
Bozen mit Kindern
Darum geht es auf dieser Seite:
Unsere Tipps für Bozen mit Kindern
Bozen ist ein ideales Ziel für eine Familienreise, da die Stadt spannende Geschichte mit Naturerlebnissen verbindet. Du entdeckst hier eine Mischung aus mittelalterlichen Gassen, modernen Museen und Wanderwegen direkt vor der Haustür. Besonders kinderfreundlich zeigen sich die kurzen Wege zwischen den Sehenswürdigkeiten und die abwechslungsreichen Angebote für jedes Alter. Ob du dich auf die Spuren von Ötzi begibst oder durch sonnige Weinberge wanderst – die Stadt bietet dir Erlebnisse bei jedem Wetter.
📍 Bozen mit Kindern
- Ötzi im Archäologiemuseum: Besuche die weltweit bekannte Gletschermumie und erfahre mehr über sein Leben.
- Naturmuseum Südtirol: Hier lernst du alles über die Berge und Tiere der Region. Ein Highlight für Kinder ist der echte Ameisenhaufen und die Aquarien. Tolle Sonderausstellungen!
- Schloss Runkelstein: Die „Bilderburg“ liegt am Stadtrand und ist berühmt für ihre alten Wandmalereien von Rittern, Drachen, Riesen, Zwergen und mittelalterlichen Helden.
- Merkantilmuseum: Entdecke den Palast des alten Handelsgerichts inklusive der tiefen, mittelalterlichen Kellergewölbe und dem prunkvollen Ehrensaal.
- Die Bozner Lauben: Diese historischen Laubengänge schützen dich beim Stadtbummel vor Regen und Sonne und beherbergen viele kleine Läden und Durchgänge.
- Weinwanderweg Rebe: Eine Wanderung von Rentsch nach Signat durch die Weiberge mit tollen Aussichten auf die Dolomiten und hinunter nach Bozen.
- Kulinarische Stadtführung: Lerne die Stadt kennen, mit vielen interessanten Geschichten und kleinen, kulinarischen Kostproben.
- Essen und Trinken: Viele Restaurants bieten eine Mischung aus Südtiroler und italienischer Küche. Probiere unbedingt Gerichte wie Schlutzkrapfen oder verschiedene Knödel.
- Übernachten: Das Stadt Hotel Città am zentralen Waltherplatz spart dir lange Wege mit den Kindern, ist angenehm zum Übernachten und bietet ein super Frühstück.
Bozen mit Kindern entdecken





Drachen, mittelalterliche Keller, einzigartige Laubengänge oder Ötzi, der Mann aus dem Eis: In Bozen mit Kindern gibt es unglaublich viel zu entdecken und zu erleben. Spannende Geschichten warten an jeder Hausecke. Wir waren ein paar Tage als Familie in Bozen unterwegs und haben uns die Stadt in Südtirol angeschaut. Erlebnisreich war unsere kulinarische Stadtführung – hier verbindet sich Geschichte mit Genuss. Mehr über Wein erfahren haben wir am Weinwanderweg Rebe, der uns hoch über die Stadt geführt hat. Und dann gibt es in Bozen noch einige tolle Museen.
Angeschaut haben wir uns das Archäologiemuseum – hier liegt Ötzi –, das Merkantilmuseum – ein Museum über den mittelalterlichen Handel in Bozen in einem wunderschönen Palast – und das Naturmuseum mit seinen Ausstellungen über die Lebenswelt der Tiere und Pflanzen in Südtirol und die Geologie. Wir fanden alle Museen ziemlich interessant. Sehr schön war auch unser Besuch auf Schloss Runkelstein – einer Burg mit wunderschönen Wandmalereien. Hier gibt es etwas über höfisches Leben sowie Sagen und Legenden aus dem Mittelalter zu erfahren. Wer so viel anschaut, der hat auch irgendwann Hunger. Deswegen gibt’s unsere Einkehrtipps in Bozen mit Kindern. Lass dich mitnehmen auf eine Reise quer durch die schöne Stadt Bozen. Viel Spaß beim Lesen!
Gastronomische Stadtführung




Will man eine Stadt etwas besser kennenlernen, geht das am besten mit einer Stadtführung. In Bozen gibt es die Möglichkeit, Stadtgeschichte mit Genuss zu kombinieren bei einer gastronomischen Stadtführung. Wir waren sehr gespannt, was uns dabei erwartet. Unser Junior ist mittlerweile sehr an Geschichte interessiert und so war von dieser Seite das Interesse auch da.
Bozen als mittelalterliche Handelsstadt mit seinen Lauben
Wir haben unseren Guide Oswald vor dem Hotel getroffen und dann ging es gleich schon los. Denn gleich ein paar Meter hinter unserem Hotel steht das Merkantilhaus. Der alte Palast wurde im Mittelalter als Handelsgericht genutzt. Bozen war damals ein wichtiger Umschlagplatz für Handelswaren aus dem Orient und ziemlich reich. Daher konnten es sich die Händler auch leisten, große Handelshäuser zu bauen. Und so entstanden auch die bekannten Bozner Laubengänge. Diese überdachten Gehwege vor bzw. unter den Handelshäusern dienten als Marktplätze und boten reichlich Platz für die Geschäfte, egal ob bei Regen oder bei Sonnenschein.
Was man auf den ersten Blick nicht sieht: Die Häuser in der Laubengasse erstrecken sich weit nach hinten und haben oft einen oder sogar mehrere Hinterhöfe. Einige dieser Hinterhöfe sind heute öffentlich zugänglich. In manchen verstecken sich urige Restaurants und einige dienen als Durchgänge zur nächsten Straße. Leicht zu finden ist die schmale Gasse vom Kornplatz direkt in die Laubengasse (zwischen dem Waaghaus und der Tourismusinformation). Versteckter ist der Durchgang westlich davon – von der Laubengasse in die Silbergasse. Hier kommst du an wirklich eindrucksvollen Innenhöfen vorbei. Oswald kennt Bozen wie seine Westentasche. Er ist hier aufgewachsen. Und so führte er uns durch einige dieser wunderbaren Durchgänge und Hinterhöfe. Und natürlich ging es auch durch die restliche Bozner Altstadt.
Die eine oder andere wilde Geschichte aus seiner Jugend erzählt uns Oswald nebenbei dazu. Und so war die Führung eine Mischung aus alter Geschichte und persönlichen Eindrücken eines Bozeners. Spannend war für uns vor allem die Geschichte nach dem Ersten Weltkrieg, als Südtirol Italien zugeschlagen wurde. Und wie sich die Geschichte bis heute auswirkt, zum Beispiel, dass Südtirol eine autonome Provinz ist.
Lokale Spezialitäten



Besonders waren für uns auch die gastronomischen Haltepunkte. Drei verschiedene Lokale werden dabei angesteuert. Bekommen haben wir lokale Wein- und Bierspezialitäten – für den Junior gab es Apfelsaft. Typisch für Südtirol als Weißwein ist der Weiß- bzw. Grauburgunder und als Rotwein der Vernatsch. Ein eher heller, fruchtiger Rotwein. Dazu gab es Kleinigkeiten zum Essen, wie gefüllte und frittierte Oliven oder Bruschette. Die kleinen, unterschiedlich belegten Brote sind ja eine klassische Vorspeise in Italien. Zum lokalen, sehr guten Bier (im Gasthaus Batzen) gab es Brezen.
Uns hat die Kombination aus Essen und anschaulich erzählter Geschichte gut gefallen; die Stadt wurde für uns lebendig. Wir hätten mit Oswald auch noch mehr Stunden in Bozen verbringen können, ohne dass uns langweilig geworden wäre. Interessante Geschichten gibt es in der Stadt an jeder Straßenecke und Oswald kennt sie alle.
Südtiroler Archäologiemuseum – Besuch bei Ötzi

Es ist DAS Museum, das man in Bozen unbedingt besuchen sollte: das Südtiroler Archäologiemuseum. Hier liegt einer der bekanntesten Südtiroler überhaupt: Ötzi, den Mann aus dem Eis, kann man hier bestaunen. Das Museum hat sich auf die Archäologie rund um Ötzi spezialisiert. Kein Wunder, er ist schließlich die berühmteste Gletschermumie der Welt. Seine Einzigartigkeit ist, dass er die älteste Feuchtmumie der Welt ist. So einen alten, gut erhaltenen Körper gibt es sonst nirgendwo zu sehen. Wir haben eine persönliche Führung durch das Museum bekommen.
Wo wurde Ötzi gefunden?
Gestartet haben wir mit der Fundgeschichte. Die Geschichte ist ziemlich interessant und durch einen Zufall sogar filmisch dokumentiert. Denn die Finder dachten zuerst natürlich nicht, dass sie eine 5.300 Jahre alte Mumie entdeckt hätten. Zufällig waren die Bergsteiger Reinhold Messner und Hans Kammerlander in der Nähe; sie wollten einen Dokumentarfilm drehen. Sie kamen zur Fundstelle, halfen beim Ausgraben aus dem Eis und hielten das Geschehen fest. Da man davon ausging, eine „normale“ Leiche gefunden zu haben, ging man nicht so behutsam vor. Unter anderem wurde die Hüfte beschädigt und der Arm ausgekugelt. Da der Fundort ganz nah an der Grenze zu Österreich liegt, wurde die Grenze noch mal genau ausgemessen, da für archäologische Funde in Italien und Österreich unterschiedliche Gesetze gelten.
Wie sah Ötzi aus?
Im 1. Stock sind alle Originalfunde rund um den Eismann und Ötzi selbst zu sehen. Bei unserer Führung bekamen wir einen wirklich guten Einblick, warum Ötzi welche Kleidung trug, warum man davon ausgeht, dass er ein wohlhabender Mann war und wie seine Werkzeuge und Kleidung gemacht wurden. Den Körper selbst kann man durch eine Scheibe sehen. Denn Ötzi liegt bei immer gleichen Temperaturen, gleicher Luftfeuchtigkeit und gleichem Druck in einem geschützten Raum. So bleibt er hoffentlich noch lange gut erhalten.
Wie lebte und starb der Mann aus dem Eis?
Im nächsten Stockwerk widmet sich die Ausstellung Ötzis Leben und seinem Sterben. Wohin war er wohl unterwegs? Was trug er bei sich? Und wie und warum musste er sterben? Erst nach einigen Jahren Forschung haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass Ötzi ermordet wurde. Erschossen mit einem Pfeil. Die Pfeilspitze steckte noch in seinem Körper, doch von außen war kaum eine Wunde zu erkennen. Und so kommen die Forscher immer wieder auf neue Erkenntnisse rund um den Mann aus dem Eis.
Durchs Museum mit Führung oder Audioguide
Wir fanden es sehr interessant, das Museum bei einer Führung zu besuchen. Man erfährt alles viel anschaulicher und genauer. Alternativ kann man sich aber auch einen Audioguide ausleihen bzw. herunterladen. Und für Kinder gibt es eine eigene Audioführung „MISSION ÖTZI“, die man sich als App herunterladen kann. Jeden Samstag und Sonntag gibt es eigene Familienführungen.
Wanderung Weinwanderweg Rebe





Gerade im Frühling oder im Herbst lohnt sich eine Wanderung am Weinwanderweg Rebe. Im Hochsommer ist die südseitige Hanglage zu heiß zum Wandern. Bei uns im Frühling war es dagegen sehr angenehm. Der Weinwanderweg ist ein schön angelegter Weg, der von Bozen/Rentsch bis nach Signat führt. Gerade im unteren Abschnitt wandert man viel durch Weinreben und es gibt an Stationen Wissenswertes zum Weinanbau zu lesen. Im oberen Bereich wechseln sich Waldabschnitte und Weinberge ab. Und zwischendurch warten immer wieder eindrucksvolle Aussichtspunkte.
Der Startpunkt der Wanderung ist im Ortsteil Rentsch von Bozen. Von der Innenstadt kann man gut mit dem Bus hierher fahren. So spart man sich über 2 Kilometer „Stadtmarsch“ (Bushaltestelle: Rentsch/Abzweigung Ritten). Ein paar Meter geht es dann die Straße hinauf, bevor rechts der Wanderweg beim Weingut beginnt.
Wir fanden es wirklich schön, durch die Weinberge zu wandern – schließlich gibt es das bei uns daheim nicht. Wir haben uns natürlich auch einige der schön gestalteten Informationstafeln durchgelesen. Weinanbau ist eine eigene Wissenschaft für sich. Hanglage, Böden, Klima und vieles mehr spielen eine Rolle für den Wein. Immer weiter bergauf kamen wir später in einen lichten Eichenwald. Hier gibt es tolle Aussichtspunkte mit Blick auf die beeindruckenden Dolomiten und hinunter nach Bozen. Anschließend sind wir noch mal mitten durch einen Weinberg gewandert, bevor die letzten Meter auf der Straße nach Signat zu gehen waren. Nach etwa eineinhalb Stunden hatten wir dann den Gasthof Signaterhof erreicht.
Hier auf der Karte habe ich dir den genauen Wegverlauf des Weinwanderwegs eingezeichnet inkl. Tourdaten:
- Höhenmeter: 540 hm
- Streckenlänge: 4 km
- Schwierigkeit: mittel
- Kinderwagentauglich: nein
- Startpunkt: Bozen/Rentsch Abzweigung Ritten
Einkehr im Signaterhof
Der urige Gasthof ist ein echter Geheimtipp für kulinarischen Genuss. Sitzen kann man in der neuen oder der historischen Gaststube oder bei schönem Wetter auf der Sonnenterrasse. Serviert werden typische Südtiroler Speisen auf gehobenem Niveau. Wir haben von der Speisekarte probiert: Knödeltris (drei verschiedene Knödel) in Butter mit Parmesan, Tagliata vom Rind (fein geschnittene Rinderfiletscheiben) mit Kartoffelrösti und Artischocke und einen köstlichen Kaiserschmarrn mit handgepflückten Preiselbeeren aus der Region. Uns hat es hervorragend geschmeckt. Und zum Trinken gab es für uns nach der Wanderung eine Apfelschorle mit Apfelsaft direkt vom Hof. Sehr lecker und erfrischend!



Rückweg nach Bozen
Für den Rückweg hast du mehrere Optionen. Dreimal am Tag fährt ein kleiner Bus am Signaterhof vorbei. Mit diesem kannst du entweder direkt nach Bozen hinunterfahren oder aber du fährst nach Oberbozen hinauf und dann mit der Seilbahn ins Tal. Mit deiner Gästekarte kannst du sowohl die Busse als auch die Rittner Seilbahn kostenlos nutzen (du könntest natürlich auch mit dem Bus hinauffahren und zu Fuß den Weinwanderweg hinunterwandern). Alternativ wanderst du den Weinwanderweg wieder auf dem gleichen Weg abwärts.
Merkantilmuseum






Hinter dem etwas merkwürdigen Namen „Merkantilmuseum“ versteckt sich ein spannendes Museum in einem der schönsten Häuser von Bozen. Der Palazzo ist das einzige Renaissancegebäude in Bozen und erstreckt sich zwischen der Silbergasse und der Laubengasse als langgezogener Palast. Merkantil bedeutet ungefähr: den Handel betreffend. Die Stammform des Namens kennt man auch vom Gott Merkur – dem römischen Gott des Handels und der Kaufleute. Das Merkantilhaus war tatsächlich für die Kaufleute von Bozen zuständig, als autonomes Handelsgericht.
Das alte Handelsgericht von Bozen mit mittelalterlichen Kellern
Von 1716 bis 1851 war hier der Sitz des Merkantilmagistrats. Zweisprachig wurden hier Streitigkeiten zwischen den Händlern aus dem deutschsprachigen Norden und dem italienischsprachigen Süden geschlichtet. Denn Bozen war ein Umschlagplatz für Waren aus beiden Richtungen. Auch konnten hier Wechsel (so etwas wie Schecks) eingelöst werden, und die Kaufleute mussten nicht mit ihren Geldbeständen reisen. Für diese Zeit war die Einrichtung äußerst modern und verhalf Bozen zu seiner Blüte als Handelszentrum.
Wir hatten eine tolle persönliche Führung durch das Gebäude. Nach einer kleinen Einführung ging es zuerst in die mittelalterlichen Keller. Solche Keller – oft bis drei Stockwerke untereinander – gibt es in Bozen häufig. Hier kann man sie besichtigen. In den Kellergewölben sieht man gut die Abmessungen des Gebäudes, und ein Teil liegt sogar direkt unter der Laubengasse. Anschließend ging es in die oberen Stockwerke des Palastes. Die Räume sind sehr gut erhalten und teilweise noch mit kostbaren Möbelstücken ausgestattet. Hier erfahren wir mehr zur Tiroler Landesfürstin Erzherzogin Claudia von Medici. Sie war dafür verantwortlich, dass das Handelsgericht entstand.
Die prachtvollsten Räume in Bozen – Ehrensaal und Kanzlerzimmer
Beim Rundgang entdeckten wir viele Ausstellungsstücke und Gemälde, die uns interessant erklärt wurden. Das Highlight war schließlich der Ehrensaal. Hier wurde früher das eigentliche Gericht abgehalten. Und auch heute noch führt die Bozner Handelskammer hier Veranstaltungen durch. Große Gemälde, Tische mit Intarsien, große Fenster mit riesigen Vorhängen schaffen einen eindrucksvollen Raum. Fast noch schöner – wenn auch wesentlich kleiner – ist das angrenzende Kanzlerzimmer. Hier führte der Vorsitzende des Magistrats seine wichtigen Besprechungen. Das Zimmer ist komplett mit einer Seidentapete ausgestattet und ein überdimensionierter Kachelofen ziert die Raumecke. Die Bilder an den Decken stehen symbolhaft für die Tugenden des ehrbaren Handels.
Hier endete unser Rundgang. Für uns ist das Merkantilmuseum ein echter Geheimtipp in Bozen. Selbst wenn man sich nicht für die Handelsgeschichte interessiert, ist allein der Palazzo mit den Kellern und dem wunderschönen Innenhof sehenswert. Das Museum ist meistens (bis auf Donnerstag) nur vormittags geöffnet. Du kannst dir einen Audioguide ausleihen oder einfach auf eigene Faust durch die vielen Räume gehen.
Naturmuseum Bozen





Ein super Tipp für Familien ist auf jeden Fall das Naturmuseum Bozen. Hier geht es um den Lebensraum Südtirol. Welche Tiere leben hier? Wo leben die Tiere? Wie ist die Landschaft entstanden? Und woraus besteht die Landschaft überhaupt? Neben den beiden Dauerausstellungen „Geologie in Südtirol“ und „Lebensraum in Südtirol“ gibt es auch immer eine Sonderausstellung. 2026 geht es um die Pilze.
Sonderausstellung Pilze 2026
Wir hatten das Glück, auch hier eine Führung zu bekommen. Als Erstes ging es für uns in die Sonderausstellung zu den Pilzen. Und das sind wirklich sehr bemerkenswerte Lebewesen. Sie gehören weder zu den Pflanzen noch zu den Tieren, sondern sind eine eigene Lebensart. Was wir als Pilze kennen, ist ja nur der Fruchtkörper – wie etwa der Apfel am Apfelbaum. Der eigentliche Pilz ist aber viel, viel größer und bildet unter der Erde ein riesiges Geflecht. Spannend fand ich etwa, dass die meisten Bäume eine Symbiose mit Pilzen eingehen, um besser an Wasser und Nährstoffe zu gelangen.
Und auch sonst machen die Pilze einige sehr einzigartige Sachen. Oder wusstest du, dass sie zusammen mit Algen eine weitere eigene Art bilden können, die Flechten? Und dass einige dieser Flechten sich von Steinen „ernähren“ und diese zersetzen? Oder dass ein Baum nur verfaulen kann, weil es Pilze gibt? Wir haben sehr viel Neues erfahren und die Ausstellung zu den Pilzen ist richtig gut gemacht – vor allem auch für Familien. Man kann viel anfassen und es ist ganz verständlich erklärt.
Lebensraum Südtirol entdecken
Anschließend ging es für uns in die Dauerausstellungen. Im Lebensraum Südtirol sind wir sozusagen vom Hochgebirge ins Tal gewandert – ganz ohne Höhenmeter, sondern von Raum zu Raum. Welche Pflanzen und Tiere leben wo und warum leben sie dort? Wie haben sie sich an ihre Lebensräume angepasst? Viele präparierte Tiere sind so dargestellt, wie sie auch in echt leben. Ein Highlight ist sicher der echte Ameisenhaufen. Hier kann man toll beobachten, wie die kleinen Ameisen leben und arbeiten. Sie haben einen eigenen Friedhof und eine Müllhalde, eine Fressstation und man kann die unterirdischen Gänge sehen. Und wir haben uns zwei Aquarien angeschaut. Sie zeigen eine Fluss- und eine Teichlandschaft mit einheimischen Fischen.
Im Lebensraum Geologie geht es grob gesagt um Steine und das Gebirge. Hier wird gezeigt, dass auch in Südtirol mal Vulkane aktiv waren und wie die Alpen entstanden sind. Und wir haben gesehen, wie unterschiedlich Steine sein können, die aus dem gleichen Material sind, aber etwa durch Druck verschieden aussehen und auch andere Eigenschaften haben. Und wie sind in den Alpen Täler entstanden? Ein Modell mit Gletschermassen aus der letzten Eiszeit zeigte uns das eindrucksvoll. Zuletzt sind wir zu einem Salzwasseraquarium gekommen. Belebt mit vielen Korallen und exotischen Fischen soll es darstellen, dass auch die Alpen mal ein Meer waren. Für uns ist es aber einfach auch wunderschön anzuschauen.
Uns hat es richtig gut gefallen im Naturmuseum. Vor allem die Sonderausstellung war sehr interessant. Als Besucher kannst du das Museum mit einer Audioguide-App erkunden oder dich vorab zu einer Führung im Museum anmelden.
Schloss Runkelstein






Die Bilderburg – so wird Schloss Runkelstein auch genannt. Die Burg liegt am Nordrand von Bozen (zu Fuß von der Innenstadt sind es etwa 2,5 km). Warum Bilderburg? Fast alle Räume der Burg sind mit farbenprächtigen Fresken bemalt. Da die Menschen im Mittelalter ja selten lesen konnten, wurden so Geschichten weitergegeben. Schloss Runkelstein besteht aus mehreren Burgteilen. Der Westpalas zeigt bei den Wandmalereien überwiegend das höfische Leben, während in der Sommerresidenz Geschichten aus nordischen Legenden, der Artussage oder der mittelalterlichen Legende von Tristan und Isolde gezeigt werden.
Durch das Schloss mit Audioguide
Drachen, Ritter, tapfere Prinzessinnen, Riesen und Zwerge tauchen auf den Wandgemälden auf. In den angrenzenden Ausstellungsräumen werden dann mit modernen Animationsfilmen, kleinen Spielen und Informationsstationen auf andere Weise die Fresken genauer erklärt. Beim Rundgang durch die Räume selbst werden mittels Audioguide die Wandgemälde gut erklärt. Für Kinder gibt es einen eigenen Audioguide. Hier werden die Bilder in lustige und spannende Geschichten gepackt. Eine Schlosskatze begleitet die Kinder in den Geschichten durch die Burg. Gut gemacht für Kinder ab ca. 6 Jahren.
Farbenfrohe Wandmalereien auf Schloss Runkelstein
Wir haben uns ebenfalls mit dem Audioguide (kostenlos auf dem Handy) auf den Weg durch die Burg gemacht. Die Fresken sind wirklich ziemlich gut erhalten und sehr farbenfroh. Mit dem Audioguide, aber auch den Informationstafeln erfährt man gut, was dort dargestellt ist. Die Räume im Westpalas sind wirklich schön anzuschauen. Sie haben mir von den Bildern her sehr gut gefallen. Von den Geschichten her sind allerdings die Fresken im sogenannten Sommerhaus der Burg interessanter. Hier geht es um Legenden wie die Artussage oder Tristan und Isolde. Da ich die genauen Geschichten nicht mehr so wusste, war es interessant, sie anzuschauen und erklärt zu bekommen.
Und auch die anschließenden Ausstellungsräume haben uns gut gefallen. Kleine Spiele und Stationen haben uns nochmals die Entstehung der Burg mit ihren Bildern erklärt, und auch einige Fresken wurden noch mal genauer unter die Lupe genommen. So haben sich an einer Drehscheibe etwa noch mal alle Ritter der Tafelrunde persönlich vorgestellt. Zum Schluss ging es noch in einen Turm mit Aussicht nach Bozen und auf die umliegende Landschaft.
Auch wenn Runkelstein ein wenig außerhalb des Zentrums liegt, lohnt sich ein Familienbesuch dorthin. Mir gefällt die Idee, dass die Kinder mit ihrem eigenen Audioguide durch die Räume gehen und so ein tolles Burgerlebnis haben. Die Wandmalereien sind in einem oft erstaunlich guten Zustand und wirklich sehenswert.
Übernachten in Bozen mit Kindern – Stadt Hotel Città am Waltherplatz
Mitten im Herzen von Bozen liegt das Stadt Hotel Città. Die Lage des Hotels ist ideal für Ausflüge in der Stadt mit Kindern, denn so sind die Wege nicht weit. Das Merkantilmuseum ist direkt gegenüber, und sowohl zum Archäologiemuseum als auch zum Naturmuseum sind es nur ein paar Minuten zu Fuß. Als Familie mit jüngeren Kindern kannst du in einer gemeinsamen Suite übernachten, mit größeren Kindern nimmst du einfach mehrere Zimmer. Das Hotel hat einen tollen Charme, schließlich werden hier schon seit über hundert Jahren Gäste empfangen.
Die Zimmer sind nicht allzu groß, doch das ist in einem Stadthotel ja auch nicht nötig. Unser Zimmer lag zum Lichthof nach innen und war sehr ruhig. Wer mag, kann sich auch im Wellnessbereich entspannen. Hier gibt es verschiedene Saunen, einen kleinen Pool sowie Anwendungen und Massagen, die du buchen kannst. Sehr lecker im Hotel ist das Frühstück. Die Auswahl ist groß. Neben Semmeln, Brot und Croissants gibt es Südtiroler Speck, Schinken, Käse, Müslis, Joghurts, Eier, Obst und Gemüse und gleich mehrere Kuchen zur Auswahl. Ans Hotel angegliedert ist eine Konditorei, und so gibt es die guten Süßspeisen schon zum Frühstück. Begeistert hat uns vor allem der Apfelstrudel, aber auch die Sachertorte oder der Käsekuchen waren richtig gut.
Die Parkgarage Waltherplatz (nicht zu verwechseln mit dem Waltherpark) ist direkt unterhalb des Hotels, und so kannst du dort komfortabel dein Auto parken. Alternativ kann man nach Bozen aber auch sehr gut mit dem Zug anreisen (650 Meter vom Bahnhof bis zum Hotel!). Wir haben uns im Stadt Hotel Città sehr wohl gefühlt und vor allem die tolle Lage wirklich sehr geschätzt. Mitten im Stadtzentrum zu wohnen, haben wir als echten Luxus empfunden.
Unsere Einkehrtipps für Bozen
Kulinarisch liegt Bozen mitten zwischen Italienischer und Südtiroler Küche. In der Altstadt findet du Lokale für jeden Geschmack. Wir persönlich mögen die typischen Südtiroler Gerichte sehr gern, wie spezielle Knödel, Schlutzkrapfen (diese sehr leckeren Teigtaschen) oder Gröstl. Hier unsere Einkehrtipps für Bozen.
Restaurant Fink



An unserem ersten Abend ging es für uns ins Restaurant Fink (Mustergasse 9, Bozen). Das Restaurant bietet typische Südtiroler Küche und Pizzen. So ist für jeden Geschmack etwas dabei. Nach der kulinarischen Stadtführung war der Hunger nicht mehr ganz so groß, aber wenn bei mir Schlutzkrapfen auf der Speisekarte stehen, kann ich nicht widerstehen. Schlutzkrapfen bestehen aus einem dünnen Nudelteig und sind oft mit einer Spinatmischung gefüllt – es gibt auch andere Varianten. Serviert werden sie mit brauner Butter und Parmesan. Im Restaurant Fink werden sie selbst gemacht und schmecken wirklich perfekt! Papa Schmidt hatte sich auch für die Schlutzkrapfen entschieden, während der Junior mit seiner Pizza Prosciutto sehr zufrieden war. Die gemütlichen Gaststuben haben ein angenehmes Ambiente und wir haben den Abend sehr genossen.
Restaurant Vögele



Ein Haus mit uralter Tradition mitten in der Altstadt von Bozen, das ist das Restaurant Vögele (Wolfgang vo Goethe Straße 3, Bozen). Die Gaststube im Erdgeschoss hat eine wunderschöne alte Holzvertäfelung und auch in den oberen Stockwerken sitzt man sehr schön. Ein tolles Flair für ein Essen in der Altstadt. Uns hat nicht nur das Ambiente gefallen, sondern es hat uns auch richtig gut geschmeckt. Serviert wird hier Südtiroler Küche: Traditionsgerichte, die einfach gut schmecken, und neue Ideen. Neben Knödeltris, Wiener Schnitzel oder Gulasch mit Knödel gibt es auch aktuelle Tagesgerichte. Und so hat Papa Schmidt Kalbsleber nach Tiroler Art gegessen, während der Junior und ich uns für etwas „Moderneres“ – Huhn in Sesampanade mit Kartoffelspalten – entschieden hatten. Zum Nachtisch gab es dann noch ein köstliches Schokotörtchen mit hausgemachtem Karameleis!
Restaurant Anita



Sehr gemütlich sind wir im Restaurant Anita am Obstmarkt (Obstmarkt 5, Bozen) eingekehrt. Von außen hätten wir das Restaurant fast übersehen; das Haus ist eher schmal, geht aber nach hinten weiter hinein – wie so viele Häuser in Bozen. Drinnen haben wir in der holzvertäfelten Stube Platz genommen. Die Speisekarte bietet Südtiroler und italienische Küche. Wir haben uns für eine cremige Zwiebelsuppe, Paccheri (eine Nudelsorte) mit Hirschragout und Rinderfiletscheiben mit Bratkartoffeln entschieden. Alles war richtig lecker, und zum Sitzen fanden wir es sehr erholsam und gemütlich mit äußerst aufmerksamen Kellnern.
Forsterbräu



Und noch ein letzter Tipp zum Essengehen in Bozen: Diesmal ins Forsterbräu (Wolfgang von Goethe Straße 6, Bozen). Die Brauerei Forst ist die größte Brauerei in Südtirol und wird immer noch familiengeführt. Neben dem klassischen hellen Bier gibt es mittlerweile einige andere Sorten. Wir haben diesmal zu unserem Essen das unfiltrierte – also naturtrübe – Kellerbier probiert. Leicht malzig war es sehr angenehm zu trinken. Dazu gibt es hier eine gute Wirtshausküche. Ripperl, Schweinshaxen und einen Burger haben wir von der Karte bestellt. Von unserem sehr freundlichen Kellner wurden wir zügig bedient und auch das Essen kam schnell. Die Portionen waren ziemlich groß und sehr gut, und so blieb leider kein Platz mehr für einen Nachtisch. Gesessen sind wir in der großen Wirtsstube, die zum Sitzen sehr gemütlich war.
Wo gibt es das beste Eis in Bozen?
Was wäre ein Urlaub in Italien ohne ein leckeres Eis? Wir haben in Bozen zwei Eisdielen besucht und verschiedene Eissorten getestet.
Gelateria Portogallo
Die kleine Gelateria Portogallo (Museumstraße 26, Bozen) variiert jeden Tag ihre Eiscremesorten. Was es tagesaktuell gibt, kann man auf dem Schild sehen. Und dort kann man auch sehen, wie viel Frucht oder Nuss im Eis steckt. Und allein das spricht schon für sich. 50 % Himbeeren zum Beispiel im Himbeereis: Das muss doch lecker schmecken. Und so war es dann auch. Egal welche unserer Sorten wir probiert haben, der Geschmack war immer super intensiv. Wir haben uns durch Himbeere, Mandel, weiße Schokolade, Minze, Erdnuss und Zimt geschleckt. Alle Sorten waren richtig gut, und wir können dir diese Eisdiele wirklich empfehlen!
Für das Eis werden übrigens nur „echte“ Zutaten verwendet. Das heißt, es kommen richtige Nüsse und echte Früchte ins Eis und keine künstlichen Aromastoffe. Die Zutaten werden sorgfältig ausgewählt, was den Geschmack des Eises ausmacht. Pistazien, Mandeln und Haselnüsse kommen etwa aus Italien, die Vanille aus Madagaskar – die Insel ist berühmt für ihre Vanille – und der Kaffee aus Kolumbien.



Gelateria Eccetera
Eis der Extraklasse bekommst du in der Gelateria Eccetera (Weintraubengasse 23, Bozen). Diese Eisdiele ist außergewöhnlich, da sie viele Sorten glutenfreies und laktosefreies Eis sowie glutenfreie Waffeln (super knusprig!) anbietet. Und das geht nicht auf Kosten des Geschmacks. Im Gegenteil, gerade diese Eissorten sind vom Geschmack besonders intensiv. Wir haben den Inhaber Christian getroffen. Und der hat uns nicht nur ausführlich erklärt, wie er sein Eis macht, sondern wir durften auch viele Sorten probieren. Er hat uns vorab nicht verraten, welche Sorte er uns kosten lässt. Und ich habe zwar meistens schon den Grundgeschmack erraten können, doch nie hätte ich etwa gedacht, dass das Pistazieneis laktosefrei – also ohne Milch – ist.
Christian stellt sein Eis mit echter Leidenschaft her. Bei ihm kommen keine vorgefertigten Zutaten ins Eis, sondern echte Früchte, echte Nüsse, richtige Schokolade – ohne Aromen oder Zusatzstoffe. Und das schmeckt man natürlich. Er hat auch eine eigene Eissorte entwickelt, das „Cremissimo Eccetera“. Es ist einer italienischen Schichtnachspeise nachempfunden. Hier ist es super cremiges Haselnusseis mit einer selbstgemachten Schoko-Nuss-Creme. Ich persönlich kann dir keine bestimmte Eissorte empfehlen, weil einfach alle super gut waren, ob Amarena-Kirscheis (mit richtig guten Kirschen), Mangoeis, Joghurteis, das schon oben erwähnte Pistazieneis, das ebenso gute dunkle Schokoeis oder ein „normales“ Erdbeer- oder Schokoeis. Probier dich einfach durch!




Unser persönliches Fazit zum Familienurlaub Bozen
Wir waren erstaunt, was Bozen alles für Familien bietet. Als wir das letzte Mal im Süden Südtirols rund um den Montiggler See gewesen sind, sind wir an Bozen vorbei gefahren und hätten nicht gedacht, dass es so lohnend ist. Spannend und interessant fanden wir alle Ausflüge in der Stadt und der Umgebung. Unserem geschichtsinteressierten Junior haben vor allem das Merkantilmuseum und das Archäologische Museum gefallen. Das Naturmuseum mit der tollen Sonderausstellung war für uns alle sehr interessant und wir haben viel Neues erfahren. Schloss Runkelstein ist mit seinen farbenprächtigen Wandmalereien sehr besonders und anders als viele andere Burgen, die wir schon besucht haben. Gerade den Audioguide für Kinder finde ich persönlich hier sehr gut gemacht. Und der Weinwanderweg Rebe zeigt eindrucksvoll den Wein als wichtiges Kulturgut mit tollen Aussichtspunkten.
Mit viel Spaß und vielen Informationen zur Stadt war die gastronomische Stadtführung mit Oswald ein weiteres Highlight unseres Bozenbesuchs. Sehr genossen haben wir auch die kulinarischen Ausflüge in die unterschiedlichen Gasthäuser in Bozen. Überall gab es echt gute Südtiroler Gerichte und leckere hausgemachte Speisen. Das Personal war durchwegs extrem freundlich – was sonst vor allem in Deutschland nicht immer der Fall ist. Die Kombination aus mediterranem Flair und Südtiroler Lebensgefühl ist in Bozen eine einzigartige tolle Mischung, die uns richtig gut gefallen hat.
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Offenlegung: Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsamt der Stadt Bozen entstanden. Nur so konnten wir euch diesen Beitrag hier zeigen. Unsere Meinung und Erlebnisse bleiben davon unberührt.
