
Ratschings
Darum geht es auf dieser Seite:
Ratschings mit Kindern – ein Südtirol Geheimtipp!
Familienurlaub in Ratschings in Südtirol bedeutet traumhafte Natur und abwechslungsreiche Ausflugsziele. Hier wanderst du mit Kindern zu richtig imposanten Wasserfällen, durch die Gilfenklamm, Burkhardklamm oder die Pfeifer-Huisele Schlucht, auf abwechslungsreichen Themenwegen und zu idyllischen Almböden wie den Aglsboden. Als Ausflugsziel bietet sich das barocke Schloss Wolfsthurn – das neben der Ausstellung zur Fischerei und Jagd prächtige Räumlichkeiten hat und extra Ausstellungsräume für Kinder bietet. Das Bergbaumuseum Ridnaun zeigt dir und deiner Familie auf sehr spannende und eindrucksvolle Weise, wie man das Erz aus dem Berg geholt und verarbeitet hat. Wir waren ein paar Tage in Ratschings unterwegs und zeigen dir hier, was wir als Familie alles unternommen haben. Viel Spaß beim Lesen!
📍Ratschings mit Kindern
- Schloss Wolfsthurn in Mareit: Barockschloss mit einem Museum für Jagd und Fischerei im ersten Stock und prunkvollen Räumen im zweiten Stock. Im Keller gibt es einen eigenen Spiel- und Entdeckungsbereich für Kinder sowie ein Rätselspiel durch das Schloss. Ein kinderwagentauglicher Naturlehrpfad führt rund um das Gebäude.
- Landesmuseum Bergbau Ridnaun: Ehemaliges Bergwerk, in dem funktionstüchtige Maschinen und der Weg des Gesteins ins Tal gezeigt werden. Die klassische Führung führt durch einen Schaustollen und die Räume der Erzverarbeitung.
- Rundwanderung Burkhardklamm zum Aglsboden: Rundwanderung zu tosenden Wasserfällen und einem idyllischen Talkessel inkl.spannender Hängebrücke.
- Wanderung zum Gurgl-Wasserfall im Ontratt-Tal: Leichte Wanderung zu einen tollen Wasserfall und ins wunderschöne, unberührte Tal. Am Aussichtspunkt über das Jaufental gibt es eine Hollywoodschaukel und einen kleinen Spielplatz.
- Pfeifer-Huisele-Weg im Ratschingstal: Ein Themenweg über einen pfiffigen Hexenmeister, der durch das ganze Ratschingstal führt. Der letzte Abschnitt bietet einen Barfußpfad mit Kneippbecken und endet an einer Aussichtsplattform über einer tiefen Schlucht.
- Wanderung durch die Gilfenklamm: Wanderung durch eine enge, spektakuläre Schlucht aus weißem Marmor. Der Weg führt über Holzstege direkt über das tosende Wasser.
- Unser Tipp: Viele Wanderungen und die Ausflusgziele lassen sich gut mit dem Bus erreichen. Mit deiner Gästekarte fährst du kostenlos!
Lass dich mitnehmen zu den schönsten Ecken in der Ferienregion Ratschings – es ist eine nicht so überlaufene Urlaubsregion und daher ein Südtirol Geheimtipp!
–> hier der Link zur offiziellen Webseite Ratschings
Ausflugsziele Ratschings mit Kindern
Was kann man an Regentagen mit Kindern in Ratschings unternehmen? Oder wenn man einfach mal keine Lust zum Wandern hat? Dann geht es am besten zu einem dieser Ausflugsziele, die wir beide auf ihre Art sehr interessant gefunden haben. Im Schloss Wolfsthurn gibt es interaktive Möglichkeiten, die Räume zu entdecken, und Kinder können herausfinden, welches Schlossgespenst hier sein Unwesen treibt. Und im Bergbaumuseum Ridnaun erfährst du alles über den Erzabbau und wie die Menschen es zu unterschiedlichen Zeiten geschafft haben, die wertvollen Metalle aus den Steinen herauszulösen. Die Führungen dort sind sehr interessant.
Schloss Wolfsthurn in Mareit






Das Schloss Wolfsthurn überragt den Ort Mareit am Anfang des Ridnauntals. In dem barocken Schloss ist das Südtiroler Landesmuseum für Jagd und Fischerei untergebracht. Diese Ausstellung kann man im 1. Stock des Schlosses sehen. Im 2. Stock sind die Prunkräume zu besichtigen und im Kellergeschoss gibt es eigene Entdeckerräume für Kinder. Wir haben uns auf den Weg gemacht und geschaut, was es dort alles zu sehen gibt. Von der Ortsmitte ging es zuerst über einen Wanderweg hinauf zum Schloss. Am Eingang haben wir als Familie ein Quiz bekommen. In den einzelnen Schlossräumen mussten wir aufmerksam schauen, um schließlich den Namen des Schlossgespenstes herauszufinden. Wer das schafft, bekommt zum Schluss ein kleines Erinnerungsgeschenk. Für die Erwachsenen und ältere Kinder gibt es im Schloss immer wieder Audioguide-Stationen, die man selbst mit dem Handy anhören kann.
Südtiroler Landesmuseum für Jagd und Fischerei
Wir sind dem ausgeschilderten Rundgang gefolgt und kamen so zuerst ins Jagd- und Fischereimuseum. Hier geht es zum einen um die Geschichte der Jagd. Welche Jagdwaffen wurden früher verwendet, welche Tiere wurden in Südtirol gejagt und welche Tiere haben hier überhaupt ihren Lebensraum? Das fanden wir eigentlich am interessantesten. Viele Tiere sind als Präparate ausgestellt und auf interaktiven Bildschirmen kann man mehr zu den Tieren erfahren. Wo leben sie, was ist das Besondere an ihnen oder was fressen die Tiere?
Prunkräume im Schloss Wolfsthurn
Im zweiten Stock haben wir dann die Familie der von Sternbachs kennengelernt. Franz Andrä von Sternbach baute das Schloss im 18. Jahrhundert aus und um zum barocken Prachtschloss. Die prächtigen Räume sind bis heute gut erhalten. Bei den Audioguide-Stationen haben wir etwa erfahren, dass das Schloss 356 Fenster besitzt, 52 Türen, zwölf Kamine und vier Portale – eine symbolhafte Symmetrie, wie sie gerne im Barock verwendet wurde (356 Tage, 52 Wochen, 12 Monate und 4 Jahreszeiten). Sehr gut erhalten sind die oft kostbaren Wandteppiche und besonders gut gefallen hat uns der rosafarbene Ballsaal.
Ausstellungsbereich für Kinder
Schließlich haben wir noch die Kellerräume besucht. Dort ist ein eigener Ausstellungsbereich für Kinder. Spielerisch können sie hier mehr über die Tiere des Waldes erfahren. So mussten wir etwa Hirschgeweihe nach ihrem Alter sortieren, Waldtiere an ihren Geräuschen erkennen und Pfotenabdrücke von Tieren zuordnen. Es geht aber auch in eine Wolfshöhle, wo man mit eigenem Geheul den Wolf zu einem Antwort-Heulen animieren kann. Wir fanden es gut und abwechslungsreich gemacht.
Naturlehrpfad “Wald und Wasser”
Nach unserem Schlossbesuch haben wir uns noch den Naturlehrpfad “Wald und Wasser” angeschaut. Dieser beginnt unterhalb des Schlosses und führt in einer Schleife dann um das Schloss herum. An verschiedenen Stationen kann man hier den Wald besser kennenlernen. Wie heißen die Bäume am Wegrand? Und findest du den Wolf, der in der Wolfsgrube gefangen ist? Kann man mit einem Baum telefonieren? Diese und andere Fragen sind uns auf dem Weg begegnet. Der Weg führt überwiegend durch den Wald und teilweise an einem schönen, kleinen Bachlauf entlang. Später geht es dann zum Schloss hinauf, am Schlossteich vorbei und schließlich wieder ins Dorf hinunter.
Landesmuseum Bergbau Ridnaun







Das Landesmuseum Bergbau in Ridnaun ist ein ganz besonderes Bergwerk. Hier bekommt man einen Großteil des Produktionsprozesses im Bergbau zu sehen. Denn das Bergwerk war bis Ende der 1970er-Jahre in Betrieb und viele der damals benutzten Maschinen sind heute noch funktionstüchtig. Zumindest soweit, dass sie während der Führungen kurz in Gang gebracht werden können. So kann man heute nicht nur in einem Schaustollen sehen, wie das Erz abgebaut wurde, sondern auch, wie die Metalle aus den Steinen herausgelöst wurden. Ein komplizierter und nicht ganz ungefährlicher Vorgang.
Führung durch das Bergbaumuseum
Wir haben an der Führung “Ridnaun Kompakt” teilgenommen. Es ist die klassische Führung über das Bergwerksgelände und den Schaustollen. Die Führung startete im Schaustollen. Dieser Stollen wurde tatsächlich nur für das Museum angelegt, denn der eigentliche Erzabbau fand viel weiter höher am Berg auf etwa 2.500 Metern statt. Im Schaustollen geht es einmal von den Anfängen des Bergbaus im Mittelalter bis hin zum modernen Abbau, der bis 1979 stattfand. Die Arbeitsmethoden haben sich über die Jahrhunderte natürlich enorm entwickelt, doch gefährlich und anstrengend war die Arbeit unter Tage immer.
Zur Veranschaulichung werden bei der Führung die zuletzt verwendeten Geräte auch kurz eingeschaltet – ganz schön laut, so ein Presslufthammer. Aber auch sehr beeindruckend. Nach dem Stollen geht es bei der Führung weiter in die Räume der Erzverarbeitung. Wir konnten sehen, wie das Gestein zuerst zerkleinert wurde – auch diese Maschine funktioniert noch – und später durch chemische Zusätze aufgetrennt wurde. So konnte man das kostbare Blei, Silber, Zink und Cadmium vom Gestein trennen. Die hochgiftigen Abwässer wurden anschließend einfach in den Fluss geleitet – heute unvorstellbar!
Im Museum konnten wir zudem an einem Modell sehen, wie das Gestein vom Schneeberg – dem Abbaugebiet hoch oben am Berg – ins Tal gebracht wurde. Die Technik mit sogenannten Bremsbergen war ziemlich ausgefeilt. Und auch zum harten Leben der Bergwerksleute haben wir einiges erfahren. So hatte das Dorf der Bergwerksleute hoch oben in den Bergen etwa eines der ersten Kinos in Südtirol. Es gab dort eine eigene Schule, Wirtshäuser, Metzger, Lebensmittelhändler und vieles mehr. In der Hochzeit des Bergbaus wohnten gut 1.000 Menschen in dem Dorf dort oben am Berg.
Wir fanden die Führung sehr interessant und gut gemacht. Wenn du an einer Führung teilnehmen möchtest, solltest du dich am besten vorab online dazu anmelden.
Wandern Ratschings mit Kindern
Rund um Ratschings findest du viele Wanderungen. Du kannst gleich in drei Tälern wandern: Jaufental, Ratschingstal und Ridnauntal. Viele Wanderwege dort sind ideal mit Kindern. Zu den Almen sind es meistens nicht allzu viele Höhenmeter, sodass auch Kinder die Touren gut schaffen. Zudem bieten viele Wasserfälle oder Klammen eine Abwechslung, die Kinder spannend finden. Oder wie wäre es mit einem Themenweg zum pfiffigen Hexenmeister Pfeifer Huisele? Hier gibt es seine lustigen Geschichten zum Lesen, einen gut gestalteten Barfußweg und zum Abschluss eine spektakuläre Aussichtsplattform über einer Schlucht. Uns persönlich gefällt die Landschaft rund um Ratschings mit den Tälern außerordentlich gut.
Rundwanderung Burkhardklamm zum Aglsboden
Zwei traumhaft schöne Naturwunder bei einer einfachen Wanderung erkunden – das kann man perfekt bei dieser Rundwanderung. Die Burkhardklamm besticht mit ihren tosenden Wasserfällen und zahlreichen Gumpen und der Aglsboden ist ein fast schon märchenhafter Talkessel inmitten von hohen Bergflanken. In der Mitte mäandert der Fernerbach und schafft ein breites Flussbett mit vielen Wasserläufen – und hat sogar einen Sandstrand, mitten in den Bergen!
Startpunkt der Wanderung ist das Landesmuseum Bergbau Ridnaun, hier auf der Google Karte. Von hier aus führen zwei Wege zur Burkhardklamm. Rechts über den Bach und an den alten Knappenhäusern geht es überwiegend auf einem sonnigen Forstweg bis zum Klammeingang. Schöner finden wir den Weg Nr. 9, der links am Bach entlang verläuft. Denn hier wandert man schon am wilden Bach entlang. Das finden wir interessanter. Nach etwa 40 Minuten ist dann (auf beiden Strecken) der Eingang zur Burkhardklamm erreicht.
Durch die Burkhardklamm




Ein Holztor markiert den Eingang zur Klamm. Immer wieder sind wir hier ins Staunen gekommen. Bei unserem Besuch Ende Mai war durch die Schneeschmelze richtig viel Wasser in der Klamm. Tosend haben sich die kleinen und großen Wasserfälle ihren Weg ins Tal gesucht und sind rauschen in die Gumpen gestürzt. An einigen Stellen zerstäubt sich das Wasser und hat uns eine angenehme Erfrischung gebracht – die auch noch gut für die Atemwege ist. Bei der Wanderung durch die Klamm überquert man einige Brücken, von denen man tolle Ausblicke in die Tiefen des ausgewaschenen Flussbettes hat.
Am Aglsboden



Nach etwa 25 Minuten hatten wir das Klammende erreicht und standen an der Wassersperre (einer kleinen Staumauer). Hier hatten wir die Wahl, wie wir weiterwandern: rechts oder links über den Aglsboden. Links führt ein einfacher, breiter Weg bis zur Aglsbodenalm. Rechts geht es über einen schmalen Steig über den Aglsboden und dann noch weiter hinauf Richtung Grohmannhütte. So weit sollte es für uns nicht sein, aber man kann hier an einem Abzweig zur Aglsbodenalm absteigen. Wandert man so rechts herum, sind es etwa 100 Höhenmeter mehr zum Wandern, dafür geht es direkt über den schönen Almboden. So haben wir es gemacht.
Der Aglsboden ist einfach wunderschön und der kleine Extra-Aufstieg lohnt sich, denn so hatten wir den tollen Blick von oben auf den Almboden. So sieht man den mäandrierenden Flusslauf am besten. An der Abzweigung zur Alm ging es dann wieder abwärts. Hier gibt es ein paar kleinere Stellen, wo man ein wenig kraxeln muss. Diese Stellen haben an der Seite aber ein Stahlseil zum Festhalten. Kleineren Kindern musst du evtl. helfen. Sportliche und geschickte Kinder bewältigen diese Stellen aber gut alleine.
Und dann warten kurz vor der Aglsbodenalm noch zwei Höhepunkte: ein richtig schöner und großer Wasserfall, an den man recht nah hinkommt, und eine abenteuerliche Hängebrücke. Der Wasserfall hat uns richtig beeindruckt und der Junior hatte natürlich einen riesigen Spaß, über die wackelige (aber bestens gesicherte) Brücke zu gehen. Wer will, kann anschließend bei der Alm einkehren, die in den Sommermonaten geöffnet ist.
Rückweg
Zurück sind wir dann über den breiten Weg gegangen. Und dann kann man sich wieder entscheiden: zurück durch die Burkhardklamm oder über den Fahrweg. Wir fanden es durch die Klamm spannender, auch wenn es ein wenig länger ist. Uns hat die Wanderung sehr gut gefallen. Sowohl die Klamm als auch der Aglsboden sind traumhaft schön. Und auch wenn du nicht die etwas längere Runde wie wir gehen willst, sondern nach der Klamm links zur Alm wanderst, empfehlen wir dir noch den kleinen Abstecher zur Hängebrücke und zum Wasserfall hinter der Alm – es lohnt sich! Hier habe ich dir in der Karte den Rundweg eingezeichnet.
- Höhenmeter: 400 hm
- Streckenlänge: ca. 7 km gesamt
- Schwierigkeit: leicht bis mittel
- Kinderwagentauglich: Nein
Wanderung ins Ontratt-Tal zum Gurgl-Wasserfall
Vom ruhigen Jaufental zweigen noch mehrere Seitentäler ab. Das hinterste Seitental ist das Ontratt-Tal. Ein idyllisches Hochtal mit nur wenigen Almen und ganz viel Natur. Der Bach des Tals bildet an einer Stelle einen beeindruckenden Wasserfall – den Gurgl-Wasserfall. Den wollten wir uns anschauen. Startpunkt ist der kleine Parkplatz bei der Kirche in Mittertal, hier auf der Google Karte. Von hier aus ging es für uns über den Rundweg Birgl hinauf. Wir sind den Weg rechts am Jaufentalerhof hinaufgegangen (siehe Karte). Als wir den ersten Aufstieg geschafft hatten, sind wir noch das kurze Stück rechts zum Aussichtspunkt gegangen, bevor wir weiter zum Wasserfall gewandert sind.
Aussichtspunkt mit Spielplatz




Rundweg Birgl
Der Rundweg Birgl ist ein kurzer Rundweg über Mittertal. Wenn du nur diese kleine Runde (ca. 2,3 km) wandern möchtest, gehst du wie folgt: Vom Parkplatz an der Kirche entlang hinauf und dann ein kleines Stück ins Sennesbergtal hinein, bevor du dann wieder den Schildern Rundweg Birgl nach rechts folgst. Leicht ansteigend kommst du schließlich zum Aussichtspunkt Birgl. Hier gibt es eine tolle Hollywood-Schaukel, Picknickbänke und einen kleinen Spielplatz mit verschiedenen Spiel- und Klettermöglichkeiten. Der Ausblick auf das Jaufental mit der Kirche ist hier besonders schön. Der Weg geht kurz hinter dem Aussichtspunkt wieder rechts durch den Wald zurück nach Mittertal.
Nachdem wir die Aussicht und die gemütliche Pause auf der Schaukelbank genossen hatten, ging es für uns weiter. Der Weg führte uns ein gutes Stück durch den Wald, bevor wir auf den Bachlauf des Ontratt-Baches gestoßen sind. Ab hier ging es immer angenehm leicht bergauf am Bach entlang. Das Gurgeln des Baches begleitete uns, bis wir an eine Abzweigung gekommen sind. Rechts hinauf zum Wasserfall oder links zu den Almen – kurz vor den Almen kommen die Wege wieder zusammen. Wir wollten ja den Wasserfall sehen und haben so den rechten Weg genommen.
Gurgl-Wasserfall

Und das hat sich auch gelohnt. Tosend stürzt der Gurgl-Wasserfall hier in die Tiefe und rauscht über die Felsen hinunter. Wasser ist einfach immer faszinierend. Auf unserem Weiterweg sind uns danach noch ein paar Ziegen begegnet, als es weiter bergauf ging. Wir wollten noch mindestens bis zur Bergalm wandern. Ab dem Wasserfall waren es noch etwa 20 Minuten, bis wir das weite Almgelände des Hochtals erreicht hatten. Das Tal ist wunderschön und sehr idyllisch.
Idyllisches Ontratt-Tal



Der Bach, der unten tosend hinunterstürzt, ist hier ein stilles Bächlein, das sich durch die Wiesen schlängelt, während rechts und links die steilen Felswände in die Höhe ragen. Gleich am Anfang des Hochtals liegt die Bergalm, wo man in den Sommermonaten einkehren kann. Wir sind noch ein Stückchen weiter gewandert, weil es hier einfach so schön ist und wir die Landschaft genießen wollten. Zurück ging es für uns auf dem fast gleichen Weg, allerdings sind wir diesmal nicht über den Wasserfall hinunter, sondern auf der anderen Seite an ihm vorbei.
Hier habe ich den Weg – wie wir ihn gegangen sind – in die Karte eingezeichnet. Dazu gibt’s die Tourdaten im Überblick:
- Höhenmeter: 460 hm
- Streckenlänge: ca. 9 km gesamt
- Schwierigkeit: leicht
- Kinderwagentauglich: Nein (theoretisch über die Forststraße, allerdings teilweise steil, Wasserfall selbst nicht möglich)
Pfeifer-Huisele-Weg im Ratschingstal
Durch das Ratschingstal zieht sich ein Themenweg für Familien – der Pfeifer-Huisele-Weg. An mehreren Tafeln kann man die Geschichten zum Hexenmeister Pfeifer-Huisele lesen. Weiter hinten im Tal gibt es außerdem einen Barfußweg und eine Kneippanlage. Startpunkt des Weges ist beim Gasthof Jaufensteg, am Ausgang der Gilfenklamm. Über den Talweg gelangt man schließlich bis zum Talende und der Pfeifer-Huisele-Schlucht. Die spektakuläre Schlucht sieht man von einer Aussichtsplattform, unter der die Wasserfälle der Schlucht rauschen. Der gesamte Weg ist mit gut neun Kilometern und über 400 Höhenmetern für Kinder eher lang. Man kann ihn aber auch gut in einzelnen Abschnitten gehen. Und einen Teil des Weges zurück kann man mit dem Bus fahren. Den Weg kannst du auch sehr gut mit dem Kinderwagen wandern. Nur der allerletzte Abschnitt zur Schlucht hinauf ist ziemlich steil und mit dem Kinderwagen eher ungeeignet.


Wer war der Pfeifer Huisele?
Der Pfeifer Huisele – Hexenmeister und Schalk aus dem Ratschingstal
Der Pfeifer Huisele ist eine der bekanntesten Figuren aus den Tiroler Sagen. Er wurde um 1620 in dem kleinen Dorf Flading im Ratschingstal geboren. Da seine Eltern sehr arm waren, wuchs er in großer Not auf. Schon als Junge war Huisele eigenwillig: Er galt als ungehorsam und arbeitsscheu, war aber gleichzeitig sehr schlau und witzig. Statt hart auf dem Feld zu schuften, machte er lieber Musik und dachte sich Späße aus. Weil er mit seinem armen Leben unzufrieden war, schloss er laut der Legende einen Pakt mit dem Teufel, um reich und mächtig zu werden. Von da an besaß er angeblich magische Kräfte. Er konnte das Wetter beeinflussen, Tiere und Menschen beherrschen und wusste stets, was im Tal geschah. Für die Leute vor Ort war er ein Rätsel: Einige nannten ihn den „Hexenmeister von Ratschings“, während andere in ihm einen gewitzten Spaßvogel sahen, der mit seinen Streichen sogar den Teufel austrickste.
Pfeifer-Huisele-Weg mit Barfußpfad



Wir haben vom Pfeifer-Huisele-Weg den letzten Abschnitt im Tal gemacht. Dazu sind wir bis zum “Parkplatz Barfußweg” gefahren, hier auf der Google Karte. Gerade mit jüngeren Kindern ist dieser Teilabschnitt ideal. Bis zur Schlucht sind es nur zweieinhalb Kilometer und etwa 180 Höhenmeter. Das ist auch für kleine Kinderbeine gut zu schaffen. Schon bald nach dem Parkplatz beginnt auch schon der Barfußpfad. Wir haben unsere Schuhe ausgezogen und sind über die verschiedenen Untergründe gegangen. Spitze oder glatte Steine, Holzplanken, Holzscheiben oder Holzspäne – auf gut 500 Metern wandert man so dahin. Zum Schluss warten ein großes Kneippbecken und noch mal sehr unterschiedliche Stationen, die vor allem das Gleichgewicht herausfordern. Nach einer Runde im Kneippbecken haben wir unsere Schuhe wieder angezogen und den Themenweg fortgesetzt.
Bei den Geschichten zum Pfeifer Huisele haben wir hier erfahren, wie er sogar bis in den Tod noch seine Späße trieb. Ein wilder Zeitgenosse muss das gewesen sein. Am Talende geht der Weg kurz an der Straße entlang, bevor wir das angebliche Geburtshaus des Hexenmeisters erreicht hatten.
Aussichtsplattform an der Pfeifer-Huisele-Schlucht




Ab hier wurde der Weg nun etwas steiler, aber das Ziel hatten wir schon vor Augen: die spektakuläre Aussichtsplattform. 12 Meter reicht die Plattform über die Schlucht hinaus. Unter uns ging es 85 Meter tief hinunter. Und unten toste das Wasser der Wasserfälle. Die Schlucht ist wirklich sehenswert und die Anstrengung bis hierher hat sich gelohnt. Zurück ging es für uns auf dem gleichen Weg. In der ersten Karte habe ich dir den gesamten Themenweg “Pfeifer-Huisele” eingezeichnet und in der zweiten Karte siehst du den letzten Abschnitt, so wie wir ihn gegangen sind. Dazu gibt’s die Tourdaten:
- Höhenmeter: 430 hm gesamter Weg / 180 hm letzter Abschnitt ab Parkplatz Barfußweg
- Streckenlänge: 9,2 km gesamter Weg / 2,4 km letzter Abschnitt ab Parkplatz Barfußweg
- Schwierigkeit: leicht, letzte Anstieg zur Schlucht etwas steiler
- Kinderwagentauglich: Ja, der letzte Anstieg zur Schlucht nur mehr bedingt, da sehr steil.
Wanderung durch die Gilfenklamm
Eine Klamm, wo der Weg durch echten Marmor führt – das ist die Gilfenklamm in Ratschings. Früher wurde der Marmor hier auch abgebaut und für so imposante Bauwerke wie den Bozner Dom oder die Wiener Hofburg verwendet. In der Klamm sieht man den Marmor oft nicht auf den ersten Blick, da er ja nicht bearbeitet ist. Aber dort, wo das Wasser oder die Wanderschuhe den Marmor poliert haben, glänzt das weiße Gestein sehr prachtvoll. Neben dem Marmor beeindruckt die Klamm vor allem im oberen Bereich mit sehr engen und spektakulären Abschnitten.



Durch die Marmorschlucht
Startpunkt der Klammwanderung ist im Ortsteil Stange (sehr gut zu erreichen mit dem Bus). Von dort geht es ins Ratschingstal hinein. Nach gut 10 Minuten erreicht man das Kassenhäuschen. Der untere Abschnitt der Klamm ist schön zum Wandern. Hier geht es überwiegend durch den Wald am Bach entlang. Spektakulär und wirklich eng wird die Klamm aber erst etwa ab der Hälfte.
Hier sieht man jetzt auch die weißen Marmorfelsen gut. Eng, fast wie in einer Höhle, stehen die Felswände beieinander. Stege und Treppen führen an den Wänden entlang, direkt über die Klamm. So kann man perfekt in die Tiefe schauen und sehen, wie sich das Wasser hier in die Schlucht gegraben hat. Das Wasser tost und gurgelt unten in den Wasserbecken und rauscht in mehreren Wasserfällen die Klamm hinunter. Hier ist die Klamm wirklich sehr beeindruckend und an vielen Stellen muss man einfach länger stehen bleiben und staunend in die Schlucht hinunter schauen.
Rückweg


Nach gut einer Stunde hatten wir das Ende der Klamm erreicht. Jetzt hast du mehrere Möglichkeiten, zurück nach Stange zu kommen. Entweder wanderst du zurück durch die Klamm oder du nimmst den Bus zurück ab Jaufensteg. Alternativ kannst du über die Burgruine Reifenegg hinunter ins Tal wandern oder über den Ratschinger Talweg. So haben wir es gemacht. Gegenüber vom Klammausgang ging es für uns über den schönen Panoramaweg erst zum Weiler Pradaun und schließlich wieder hinunter nach Stange. Am Weg hatten wir herrliche Ausblicke ins Tal und auf die Berge.
Tipp: Am Ende der Klamm startet der Pfeifer-Huisele-Weg (siehe oben). So kann man diese beiden Wege gut verbinden. Wandere etwa noch bis Bichl (4 Kilometer ab Klammende) und fahr dann mit dem Bus zurück nach Stange.
Hier habe ich dir den Weg in die Karte so eingezeichnet, wie wir ihn gegangen sind. Dazu gibt’s die Tourdaten:
- Höhenmeter: 200 hm
- Streckenlänge: 4,3 km als Rundweg über Pardaun zurück (nur Klamm 2,2 km)
- Schwierigkeit: mittel, viele Stufen
- Kinderwagentauglich: Nein
Unser Fazit zum Familienurlaub in Ratschings
Unser Familienurlaub in Ratschings war ein voller Erfolg, da die Region unglaublich abwechslungsreiche Erlebnisse bietet. Gut gefallen hat uns das Schloss Wolfsthurn mit seinen prächtigen Räumen und auch die extra Erlebnisräume für die Kinder sind gut gemacht. Im Landesmuseum Bergbau Ridnaun hat uns besonders fasziniert, dass viele Maschinen noch funktionstüchtig sind. Aber auch die Geschichte rund um das hoch gelegene Abbaugebiet in den Bergen ist sehr beeindruckend. Die tosenden Wasserfälle der Burkhardklamm und der idyllische Aglsboden sind wunderschöne Naturmonumente, genauso wie die spektakuläre Gilfenklamm mit der engen Marmorschlucht. Richtig gut gefallen hat uns auch die Pfeifer-Huisele-Schlucht. So eine tolle Schlucht hätten wir am Ende des Themenweges gar nicht erwartet. Und das stille und sehr idyllische Ontratt-Tal mit dem Gurgl-Wasserfall hat uns ebenfalls ausgesprochen gut gefallen. Egal wo wir unterwegs waren, hatten wir traumhafte Naturerlebnisse, und die Ausflugsziele Bergbaumuseum und Schloss Wolfsthurn sind nicht nur für Regentage ein lohnenswertes Ziel.
Willst du deinen nächsten Familienurlaub hier verbringen? Dann findest du auf der offiziellen Webseite von Ratschings den kompletten Überblick mit allen Unterkünften und Freizeitmöglichkeiten.
Offenlegung: Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit der Ratschings Tourismus Genossenschaft entstanden. Es handelt sich um bezahlte Werbung. Nur so konnten wir euch diesen Beitrag hier zeigen. Unsere Meinung und Erlebnisse bleiben davon unberührt.
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