den anderen Labyrinthen, die wir im Schloss Schönbrunn und im Schloss am Wörthersee besucht haben, musste man nach Gefühl den Weg finden. Hier im Gesäuse gibt es vor jeder Abzweigung eine Frage, die richtige Antwort weist zugleich die Richtung.

Wenn man die Frage falsch beantwortet und dieser Beschilderung folgt, kommt man in eine Sackgasse. Die richtige Antwort führt weiter. Unser Kleiner findet das cool, hat aber bei den Fragen keine Geduld. So kommen wir mit Mama Schmidt´s Hilfe durch das Labyrinth und gelangen zu den Zehen des Fußes. Hier ist für die Kinder eine riesige Waage zum Spielen, mit einem ernsten Hintergrund. Je nach Lebensstil legen wir auf eine Waagschale unterschiedliche Gewichte. Für die Art der Wohnung, für die Form des Urlaubs, Mobilität, Ernährung und Konsum. Je nach Ausprägung ein Gewichtstück zwischen eins und fünf.

Ausflug zur Natur mit Kindern

Die Fragen führen bei richtiger Beantwortung durch das Labyrinth beim Weidendom
So bestimmen wir den persönlichen ökologischen Fußabdruck: Oben die Gewichte für Konsum, Mobilität, Wohnen - je nach Lebensstil. Unten die Kugeln als Gegengewichte - eine Kugel entspricht einer Welt.
Wir legen links in die Waage das Gewicht für unseren Lebensstiel, recht die Welten - und brauchen fast "zwei Welten" für ein Gleichgewicht.

Wir bestimmen unsen persönlichen ökologischen Fußabdruck
Um die Waage zu halten wird auf der anderen Waagschale eine große Kugel gelegt, die eine Welt symbolisieren. Je nach Lebensstil braucht man mehr oder weniger Welten. Wir stellen fest, dass wir zwei Welten bräuchten, wenn alle Menschen auf der Welt so leben würden wie wir als Familie Schmidt. Damit haben wir nicht gerechnet. Der Durchschnitt für Österreich und Deutschland läge zwar bei drei Welten, aber wir haben halt nur eine Welt.

Naturkino im schwarzen Zelt
Andreas führt uns danach ins Naturkino. Dazu werden die Schauspieler aus einem Tümpel gefischt, kleine Lebewesen, die im Wasser leben. Wir gehen in unserem Familienurlaub in Österreich in das dunkle großes Zelt neben dem Weidendom und schauen uns den Fang an. In der Plastikwanne finden die Mitarbeiter vom Nationalpark einen Lurch, der ein Bergmolch wird. Durch das Mikroskop gibt es die Vergrößerung über einen Beamer auf die Leinwand. So bekommen wir einen Muschelkrebs zu sehen, der sonst nur 1 Millimeter groß ist. Danach noch eine Wasserschnecke. Wir sind fasziniert über die Einblicke der besonderen Art.

Erlebnisweg im Nationalparkzentrum Gesäuse

Das ist der Weidendom im Nationalpark Gesäuse, sehr angenehm zum Aufhalten. Spiele sind auch da.
Naturbeobachtung im schwarzen Zelt - mit Mikroskop über den Beamer
Der Lurch auf dem Weg zum Mikroskop ...
Auf dem Bohlenweg entdecken wir die Natur draußen
Für Kinder gibt es am Themenweg nicht nur Informationen sondern auch diesen Wasserspielplatz

Auf dem Spazierweg durch die Au
Wir wandern danach ein Stück zwischen Enns und Gesäuse. Es ist ein Themenweg, auf dem es über den Nationalpark geht. Ausgelegt auf Kinder, angereichert mit Spielstationen wie dem kleinen Wasserspielplatz mit einer Archimedesschraube. Dann kommen wir zum Rundweg auf Bohlen. Wie auf dem Bohlenweg im Murnauer Moos wandern wir rund 80 Zentimeter über dem Boden durch die Landschaft. Wir erreichen einen Aussichtspunkt auf die Enns und überqueren einen Seitenarm des Bergflusses.

Danach wandern wir zurück zum Weidendom. Das Wetter ist nun besser, es hat aufgehört zu regnen. Nach so viel theoretischem Wissen ist unser nächstes Ziel das Gesäuse selbst. Wir wollen noch auf die Haindlkarhütte wandern und heute dort oben übernachten.

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