
Karst Slowenien
Karst Slowenien – das gibt es zu entdecken
Tiefe Höhlen, unterirdische Flüsse, alte Karstdörfer und die berühmten Lipizzaner: Der slowenische Karst bietet erstaunlich viele besondere Erlebnisse für Familien. Hier liegen spannende Ausflugsziele dicht beieinander. Dazu kommen Radtouren, interaktive Museen und regionale Spezialitäten. Das sind unsere schönsten Erlebnisse im Karst mit Kindern.
📍Karst Slowenien mit Kindern
- Lipica und die Lipizzaner: Weiße Pferde hautnah erleben, das historische Gestüt erkunden und die Stutenherde beim Galopp auf die Weide beobachten.
- Höhle von Divača: Durch große und kleine Höhlenkammern mit unzähligen Tropfsteinen wandern und dabei die Geschichte dieser besonderen Schauhöhle entdecken.
- Höhlen von Škocjan: Durch riesige Höhlenhallen und den spektakulären unterirdischen Canyon wandern und auf der 47 Meter hohen Cerkvenik-Brücke über die Reka blicken.
- Mythologischer Park Rodik: Durch Wälder und über Karsthügel wandern, alte Sagen kennenlernen und dabei auf Spuren von Hexen, Riesen und dem Lindwurm stoßen.
- Radtour durch den Karst: Auf Waldwegen, kleinen Trails und durch verschlafene Dörfer radeln, Aussichtspunkte entdecken und typische Karstlandschaften kennenlernen.
- Lebendiges Museum des Karstes: Zwischen Dolinen, steinernen Hirtenhütten, Felsformationen und alten Karstwegen unterwegs sein – ideal als Teil einer Radtour.
- Štanjel: Durch enge Gassen zwischen alten Steinhäusern spazieren, den Ferrari-Garten entdecken und im interaktiven Museum mehr über das Leben im Karst erfahren.
- Karstschinken bei Ščuka: Hinter die Kulissen der traditionellen Schinkenherstellung schauen und luftgetrockneten Pršut, Pancetta und weitere regionale Spezialitäten probieren.
- Hotel Maestoso: Direkt auf dem Gelände des Gestüts Lipica übernachten – mit Pferdeweiden vor der Tür, Familienzimmern und Frühstücks- und Abendbuffet.
Unser Urlaub mit Kindern im slowenischen Karst
Im Südwesten Sloweniens – nahe der italienischen Grenze zu Triest – liegt der slowenische Karst. Eine Region, in der es unheimlich viel zu entdecken gibt – und das über und unter der Erde. Der Karst besteht aus Kalkstein, der vom Regenwasser über Jahrtausende langsam gelöst wird. Das Wasser sickert durch Risse und Spalten tief in den Untergrund und erweitert diese nach und nach zu Höhlen, Schächten und unterirdischen Flussläufen. Über 2.000 Höhlen und Höhlensysteme befinden sich hier unter der Erde. Vier davon kann man besichtigen. Die bekannteste ist sicher das Höhlensystem von Škocjan mit seinem unterirdischen Canyon, das sogar UNESCO-Welterbe ist. Doch auch die anderen Höhlen Divaca, Dimnice und Vilenica (die erste touristische Höhle der Welt) mit ihren beeindruckenden Tropfsteinformationen sind absolut sehenswert. Wir haben uns neben den Höhlen von Škocjan die Höhle von Divača angeschaut.
Aber auch oberirdisch hat der Karst einiges zu bieten. Die Landschaft mit ihrem typischen Karstgestein ist teilweise sehr besonders. Gut zu sehen ist das im Lebendigen Museum des Karstes, einem Landschaftsstrich, in dem viele typische Karsterscheinungen nah beieinanderliegen. Und kennst du die weißen Lipizzaner? In Lipica mitten im Karst kann man bei Führungen mehr über die stolzen Pferde erfahren oder ihnen bei Vorführungen zuschauen. Kleine, idyllische Dörfer prägen die Landschaft des Karsts. Das schönste ist sicher Štanjel, gebaut an einen Hügel und mit einigen überraschenden Sehenswürdigkeiten. Und wer den Geschmack des Karsts erleben will, probiert den luftgetrockneten Karstschinken oder den dunklen Teran-Wein. Schau, was es alles zu erleben gibt.
Das Gestüt Lipica




Das 1580 gegründete Gestüt Lipica ist die Wiege der weltberühmten Lipizzaner-Pferderasse. Es zählt somit zu den ältesten Gestüten weltweit. Die dort gezüchteten Schimmel haben vor allem durch die Spanische Hofreitschule in Wien internationale Bekanntheit erlangt. Heute kann man das Gestüt als Besucher erleben. Einen guten Eindruck bekommt man bei einem geführten Rundgang über das Gelände. Man kann sich aber auch Vorführungen der Lipizzaner-Reitschule anschauen, bei einem offiziellen Training dabei sein, eine Ausfahrt mit der Kutsche machen oder einen Pony- und Pferdeworkshop besuchen, wo man die Vierbeiner näher kennenlernt.
Führung über das Gestüt Lipica
Wir haben eine Führung über das Gestüt gemacht. Der etwa einstündige Rundgang hat uns zuerst zu den Ställen mit den Hengsten gebracht. Die Hengste sind das Aushängeschild des Gestüts. Sie sind es, mit denen die Dressurreiter ihr besonderes Können zeigen. Gezüchtet wurden die Lipizzaner aus verschiedenen Rassen. Ihre Besonderheit ist unter anderem die weiße Farbe des Fells. Ganz reinweiß sind die Pferde allerdings nicht: Um das Maul und die Augen herum zeigen sie meist noch ihre ursprüngliche graue bzw. schwarze Farbe, die sie als Fohlen bei der Geburt haben. Erst nach sechs bis acht Jahren wechseln sie allmählich ihr Fell und werden immer heller.
Die Stuten dürfen im Gegensatz zu den Hengsten tagsüber frei auf den Koppeln herumlaufen. Sie sind Herdentiere und verbringen mit den Fohlen die Tage draußen. Hengste würden sich gegenseitig angreifen und werden daher getrennt auf Paddocks ins Freie gebracht. Beim Rundgang erfahren wir auch, wie die Besamung funktioniert. Natürlich ist hier wenig: Hengst und Stute dürfen sich zwar kennenlernen, um in Wallung zu kommen, doch den Samen gibt der Hengst an einen künstlichen Bock ab (der sieht ähnlich aus wie ein Bock beim Turnen). Die Züchter entscheiden, welche Stute von welchem Hengst ein Fohlen bekommen soll.
Die Lippizanerzucht
In Lipica werden fast alle Pferde für die eigene Zucht gehalten. Die besten Hengste werden für die Dressur ausgewählt. Die anderen werden meist zu Wallachen und als Reitpferde genutzt. Auch Stuten sind manchmal Reitpferde und einige Pferde werden zu Kutschpferden ausgebildet. Bei unserem Rundgang haben wir auch etwas über die Geschichte des Gestüts erfahren. Während am Anfang kirchliche Herren die Zucht betrieben, gehörte es später den Habsburgern. Heute ist das Gestüt in staatlicher Hand. Am Ende unserer Besichtigung konnten wir noch selbstständig das Museum besuchen. Hier haben wir noch ausführliche Erklärungen zu den Pferden und dem Gestüt bekommen. Einige Stationen sind auch interaktiv und spielerisch gestaltet.
Übrigens ist einer der Höhepunkte des Tages, wenn die Stuten und die Fohlen morgens vom Stall auf die Weiden laufen bzw. abends zurück. Das ist schon beeindruckend, wenn die ganze Herde da an einem vorbeigaloppiert. Wir fanden es sehr interessant, das Gestüt näher kennenzulernen. Dabei haben wir wieder viel Neues erfahren und die Lipizzaner sind wunderschöne und edle Pferde. Für Pferdeliebhaber ist das Gestüt natürlich ein absolutes Muss auf der Reise durch den Karst, aber auch für alle anderen ist es sehr sehenswert.
Führungen:
- April – Oktober: Täglich 10:00, 12:00, 14:00, 16:00 Uhr
- November – März: Samstag und Sonntag um 10:00, 12:00 und 14:00 Uhr
Höhle von Divača (Divaška jama)
Die Höhle von Divača befindet sich nur wenige Kilometer vom Gestüt Lipica entfernt. Sie ist ein trocken gefallener Abschnitt des unterirdischen Flusssystems der Reka und geologisch eng mit dem Höhlensystem von Škocjan verbunden. Von der erforschten Gesamtlänge von rund 700 Metern ist ein etwa 500 Meter langer Abschnitt für Besucher erschlossen. Die Höhle hat besonders viele Tropfsteinformationen wie Stalagmiten, Stalaktiten und mächtige Säulen sowie filigrane Kristallbildungen.




Geführte Tour durch die Höhle von Divača
Wir haben an einer geführten Tour durch die Höhle teilgenommen. Schon vor dem Eingang der Höhle hat uns der Guide einiges dazu erzählt. Entdeckt wurde die Höhle 1884 von dem einheimischen Höhlenforscher Gregor Žiberna. Bereits drei Jahre später, im Jahr 1887, wurde sie für Besucher geöffnet. Um die schlammigen Wege für Besucher besser zugänglich zu machen, wurde schwarze Asche über die Wege gestreut. Gut gemeint, hatte das aber fatale Auswirkungen auf die Höhle: Die staubige Asche hat sich über ganz viele Tropfsteine gelegt und von der ursprünglich hellen Farbe blieben oft nur schwarze Steine.
Seit Anfang der 2000er wird die Höhle wieder “neu” für Besucher zugänglich gemacht. Nach und nach werden Unmengen der schwarzen Asche aus der Höhle heraustransportiert und dort, wo es möglich ist, die Tropfsteine vorsichtig gesäubert. Doch ganz kann der schwarze Staub nicht entfernt werden. Trotzdem hat uns die Höhle sehr beeindruckt, denn es gibt hier wirklich sehr viele große und kleine Tropfsteine in allen möglichen Formen und Varianten. Beim Besuch spaziert man von einer Kammer zur nächsten. Mal steht man in großen Höhlenräumen, dann wandert man eher wieder durch Gänge und oft ganz nah an den Tropfsteinen vorbei. Kleinere Kammern mit einer Vielzahl an Tropfsteinen sind wirklich märchenhaft. Wie so oft in Tropfsteinhöhlen haben besonders markante Tropfsteine oder Steingruppen besondere Namen; der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Praktische Informationen zum Höhenbesuch
Eine Zeit lang hieß die Höhle übrigens auch nach Kronprinz Rudolf (aus der Habsburger Monarchie), der die Höhle einmal besucht hat. Heute heißt sie einfach nach dem benachbarten Ort Divača. In der Höhle herrschen das ganze Jahr über Temperaturen von etwa 8 bis 10 °C. Lange Hosen, Pullover und eine Jacke sind empfehlenswert – ebenso wie feste Schuhe, da der Untergrund immer leicht feucht ist. In der Höhle geht es bergauf und bergab und es sind auch einige Stufen zu überwinden. Aber da es immer so viel zu sehen und zu bestaunen gibt, ist die Höhle für Kinder (ab ca. 6 Jahren) gut machbar. Uns hat die Höhle sehr gut gefallen. So viele Tropfsteine, die so dicht beieinanderstehen, sieht man in dieser Fülle nicht oft.
Führungen:
- Vom 1. März bis zum 30. November: jeden Samstag und Sonntag um 10:00 und 12:00 Uhr.
- Vom 1. Juni bis zum 30. September: täglich um 10:00 und 12:00 Uhr. Im Juli und August finden zusätzliche Führungen um 14:00 und 16:00 Uhr statt.
Höhlen von Škocjan (Škocjanske jame)

Die Höhlen von Škocjan sind etwas ganz Besonderes und gehören seit 1986 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Das Herzstück des Höhlensystems ist der gigantische Canyon, den der Fluss Reka in das Gestein geschnitten hat. Dieser ist sogar der größte unterirdische Canyon der Welt. Und auch die Größe der Höhle ist spektakulär: Dort, wo der unterirdische Fluss fließt, ist die Höhle bis zu 146 Meter hoch und bis zu 123 Meter breit. Bei der Führung werden zwei Teile des Höhlensystems besucht. Erst geht es durch die sogenannte “Stille Höhle”. Die heißt so, weil hier kein Flussrauschen zu hören ist. Die “Flusshöhle” ist natürlich der Teil, der vom Canyon durchschnitten wird.
Führung durch die Höhlen von Škocjan
Wir haben die Höhle bei einer Führung besucht. Vom Besucherzentrum sind wir zuerst etwa eine Viertelstunde zum Höhleneingang gegangen. Dort werden die großen Besuchergruppen in kleinere Gruppen eingeteilt. Bei uns waren alle Führungen auf Englisch. Je nach Besuchern werden auch andere Sprachen angeboten. Dann ging es los. Der erste Teil führte uns durch die “Stille Höhle”. Hier gibt es viele Tropfsteine zu bewundern. Die einzelnen kleinen und großen Höhlen haben Namen wie Paradies, Orgelhalle oder Große Halle. Der größte Stalagmit ist der “Riese” mit 15 Metern Höhe – schon ziemlich beeindruckend.
Nachdem wir uns die Pracht der Tropfsteine angeschaut hatten, ging es schließlich in den Teil der Höhle mit dem Canyon. Und schon der erste Anblick ist atemberaubend! Denn man steht weit oben in der Höhle und schaut nach unten in die riesige Halle – obwohl man wohl von keinem Standpunkt aus die wirklichen Dimensionen erfassen kann. Der Weg ist nur leicht beleuchtet (es gibt nur wenig Licht, um das empfindliche Ökosystem nicht zu zerstören) und schlängelt sich hinunter Richtung Canyon. Später geht man über Stege, die sich wie ein Band an der Höhlenwand entlangziehen, oberhalb des Canyons entlang. Immer wieder hat man tolle Tiefblicke in den Canyon hinunter – es ist einfach spektakulär.
Einer der Höhepunkte ist die Überquerung des Canyons über die Cerkvenik-Brücke. 47 Meter spannt sie sich oberhalb des Flusses entlang. Der Weg führt weiter den Canyon entlang bis zum Höhlenausgang, etwa dort, wo der Fluss in die Höhle eintritt. Hier ist die geführte Tour zu Ende.
Nach der Führung über mehrere Höhlen zurück wandern
Anschließend hat man drei Möglichkeiten, um zum Besucherzentrum zurückzukommen:
- Weg (Exit) 1 ist kurz, um dann mithilfe eines Aufzugs nach oben zu kommen (ca. 15 Min. ab Führungsende).
- Weg (Exit) 2 ist etwas länger. Hier wandert man um den Dolineneinsturz herum, der unter anderem dazu geführt hat, dass der Fluss hier unterirdisch verläuft. Dann geht es zurück zum Besucherzentrum (ca. 30 Min. ab Führungsende).
- Weg (Exit) 3 ist der schönste, aber auch der längste. Hier wandert man noch einmal etwa eine Stunde und einige Höhenmeter. Aber es lohnt sich!


Wir sind Weg (Exit) 3 gegangen. Erst geht es um eine Doline herum, wieder auf Wegen, die direkt am Felsen entlanglaufen, ziemlich spektakultär. Unten verläuft immer der Fluss, der auch in der Höhle fließt. Später geht es über eine Natursteinbrücke in eine kleine Höhle. Die Stimmung ist etwas anders als in der Haupthöhle, weil man hier auch Tageslicht hat. Aber die Atmosphäre mit dem unten fließenden Fluss Reka ist auch hier unglaublich beeindruckend. Die meterhohen Felsen haben uns an die Adersbacher Felsenstadt in unserem Familienurlaub Tschechien erinnert.



Das ganze Erlebnis wurde für uns schließlich noch in der letzten Höhle getoppt, die man zum Schluss erreicht. Diese Höhle ist noch einmal richtig lang, es ist halbdunkel, halbhell – das erzeugt eine tolle Lichtstimmung. Wir waren am späten Nachmittag hier und es war fast surreal. Diese beiden Höhlen heißen Mariničeva-Höhle und Mahorčičeva-Höhle. Nach der Mahorčičeva-Höhle verlässt man schließlich den Fluss und das Höhlensystem endgültig und wandert bergauf etwa 20 Minuten zurück zum Parkplatz.
Praktische Informationen
Uns haben die Škocjan-Höhlen sehr beeindruckt. Einen Canyon mitten durch eine Höhle sieht man nicht alle Tage. In der Höhle ist es etwa 12 Grad warm; einen Pullover sollte man mitnehmen. Auch hier gilt wieder: gutes Schuhwerk, da es immer leicht feucht in der Höhle ist. Fotografieren ist beim geführten Rundgang wegen des empfindlichen Ökosystems in der Höhle nicht erlaubt. Aber später, wenn man selbst unterwegs ist auf dem Weg (Exit) 3, kann man sehr gute Fotos machen, hier ist das Licht auch besser als in der geschlossenen Höhle. Es sind immer einige Stufen zu überwinden (kürzester Weg: geführte Tour und Weg 1 = 500 Stufen; längster Weg: geführte Tour und Weg 3 = 1100 Stufen). Aber da der Weg so abwechslungsreich ist, fallen meiner Meinung nach die Stufen nicht ins Gewicht.
Führungen:
Täglich und das ganze Jahr über. In den Sommermonaten stündliche Führungen. Allerdings solltest du die Tickets vorab online kaufen, da die Führungen schnell ausgebucht sind. In der Hauptsaison (Juli/August) kann es sein, dass die Tickets mehrere Wochen im Voraus schon ausverkauft sind.
Mythologischer Park Rodik



Der Mythologische Park (Mitski park) liegt im kleinen Dorf Rodik im slowenischen Karst. Er verbindet die Landschaft rund um das Dorf mit den alten Geschichten und Legenden der Region. Auf den Wegen durch Wälder, Täler und über die Karsthügel erzählen Steinskulpturen und andere Stationen von Hexen, Riesen, slawischen Göttern oder dem Lindwurm. So wird der Park zu einer Art Freilichtmuseum, in dem Natur und Mythologie miteinander verbunden sind.
Ausgangspunkt ist das Informationszentrum in Rodik. Hier befindet sich eine interaktive Ausstellung. Man erfährt etwas über die Mythen und warum sich die Menschen damals die Welt mit Mythen erklärt haben. Einige dieser Geschichten sind anschaulich dargestellt und können teilweise auch nachgespielt werden – wie etwa, dass Petrus und Jesus durch das Werfen von Steinen eine Höhle geschaffen haben. Triffst du mit dem Stein in das Loch und kannst so eine Höhle schaffen? Am besten lässt man sich von den Mitarbeitern vor Ort die Geschichten lebendig erzählen.
Anschließend kann man sich draußen auf die Suche machen und die Landschaft auf den Wegen erkunden. Für die Erkundung gibt es zwei Rundwege, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad möglich sind: Der Lindwurm-Weg führt durch schattige Wälder und tiefe Täler, der Baba-Weg über sonnige Hügel und Karstplateaus. Die Landschaft ist sehr ruhig, du wanderst also ganz entspannt durch die Wälder und über die Hügel.
Radtour durch den Karst





Um die Region Karst besser kennenzulernen, haben wir eine geführte Radtour gemacht. Ausgangspunkt war dabei das Besucherzentrum des Mythologischen Parks in Rodik. Zuerst ging es für uns zu einem Punkt des Mythologischen Parks: An der Statue des Teufels hat uns unser Guide Saša eine Geschichte dazu erzählt. Früher waren oft schon ganz kleine Buben Hirten. Um sie davon abzuhalten, zu weit wegzugehen und sich zu verlaufen, hat man ihnen die Geschichte des Teufels erzählt, der im Tal sein Unwesen treibt. Das Tal markierte die Grenze zum nächsten Nachbarn.
Durch die Wälder ging es für uns weiter zum Besucherzentrum der Höhlen von Škocjan, die wir am Tag zuvor besucht hatten. Saša hat uns hier aber noch einen tollen Aussichtspunkt gezeigt, wo man den Höhlenausgang (dort, wo der Fluss in die Höhle fließt) von oben sieht. Ein toller Blick! Über Waldwege, manchmal kleine Trails, dann wieder über stille, idyllische Dörfer ging es für uns Richtung Sežana.
Die kleine Stadt ist der Hauptort des Karstes. Hier kommen wir an der Statue des Dichters Srečko Kosovel (1904–1926) vorbei. Er war einer der bedeutendsten slowenischen Dichter des 20. Jahrhunderts. Er setzte sich für die slowenische Sprache ein und schrieb Gedichte auch auf andere Art (in einem seiner Gedichte setzt er etwa mathematische Zeichen ein). Für uns ging es weiter zu einem Aussichtspunkt hinter der Stadt. Von hier aus hatten wir einen herrlichen Blick auf die slowenischen Voralpen, weit hinten die Alpen und die kleinen Dörfer davor.
Das lebendige Museum des Karstes
Anschließend ging es weiter ins Lebendige Museum des Karstes. Das ist ein Landschaftsabschnitt zwischen Sežana und dem Pferdegestüt Lipica. Hier kann man viele typische Karsterscheinungen auf kleinstem Raum entdecken. Es gibt einen breiten Hauptweg (perfekt mit dem Rad), von dem viele kleine Nebenwege abgehen. Hier entdeckt man dann die typischen steinernen Hirtenhütten, kleine Dolinen (Felseinbrüche in der Erde) und es gibt in diesem Gebiet auch unzählige Höhlen. Die sind allerdings nicht für die Öffentlichkeit zugänglich; nur Höhlenforscher dringen in die meist schwierigen Zugänge ein. Am Rande des Gebiets befindet sich auch die älteste Schauhöhle Europas, die Höhle Vilenica, die normalerweise an Sonntagen zu besichtigen ist.
Interessant fand ich die Steinformationen, die das Kalkgestein hier bildet. Saša hat uns zu typischen Formationen geführt und uns auch die typischen Pflanzen des Karstes gezeigt, wie etwa Wacholder oder den Perückenstrauch. Der wurde früher zum Färben benutzt. Über das Gestüt Lipica fahren wir weiter ins Dorf Lokev. Hier gibt es in einem alten Wehrturm ein Militärmuseum und eine idyllische Kirche. Von hier aus ging es für uns dann zurück nach Rodik.
Uns hat die Tour einmal durch die Karstregion gut gefallen. Die Landschaft ist sehr schön und einfach wieder ganz anders als bei uns daheim. Aussichtspunkte, schöne Wälder, kleine Dörfer und wilde Karstlandschaft haben sich bei der Tour abgewechselt und so war es super kurzweilig. Unser Guide Saša hat uns super viel über Land und Leute erzählen können und so haben wir viel Neues erfahren dürfen.
Dorf Štanjel





Štanjel ist eines der ältesten Dörfer im slowenischen Karst und liegt malerisch auf einem Hügel oberhalb der Karstlandschaft. Das historische Ortszentrum ist von einer mittelalterlichen Befestigung umgeben. Enge Gassen schlängeln sich um die typischen Häuser aus hellem Karststein den Hügel hinauf. Neben der restaurierten Burg, in dem sich heute ein interaktives Museum, ein Restaurant und Kunstausstellungen befinden, ist vor allem der Ferrari-Garten des Architekten Maks Fabiani sehenswert. Neben dem Garten gibt es außerdem eine Ausstellung zur Ferrari-Villa und zum Architekten Fabiani. Sehr beeindruckend sind auch die Aussichten vom Dorf über den Karst bis ins Vipava-Tal.
Bei einer geführten Besichtigung haben wir das Dorf, die Burg und den Garten erkundet. Los ging es vor dem Burghof. Hier gibt es das Dorf im Miniaturformat – aus Kalkstein. Hier bekommen wir einen ersten Überblick über das Dorf. Man sieht, dass das Dorf nach Süden hin ausgerichtet ist. Auf der Nordseite des Hügels stehen keine Häuser. Das hat mit dem Bora-Wind zu tun: Der bläst meistens in den Wintermonaten und kann oft Geschwindigkeiten von 100 bis 150 km/h erreichen – und er kommt eben aus dem Norden.
Wie im gesamten Karst ist auch in Štanjel der Kalkstein wichtig. Früher wurden alle Häuser aus diesem Stein gebaut und wenn man durch das Dorf spaziert, sieht man, dass die meisten Fenster- und Türstöcke aus Kalkstein sind. Ebenso sind einige Dächer noch mit Steinplatten gedeckt.
Wir sind bei der Führung zum ältesten Haus in Štanjel spaziert, das noch ganz aus Kalksteinen gebaut und um die 600 Jahre alt ist. Davor steht einer der Brunnen des Dorfes. Da das Grundwasser im Karst weit unter der Erde liegt, haben die Bewohner früher das Regenwasser für ihren täglichen Bedarf gesammelt und in die Brunnen geleitet. Erst 1991 wurde das Dorf an die öffentliche Wasserleitung angeschlossen.
Ferrari-Garten




Für uns ging es weiter in den Ferrari-Garten. Der ist nicht benannt nach dem Auto, sondern nach der Familie, die hier Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Sommerresidenz gebaut und dazu den Garten gestaltet hat. Der terrassenförmig angelegte Garten ist richtig idyllisch und wunderschön gestaltet. Obstbäume, gepflegte Wiesen und Lauben begleiteten uns auf dem Weg nach unten. Dort liegt das große Wasserbassin, das mit einer kleinen Steininsel, einer Brücke und einer Art Grotte barock gestaltet ist. Märchenhaft! Dahinter liegt ein Pavillon. Von diesem hat man eine atemberaubende Sicht auf die umliegenden Hügel und die dahinter liegenden Berge.
Um dem Architekten Fabiani näher zu kommen und auch die Geschichte der Ferrari-Villa ein wenig kennenzulernen, lohnt es sich, das Haus Natalija anzuschauen. Es ist Teil der alten Ferrari-Villa und heute ein Besucherzentrum (Eintritt frei) sowie ein Begegnungszentrum für die Menschen im Ort. Hier erfährt man mehr zum genialen Wasserversorgungssystem im Ferrari-Garten und wie sich Fabiani seine Architektur vorgestellt hat. Das alles gibt es in einem kleinen Film zu sehen. Außerdem kann man sich hier die Tradition der Johannis-Kränze anschauen, die in Štanjel an den Türen hängen, um vor bösen Geistern zu schützen. Zu Johanni werden neue Kränze gebunden und die alten im Johanni-Feuer verbrannt.
Interaktives Museum in der Burg Štanjel



Die Burg Štanjel ist das größte Gebäude des Ortes. Allerdings ist so gut wie nichts mehr an der Burg original: Sie wurde in beiden Weltkriegen zerstört und erst in den letzten Jahren wieder aufgebaut. Heute gibt es hier das Besucherzentrum des Ortes, ein Restaurant, Tagungsräume, eine Kunstausstellung und ein Museum. Das Museum hat zwei Teile: Im ersten Teil geht es um „Natur und Mensch im Karst“ und der zweite Teil ist ein Museum der slowenischen Sprache und des Buches. In beiden Ausstellungen gibt es viele interaktive Stationen. So kann man zum Beispiel ausprobieren, wie schwer es war, Häuser aus den schweren Kalksteinen zu bauen. Man sieht, wie die slowenischen Hütehunde ihre Herden vor Wölfen und Bären schützen, und man erhält Einblicke in das unterirdische Höhlensystem des Karstes. In einer Windmaschine kann man fühlen, wie stark der Bora-Wind bläst.
Das Museum der slowenischen Sprache und des Buches hört sich vielleicht erst mal langweilig an, aber auch für Nicht-Slowenen gibt es einige interessante Stationen zum Ausprobieren. Man kann sich zum Beispiel selbst dabei filmen, wie man in verschiedenen Umgebungen spricht – mal in einem Tagungszentrum oder mit Freunden. Die eigene Sprechweise verändert sich, obwohl man nur ein anderes Hintergrundbild hat. Außerdem bekommt man hier ein wenig von der slowenischen Geschichte mit: Dieser Teil Sloweniens hat zwischen den beiden Weltkriegen zu Italien gehört. Damals mussten (ähnlich wie in Südtirol) alle Menschen Italienisch sprechen, viele Menschen wurden umgesiedelt und die Namen wurden italienisiert. Und obwohl Slowenien nur gut zwei Millionen Einwohner hat, gibt es total viele unterschiedliche Dialekte – die verschiedenen Dialekte kann man sich anhören. Für uns klingen natürlich alle gleich.
Uns hat es in Štanjel richtig gut gefallen. Der Ort ist sehr idyllisch mit vielen kleinen Kunstgalerien und Kunstwerkstätten. Es gibt kleine Bars, schön renovierte Häuser neben verfallenen Gebäuden und natürlich den herrlichen Garten und das wirklich gut gemachte Museum in der Burg. Der Ort ist nicht überlaufen und hat richtig viel Charme.
Verkostung Karstschinken



Nur drei Kilometer vom Ort Štanjel entfernt gibt es die Möglichkeit, eine echte Karstspezialität kennenzulernen und zu probieren. In der Ščuka Pršutarna wird der traditionelle Karstschinken hergestellt. Hier kann man bei einer Verkostung den Schinken nicht nur probieren, sondern bekommt auch eine Führung durch die Manufaktur.
Wir durften an einer Verkostung teilnehmen. Vor Ort sind wir in den schönen Innenhof gekommen. Hier steht ein alter Maulbeerbaum. Er sieht super interessant aus – wie ein Regenschirm. Wir haben erklärt bekommen, warum der Maulbeerbaum hier steht und warum er diese besondere Form hat: Früher war die Gegend des Karstes sehr arm, da dort aufgrund des durchlässigen Kalkbodens nur wenig gewachsen ist. So haben die Menschen nach alternativen Einnahmequellen gesucht. Eine Möglichkeit war die Zucht von Seidenraupen – und die fressen gerne die Blätter der Maulbeerbäume. Die Maulbeerbäume bilden sehr tiefe Wurzeln und kommen so auf dem Karstboden gut zurecht. Wenn man diese in die Regenschirmform bindet (was super aufwendig ist), wachsen mehr Blätter am Baum. Heute gibt es nur noch wenige Maulbeerbäume im Karst.
So wird der Karstschinken produziert
Anschließend ging es für uns zum Trockenraum der Schinkenproduktion. Durch eine Glasscheibe konnten wir viele der Schinken sehen, die hier zum Trocknen hängen. Die Schinken reifen und trocknen etwa 24 Monate und verlieren dabei ca. 30 Prozent ihres Gewichtes. Das Trocknen ist eine richtige Wissenschaft für sich – vor allem, wenn es wie hier mit der natürlichen Umgebungsluft passiert und nicht industriell unter immer gleichen Luftbedingungen. Denn Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Gewicht des Schinkens spielen eine große Rolle. Jeder Tag entscheidet darüber, ob er später gut ist. Das ist richtig aufwendig!
Schließlich durften wir den Schinken auch noch verkosten. Im schönen Innenhof bekamen wir nicht nur Schweineschinken, sondern auch Pancetta, Wildschweinschinken und Hirschschinken. Dazu gab es Käse (hauptsächlich Ziegenkäse aus der Region), Brot, Oliven, Teran-Wein (ein besonderer Wein der Region), weißen Wein der Region und Traubensaft. Der Schinken schmeckt natürlich um Klassen besser als ein Prosciutto aus dem Supermarkt: sehr zart und einfach gut im Geschmack. Der Wildschwein- und der Hirschschinken sind intensiver im Geschmack, wir fanden sie aber auch recht gut.
Die Führungen finden nicht im Hochsommer statt, sondern ab September und im Frühling (einfach direkt dort anfragen: https://www.prsutarnascuka.com). Man erfährt super viel über die Herstellung und die Verkostung ist ein Genuss.
Übernachten mit Kindern im Karst – Hotel Maestoso




Sehr zentral gelegen für viele Ausflugsziele im Karst ist das Hotel Maestoso. Es liegt auf dem Landgut des Gestüts Lipica. So wohnt man direkt neben den 300 weißen Pferden. In unmittelbarer Nähe befinden sich das Lebendige Museum des Karstes und die Höhle Divača; auch die Höhlen von Škocjan sind nicht weit. Perfekt also für einen Urlaub im Karst von Slowenien.
Das 4-Sterne-Hotel ist modern ausgestattet mit Akzenten in Bezug auf das Gestüt. Überall im Hotel findest du schöne Bilder von den Lipizzanern. Die Badezimmertüren sind wie Schiebetüren in den Ställen gestaltet und die Betten in Anlehnung an Heu. Du kannst aus verschiedenen Zimmerkategorien wählen. Für Familien gibt es große Familienzimmer mit einem Doppelbett und zwei Extrabetten. Je nach Lage schaust du auf den Golfplatz oder kannst die Weiden der Stuten sehen.
Sehr angenehm fanden wir die Verpflegung mit Halbpension. Hier erwartet dich ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit Baguette, Croissants, süßen Gebäckstücken, verschiedenen Obstsorten, Wurst- und Käsesorten, Joghurts, Müslis, Eiern und sogar Kaiserschmarrn. So kann man gut in den Tag starten! Abends gibt es ebenfalls ein Buffet mit Suppe, Salaten, unterschiedlichen Fleisch- oder Fischgerichten, verschiedenen Beilagen und einem kleinen Nachtischbuffet. Ein Buffet finden wir persönlich mit Kindern immer sehr praktisch: Da kann jeder sich aussuchen, was er möchte und wie viel auf den Teller kommt. Wasser und Säfte gibt es zum Abendessen an der Getränkestation dazu. Wir haben uns hier auf jeden Fall sehr wohlgefühlt. Das Ambiente des Hotels ist sehr angenehm und die Lage ruhig und entspannt.
–> der Linkr zur offiziellen Hotelwebseite
Unser Fazit zum Familienurlaub im solwenischen Karst
Uns hat der Karst mit seiner Vielfalt total überrascht. Wir hätten nicht erwartet, dass unsere Tage dort so abwechslungsreich sind. Sehr beeindruckt waren wir von den beiden Höhlen, die wir besichtigt haben. Die Höhlen von Škocjan sind absolut faszinierend mit ihren großen Höhlenräumen und dem Fluss, der mitten hindurchfließt. Die Divača-Höhle ist dafür weniger touristisch und hat unglaublich viele schöne Tropfsteinformationen. Und obwohl wir jetzt keinen besonderen Bezug zu Pferden haben, hat es uns auf dem Gestüt in Lipica gut gefallen. Die weißen Stutenherden auf den Weiden sind schon ein schönes Bild, fast wie in einem Fantasyfilm. Und bei der Führung über das Gestüt haben wir ziemlich viel über diese besonderen Pferde erfahren.
In schöner Erinnerung haben wir auch die Radtour über den Karst mit den kleinen Dörfern, den besonderen Aussichtspunkten und der einmaligen Landschaft. Und Štanjel – auch wenn es etwas abgelegen ist – sollte man sich nicht entgehen lassen. Idyllisch, verträumt und mit einigen großartigen Höhepunkten wie dem Ferrari-Garten und dem tollen Museum auf der Burg. Eine kulinarische Entdeckung ist der Karstschinken. Er schmeckt ein wenig wie der italienische Prosciutto – die Vorgehensweise beim Lufttrocknen ist schließlich ähnlich. Die Sorgfalt, mit der er in der Ščuka Pršutarna hergestellt wird, schmeckt man bei jedem Bissen. Wir nehmen auf jeden Fall sehr viele tolle Erinnerungen mit nach Hause vom slowenischen Karst.
–> der Link zur offiziellen Karst Webseite
Weiterführende Links
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Offenlegung: Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit der Tourismusregion Kras entstanden. Nur so konnten wir euch diesen Beitrag hier zeigen. Unsere Meinung und Erlebnisse bleiben davon unberührt.