
Coburg mit Kindern
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Coburg mit Kindern
Eine historische Altstadt, eine riesige Veste, mehrere Schlösser und Spezialitäten wie Bratwürste und Schmätzchen: Coburg bietet überdurchschnittlich viel für einen Familienurlaub. Wir haben die Stadt erkundet, sind auf Türme gestiegen und haben Schlösser und Burgen entdeckt. Dazu gab es fränkische Spezialitäten und gemütliche Pausen in Cafés. Hier zeigen wir dir, was sich in Coburg mit Kindern besonders lohnt.
📍 Coburg mit Kindern
- Coburger Altstadt: Durch die historische Innenstadt mit Fachwerkhäusern, Renaissance- und Jugendstilbauten bummeln.
- Coburger Bratwurst: Die berühmte Bratwurst direkt auf dem Marktplatz probieren – traditionell über Kiefernzapfen gegrillt.
- Rosengarten mit Palmenhaus: Zwischen Rosen und alten Bäumen spazieren, exotische Pflanzen und Vögel im Palmenhaus entdecken und auf dem kleinen Spielplatz spielen.
- Turm der Morizkirche: 184 Stufen über eine enge Wendeltreppe hinaufsteigen und den Blick über Coburg bis in den Thüringer Wald genießen.
- Hofgarten: Durch den großen Landschaftspark von der Innenstadt hinauf zur Veste spazieren. Unterwegs warten Spielplätze, Grünflächen und das Naturkundemuseum.
- Schloss Ehrenburg: Bei einer Führung die prachtvollen Räume des ehemaligen Herzogsschlosses kennenlernen und mehr über die Familie Sachsen-Coburg und Gotha erfahren.
- Veste Coburg: Die riesige Festungsanlage oberhalb der Stadt erkunden, durch historische Räume und Wehrgänge gehen und die Aussicht genießen.
- Schloss Rosenau: Das romantische Schloss im Rödental mit seinen historischen Räumen und dem weitläufigen englischen Landschaftspark besuchen.
- Nachtwächterführung: Abends durch die Coburger Altstadt gehen und dabei Geschichten, Anekdoten und „Gschichtle“ über die Stadt hören.
- Coburger Schmätzchen: Das traditionelle Gebäck aus der Hofkonditorei Feyler probieren – eine Spezialität mit Honig, Nüssen, Mandeln, Zitrusfrüchten und Gewürzen.
- Einkehrtipps in Coburg: In der Altstadt gibt es viele Möglichkeiten für eine Pause. Im Brauhaus Stadl gibt es fränkische Küche und Coburger Bier, im Münchner Hofbräu Coburg deftige Klassiker wie Bratwürste, Sauerbraten und „Määärch“. Für ein gemütliches Frühstück oder Kaffee und Kuchen ist das Café Feiler am Theaterplatz eine gute Adresse.
- Übernachten mit Kindern: Im Boardinghaus in der Bergstraße 24 wohnt ihr in einer großzügigen, modernen Ferienwohnung mit mehreren Schlafzimmern, eigener Küche, Balkon und viel Platz. Das sanierte Haus von 1912 liegt ruhig im Coburger Villenviertel, etwa 10 bis 15 Minuten zu Fuß von der Innenstadt entfernt und direkt am Weg hinauf zur Veste.
Unser Familienurlaub in Coburg mit Kindern
Wir waren als Familie ein paar Tage in Coburg unterwegs. Die Stadt hat uns absolut positiv überrascht, denn hier gibt es viel zu sehen. Gleich mehrere Schlösser gibt es in und um die Stadt sowie eine riesige Veste. Alles sehr herrschaftlich und prunkvoll! Dazu kommt die sehr idyllische Altstadt mit den vielen alten Häusern, wo man im Familienurlaub wunderbar hindurchbummeln kann. Wir haben die Stadt bei einer informativen, aber humorvollen Nachtwächterführung näher kennengelernt. Und dann gibt es in Coburg einige Spezialitäten, die man hier probieren sollte, wie etwa die Coburger Bratwurst, die über Kiefernzapfen gebraten wird, die Coburger Kartoffelklöße, die auch Rutscher genannt werden, oder die leckeren Coburger Schmätzchen – eine traditionsreiche Keksspezialität.
Altstadt Coburg





Die Coburger Innenstadt hat eine wunderschöne Altstadt. Im 2. Weltkrieg blieb Coburg überwiegend verschont und so haben sich viele historische Häuser erhalten. In den Straßen und Gassen der Stadt sieht man dabei Fachwerkhäuser aus dem Mittelalter, Renaissance-Giebel und immer wieder mischen sich auch Jugendstilhäuser in die Straßenbilder. Besonders beeindruckend ist der große Marktplatz. Hier stehen sich zwei große Gebäude gegenüber. Eines ist das Rathaus und eines das Stadthaus. Das ließ sich ein Herzog als Gegenentwurf zum Rathaus der Bürger bauen, um seine Macht zu demonstrieren.
Dazu kommen die eher strengen Fassaden am Schlossplatz mit der neugotischen Fassade der Ehrenburg und dem klassizistischen Landestheater. Alte Stadttürme, durch die man hindurchgeht, prägen das Bild der Stadt ebenso wie die Kirchen St. Moriz und St. Augustin. So kannst du in Coburg an jeder Ecke Geschichte entdecken und erlebst eine idyllische Stadt. Die Altstadt lässt sich bequem zu Fuß erkunden. In der langen Fußgängerzone gibt es jede Menge Geschäfte, Cafés und Restaurants. Ideal für einen gemütlichen Bummel.
Die Coburger Bratwurst

Original Coburger Bratwurst am Marktplatz Coburg
Die Coburger Bratwurst gehört zu den bekanntesten Spezialitäten der Stadt. Typisch ist ihre besondere Zubereitung: Sie wird traditionell über einem offenen Feuer aus Kiefernzapfen gebraten, was ihr ein leicht rauchiges Aroma verleiht. Die Coburger Bratwurst ist nicht nur wegen ihres Geschmacks besonders, sondern auch wegen ihrer Länge. Sie soll traditionell etwa so lang sein wie der Stab des Bratwurst-Männles auf dem Coburger Rathaus – rund 31 Zentimeter. Am besten schmeckt die grobe, würzige Wurst frisch vom Rost im Brötchen.
Auf dem Marktplatz steht normalerweise jeden Tag eine Bratwurstbude. Hier kannst du die originale Coburger probieren. Verschiedene Metzger bieten die Wurst an und grillen sie vor Ort über den Kiefernzapfen auf ihrem Grill. Mit oder ohne Senf kann man die Wurst am besten gleich vor Ort schön warm essen. Wir fanden die Wurst sehr lecker. Sie schmeckt noch einmal ganz anders als etwa die Nürnberger Würstl oder die Thüringer Bratwurst.
Rosengarten Coburg mit Palmenhaus



Sehr nett fanden wir auch den Rosengarten, der südlich an das Altstadtzentrum angrenzt (hinter dem Kongresshaus). Hier wachsen nicht nur unzählige Rosen in den Beeten, sondern es gibt auch einen langen Laubengang mit Blauregen, der im Frühjahr zauberhaft blüht. Am hinteren Ende steht ein kleines Palmenhaus. Das ist tagsüber frei zugänglich. Hier wachsen exotische Pflanzen wie verschiedene Palmenarten, aber auch Kakteen und Orchideen. Zudem fliegen in den Volieren ebenfalls exotische Vögel herum. Hinter dem Palmenhaus gibt es außerdem einen kleinen Spielplatz.
Turm der Morizkirche




Coburg hat recht viele Türme, doch in die meisten kann man leider nicht rein. Wir durften auf den Turm der Morizkirche steigen. Der Aufstieg auf den Turm ist doch recht abenteuerlich. Wir steigen ja oft auf Türme, weil es immer ein gutes Abenteuer mit Kindern ist und wir die Aussicht von oben mögen. Der Turm der Morizkirche ist ziemlich eng: 184 Stufen nach oben, immer über die schmale Wendeltreppe. Doch für uns hat sich der Aufstieg definitiv gelohnt. Der Blick auf die Veste von hier „unten“ nach oben ist einmalig. Und man sieht perfekt über die Stadt.
Vom Turm aus konnten wir viel besser die enge Bebauung von Coburg sehen. Dicht an dicht stehen die alten Fachwerkhäuser beieinander. Und man sieht auch weit über die Stadt hinaus in den Thüringer Wald und den Frankenwald. Wenn du das auch machen möchtest: Melde dich bei der Touristinformation und frag nach einer Führung bzw. einem Aufstieg auf den Turm. Ein bisschen sportlich und schwindelfrei solltest du allerdings sein.
Hofgarten Coburg



Wer von der Innenstadt zur Veste Coburg hinaufspaziert, nimmt am besten den Weg durch den riesigen Hofgarten. Er ist ein englischer Landschaftsgarten, ähnlich wie der Englische Garten in München. Es gibt angelegte Wege, dazwischen aber auch viele alte, große Bäume und weite Grünflächen. Dabei steigt der Park von der Altstadt bis zur Veste hinauf immer stetig an. Wer ganz raufgeht, muss etwa 140 Höhenmeter überwinden. Aber man kann sich ja Zeit lassen. Verschiedene Stopps bieten sich im Hofgarten an.
Westlich vom Schlossplatz befindet sich der idyllische Kleine Rosengarten. Und dahinter kann man sich am großen Spielplatz so richtig austoben. Hier ist wirklich für jedes Alter etwas geboten: eine Wassermatschanlage, richtig viele Klettermöglichkeiten, Rutschen, verschiedene Schaukeln, Wippen, ein Basketballplatz und auch eine Tischtennisplatte. Zudem gibt es im Hofgarten (eher im unteren Teil) einen Bewegungsspielplatz für alle Generationen. Etwa auf der Hälfte des Weges zur Veste liegt das Naturkundemuseum. Es ist eines der größten Naturkundemuseen in Bayern und zeigt Mineralien, Fossilien, heimische Tiere und Pflanzen, exotische Tiere, Urmenschen, Völkerkunde und vieles mehr.
Schlösser und eine riesige Veste und die Familie Sachsen-Coburg und Gotha
In und rund um Coburg gibt es mehrere Schlösser und die große Veste der Stadt. Sie alle sind geprägt von der Familie Sachsen-Coburg und Gotha und ihren Vorfahren. Die Familie hat nicht nur das Herzogtum und die Stadt geprägt, sondern auch international eine große Rolle gespielt. Durch eine sehr geschickte und gewollte Heiratspolitik waren die Herzöge mit fast allen großen Königshäusern Europas verwandt.
Kaum eine Generation des europäischen Hochadels war so eng mit verschiedenen Königshäusern verbunden wie die Familie von Ernst I. Sein Bruder Leopold wurde König der Belgier, seine Schwester Viktoria die Mutter der britischen Königin Victoria, und sein Sohn Albert wurde Victorias Ehemann. Um die Familie und die Namen ein wenig überblicken zu können, gebe ich dir eine kleine Aufstellung.
| Person | Lebensdaten | Bedeutung |
| Franz Friedrich Anton ⚭ Auguste Reuß zu Ebersdorf | 1750–1806 | Vater von Ernst I., Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld |
| Ernst I. ⚭ Luise von Sachsen-Gotha-Altenburg (1. Ehe) und Marie von Württemberg (2. Ehe, kinderlos) | 1784–1844 | 1. Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha |
| Ferdinand | 1785–1851 | Begründer der Linie Sachsen-Coburg-Koháry |
| Viktoria | 1786–1861 | Mutter von Königin Victoria |
| Leopold I. | 1790–1865 | 1. König der Belgier |
| Ernst II. (1. Sohn von Ernst I. und Luise) | 1818–1893 | 2. Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha |
| Albert (2. Sohn von Ernst I. und Luise) | 1819–1861 | Prinzgemahl von Königin Victoria |
Schloss Ehrenburg


In der Altstadt von Coburg steht am Schlossplatz das Schloss Ehrenburg. Wie Schloss Rosenau wurde es von der Familie Sachsen-Coburg und Gotha bewohnt sowie von ihren Vor- und Nachfahren. Das Schloss ist durch verschiedene Baustile geprägt. Es wurde im Renaissancestil gebaut und später barockisiert. Ihr heutiges neugotisches Aussehen – das von außen an ein englisches Herrenhaus erinnert – hat ihm Herzog Ernst I. gegeben. Ihn und seine Familie haben wir im Schloss Ehrenburg bei einer Führung noch einmal näher kennengelernt sowie die prächtigen Schlossräume besichtigt.
Führung durch die Prachtzimmer des Schlosses Ehrenburg
Los ging unsere Führung im Riesensaal. Dieser prunkvolle Festsaal ist auch heute noch in seiner barocken Pracht zu sehen. Von Herzog Ernst wurden nur ein paar Kleinigkeiten verändert, wie etwa Deckenfresken übermalt. Und so erstrahlt dieser Saal mit seinen Riesenfiguren an den Wänden heute noch im alten Glanz. Der nächste Raum unserer Führung war der Familiensaal. Hier lernen wir Ernst, seine Gattin Luise, seine Kinder Ernst und Albert sowie seine Eltern und weitere Familienmitglieder näher kennen.
Für uns ging es weiter durch die wirklich prachtvollen Familien- und Empfangszimmer. Oft sind die Decken noch im barocken Stil gehalten, während die Zimmer sonst im Stil des Klassizismus und Historismus eingerichtet sind. Beeindruckend ist unter anderem der Thronsaal. Hier wird deutlich, wie gerne Ernst I. Herrscher über sein Herzogtum war. Denn normalerweise hat ein Herzog keinen Thron gebraucht. Doch er war wohl sehr seiner Macht zugetan, was sich auch sonst in den sehr aufwendig gestalteten Zimmern zeigt.


Das erste Wasserklosett auf dem europäischen Kontinent
Wir fühlten uns oft an die Pracht der Schlösser von König Ludwig II. erinnert, wie etwa an Schloss Linderhof in Oberammergau (hier unsere Eindrücke von Oberammergau mit Kindern), auch wenn der Stil natürlich ein anderer ist. Das Schlafzimmer des Herzogs wurde übrigens später von der englischen Königin Victoria bei ihren Besuchen als Schlafzimmer genutzt und entsprechend umgebaut. Eine Blümchentapete und das wahrscheinlich erste Wasserklosett auf dem europäischen Kontinent sind in diesem Zimmer eingebaut. Königin Victoria brachte diese fortschrittliche Idee von England nach Coburg.
Sehr beeindruckend ist auch das „Zweite Holzzimmer“. Ganz mit Holz ausgekleidet, wird es Zweites Holzzimmer genannt, weil das erste Holzzimmer Herzog Ernst zu verschnörkelt war. Dieses aufwendig gestaltete Zimmer kann man heute oben auf der Veste Coburg bewundern. Zum Schluss ging es noch in die Hofkirche, die in die Burg mit eingebaut ist und von außen nicht als Kirche zu erkennen ist. Obwohl barock ausgestaltet, ist die Kirche evangelisch. Die Familie des Herzogs hatte eine eigene Empore und konnte so, ohne gesehen zu werden, an den Gottesdiensten teilnehmen.
Wir fanden die Räume von Schloss Ehrenburg sehr beeindruckend. Und wenn man sich erst einmal ein wenig in die Familiengeschichte eingefunden hat, ist es auch sehr interessant, wie die Heiratspolitik damals war und wie eng die Königshäuser miteinander verwandt waren. Für Familien finden auch immer wieder eigene Führungen statt. Die „normale“ Führung dauert etwa eine Stunde (dauert also nicht ewig!) und ist somit auch für jüngere Kinder geeignet, die sich von prachtvollen Räumen beeindrucken lassen.
Veste Coburg



Schon von Weitem ist die Veste Coburg hoch über der Stadt zu sehen. Die mächtige Burganlage blickt auf eine lange Geschichte zurück und gehört zu den bedeutendsten erhaltenen Festungsanlagen Deutschlands. Ab 1838 ließ Herzog Ernst I. die Veste im Stil der deutschen Burgenromantik umgestalten. Der letzte regierende Herzog Carl Eduard ließ ab 1905 diese Umbauten wieder entfernen und versetzte sie weitgehend in den historischen Zustand. Den Fürstenbau ließ er als Wohnung für die Herzogsfamilie einrichten.
Mit Kindern durch die Veste
Heute führen die Wege durch historische Räume, über Wehrgänge und zu eindrucksvollen Ausblicken über Coburg. Durch die Veste kann man selbstständig gehen. Einen kostenlosen Audioguide kann man sich auf das Handy laden. Wir haben uns den Audioguide für Familien angehört. Die Fabelwesen Greif und Drache führen dabei durch die riesige Anlage der Veste mit ihren unzählig vielen Räumen. Da man sich nicht alles ganz genau anschauen kann, finde ich den Audioguide sehr gut, denn er stoppt an 20 Stationen und erklärt kleine Details oder bestimmte Räume genauer. Zudem gibt es zahlreiche andere Angebote für Familien, um die Veste zu entdecken: Museumsrallyes auf dem Papier, per Actionbound-App oder bei Familienführungen.
In den Räumen der Veste ist eine große Kunstsammlung untergebracht. Hier sieht man mittelalterliche Gemälde und Skulpturen; es gibt eine Glassammlung, Rüstkammern, ein Münzkabinett, Wagen, Schlitten und vieles mehr. Die Veste ist richtig groß und hat viele Räume. Die Sammlung der Gegenstände ist in den herzoglichen Räumen ausgestellt. Einige Räume sind auch eher leer, und man sieht, wie hier früher gelebt wurde. So mischt sich die Ausstellung.
Hornzimmer, Martin-Luther-Zimmer, Waffen, Rüstungen und vieles mehr

Besonders schön und beeindruckend fanden wir das sogenannte Hornzimmer. Es war ursprünglich im Schloss Ehrenburg eingebaut, wurde aber von Ernst I. in die Veste gebracht und durch ein einfacheres Holzzimmer im Schloss Ehrenburg ersetzt. Das Zimmer auf der Veste ist sehr detailreich. An den Wänden und Decken sind aufwendige Holzintarsien und Schnitzereien zu sehen; das Thema aller Darstellungen ist die Jagd. In diesem prächtigen Zimmer gibt es an allen Ecken und Enden etwas zu entdecken.
Auf der Veste zu sehen sind auch ehemalige Räume, in denen Martin Luther ein halbes Jahr gelebt und gearbeitet hat. Hier suchte er Schutz, während er gleichzeitig viele Schriften und Briefe verfasste. Ebenfalls sehr interessant ist die riesige Waffensammlung sowie die zahlreichen Rüstungen. Wusstest du, dass es eigene Rüstungen für Pferde gibt? Zu sehen sind auch einige der gruseligen Foltergeräte aus dem Mittelalter wie Daumenschrauben oder Schandmasken sowie kostbare Beute aus den Kriegen gegen die Osmanen, wie ein silbernes Zaumzeug oder ein prächtiger orientalischer Ledermantel.

Und dann gibt es noch besondere Schlitten zu sehen. Mit Märchenfiguren oder mythischen Wesen wie Einhörnern verziert, dienten sie den Herrschaften damals zu lustigen Ausfahrten. Ganz zum Schluss des Rundgangs kommt man noch zur Artillerieausstellung. Hier stehen unter anderem riesige Kanonen auf der Gedeckten Batterie – dem geschützten Bereich der Veste, von dem aus Kanonen abgefeuert werden konnten. Alles kann man sich auf der Veste an einem Tag gar nicht genau anschauen. Wir fanden daher den Rundgang mit dem Familien-Audioguide wirklich gut. So hat man immer ein wenig was erklärt bekommen und die anderen Zimmer im Vorbeigehen mit angeschaut. Für den Rundgang mit dem Audioguide braucht man etwa eineinhalb Stunden.
Schloss Rosenau




Schon seit dem Mittelalter steht es etwas außerhalb von Coburg im Ortsteil Rödental: ein Schloss bzw. wahrscheinlich damals eine Burg. Immer wieder wechselten die Besitzverhältnisse, bis Anfang des 19. Jahrhunderts Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld das Anwesen für seinen Sohn Ernst I. als Sommerresidenz erwarb. Ab 1806 ließ Herzog Ernst die Burg zum neugotischen Schloss umbauen. Auch der weitläufige Park wurde als englischer Landschaftsgarten neu gestaltet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss erst als Flüchtlingsheim genutzt und später als Altenheim. In den 1970er-Jahren erwarb es der Freistaat Bayern und renovierte sowie restaurierte es von Grund auf. Seit 1990 ist das Schloss für Besucher zugänglich, allerdings nur das Erdgeschoss und der erste Stock. Bei einer Führung bekommt man die Geschichte des Hauses und der Familie Sachsen-Coburg und Gotha erklärt und sieht die prächtigen Räume.
Führung durch das Schloss Rosenau
Auch wir haben uns das Schloss bei einer Führung angeschaut. Zuerst ging es in die Räume im Erdgeschoss. Dort gibt es zum einen den prächtigen Marmorsaal. Ganz im Sinne der Neugotik – in Anlehnung an eine märchenhafte Ritterzeit – gibt es hier Spitzbogenfenster, ein Gewölbe, das kunstvoll mit Stuckranken verziert ist, und handgeschnitzte Kronleuchter. Man kann sich gut vorstellen, wie hier prächtige Sommerfeste gefeiert wurden – wie etwa die Hochzeit von Ernst I. und seiner Gattin Luise, die mit einem Ritterturnier und einem Kostümball gefeiert wurde.
Der zweite Raum im Erdgeschoss ist die Bibliothek. Dieser Raum ist sehr besonders. Ein Teil der Decke besteht aus Zitronenholz, der Boden aus Mooreiche, und in der Mitte des Raumes steht ein Lesetisch aus Marmor – ein Geschenk des Fürsten Metternich, der ein enger Freund von Herzog Ernst war. Ritterszenen und Bilder aus Sagen sind auf Wandgemälden zu sehen, und die Bücher waren wohl hauptsächlich Sagen-, Märchen- und Rittergeschichten. Im ersten Stockwerk liegen die herzoglichen Wohn- und Gesellschaftsräume.
Die Wohn- und Gesellschaftsräume der Herzöge
Die Räume sind so gut wie möglich der damaligen Ausstattung nachempfunden worden. Dort, wo es keine Aufzeichnungen oder Bilder gab, hat man bei der Restaurierung eher etwas weggelassen, als es falsch darzustellen. Die Gesellschafts- und Privaträume sind nach Geschlechtern getrennt, wie es damals üblich war. Die Räume sind teilweise mit originalen Möbelstücken eingerichtet, und die Wände sind farbenfroh sowie kunstvoll bemalt. Dabei hat jedes Zimmer eine andere Farbe.
Hier erfahren wir auch wieder Geschichten zur Familie. Alberts Frau, Queen Victoria, war sowohl mit ihrem Mann als auch später als Witwe öfter in Coburg und auf Schloss Rosenau zu Gast und hat sich dem Ort sehr verbunden gefühlt. Uns hat das Schloss gut gefallen. Das eher kleine Schloss ist von innen und außen sehr romantisch und wir haben viel zur Familiengeschichte der Herzöge erfahren und wie sie gelebt haben. Und im riesigen englischen Park des Schlosses kann man wunderbar spazieren gehen.
Nachtwächterführung Coburg




Wer eine Stadt besser kennenlernen will, macht am besten eine Stadtführung mit. Wir konnten abends an einer Nachtwächterführung teilnehmen. Am Marktplatz vor der alten Hofapotheke war unser Treffpunkt. Der Nachtwächter kam natürlich im passenden Outfit mit Hellebarde und Nachtwächterlaterne. So hat er früher in den dunklen Gassen von Coburg seine Runden gedreht. Der eine oder andere Geselle wurde nachts schon mal mit der Laterne nach Hause begleitet und Gesindel festgenommen. Doch hoch angesehen war der Beruf des Nachtwächters eher nicht.
Herzöge, prächtige Bauten und jede Menge “Gschichtle”
Bei der Führung haben wir allerhand über die Geschichte der Stadt gehört. Natürlich sind wir wieder der Familie Sachsen-Coburg und Gotha begegnet. Denn Albert – du erinnerst dich: der Ehemann der englischen Königin Victoria – steht mitten auf dem Coburger Marktplatz. Doch die Coburger Geschichte hat natürlich nicht erst im 19. Jahrhundert begonnen. Ein wichtiger Mann für Coburg war etwa Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg, der im 16. Jahrhundert gelebt hat. Er hat aus Coburg ein selbstständiges Herzogtum gemacht und verwandelte Coburg in eine Residenzstadt mit den Bauten, die die Stadt heute noch prägen.
Er erweiterte Schloss Ehrenburg und baute das heutige Stadthaus als Gegenentwurf zum Rathaus, um seine Macht zu demonstrieren. Außerdem wurde ein prächtiges Gymnasium Casimirianum gebaut, wo man damals Theologie, Jura und Medizin studieren konnte. Heute ist es ein normales Gymnasium. Und in der Morizkirche ließ Casimir ein 13 Meter hohes Renaissance-Grabmal mit überlebensgroßen Alabasterfiguren – das sogenannte Epitaph – in Erinnerung an seine Eltern errichten. Es ist ziemlich ungewöhnlich mit den Ritterfiguren hinter dem Altar der Kirche.
Wir hörten vom Nachtwächter allerlei Geschichten und “Gschichtle” – natürlich im schönsten fränkischen Dialekt. Ob alle Geschichten wahr sind? Ich bezweifle zum Beispiel, dass Adam und Eva, die an der Morizkirche am Eingang zu sehen sind, wirklich jeweils einen Coburger Kloß in der Hand halten. Die Geschichten kommen beim Nachtwächter immer mit einem Augenzwinkern daher, und so wird die Geschichte der Stadt lustig und lebendig. Wir hatten viel Vergnügen!
Coburger Schmätzchen – eine Coburger Spezialität




Gebäck von einem echten Hoflieferanten essen? Das kannst du in der Konditorei Feyler. Die Feinbäckerei hat schon eine lange Tradition. 1892 gründete der Bäckermeister Wilhelm Feyler seine Spezial- und Feinbäckerei. Nachdem er sich einen Namen gemacht hatte, wurde er schließlich zum Hofbäcker ernannt und 1907 zum Hoflieferanten. Eine Spezialität waren schon damals die Coburger Schmätzchen. Das ist ein Teegebäck, das aus der Tradition der Lebkuchenbäckerei entstanden ist. Der Teig ist ziemlich komplex und wohl auch nicht ganz einfach herzustellen; er muss etwa viele Monate lagern, bevor er gebacken werden kann. Das Rezept ist natürlich geheim.
Im Teig verstecken sich Honig, Haselnüsse und Mandeln, Zitrusfrüchte und verschiedene Gewürze. Die Coburger Schmätzchen kann man entweder pur oder mit einem Schokoladenüberzug genießen. Bei der Schokolade kommt noch ein winziger Tupfen Blattgold obendrauf. Und dieses feine Gebäck wurde schon bei den ersten Zeppelinflügen als Teegebäck serviert. Und wie schmecken die Schmätzchen? Wir haben sie natürlich probiert. Ein wenig erinnert der Geschmack an Lebkuchen, aber dann auch wieder nicht. Das Gebäck ist nicht so intensiv würzig wie ein Lebkuchen und hat eine angenehme Konsistenz. Je nach Luftfeuchtigkeit können die Schmätzchen etwas fester oder weicher sein.
Uns hat dieses spezielle Gebäck richtig gut geschmeckt, vor allem Papa Schmidt als Lebkuchen-Fan war richtig begeistert. Wenn du in Coburg unterwegs bist: unbedingt probieren und in der Konditorei Feyler vorbeischauen! Hier gibt es auch andere sehr leckere Sachen: viele Kekse, Lebkuchen in allen Variationen – sogar Sommerlebkuchen – und viele Kuchen, Torten, Brote, Semmeln und richtig gute Croissants.
Unsere Einkehrtipps in Coburg
In Coburg findest du in den Straßen und Gassen der Altstadt zahlreiche Cafés und Restaurants. In Franken lohnt es sich, die deftige Küche auszuprobieren. Sehr speziell in Coburg werden auch die Kartoffelklöße zubereitet: etwas weicher, als man sie sonst kennt. Dazu gibt es fränkische Braten und viel Soße. Das haben wir natürlich probiert.
Gasthaus Brauhaus Stadl



Das Gasthaus Brauhaus Stadl gehört zur einzigen Brauerei in Coburg, dem Brauhaus zu Coburg. Hier werden zwei Biere gebraut: der Veste Trunk und ein Zwicklbier. Das Bier wird nach Craft-Beer-Art gebraut, und der Veste Trunk variiert auch alle paar Wochen im Geschmack – je nachdem, welche Art von Bier der Braumeister gerade macht. Das Zwickl hingegen schmeckt immer gleich. Trinken kann man die Biere nur im Brauhaus und im Brauhaus Stadl. Dort waren wir auch abends zum Essen. Deftige fränkische Küche gibt es dort. Und so stehen Coburger Bratwürste, Obazda oder ein Biersteak auf der Speisekarte.
Wir haben uns für Wiener Schnitzel, Cordon bleu, typisch fränkisches Schäufele mit original Coburger Kloß und fränkischen Sauerbraten, ebenfalls mit Coburger Kloß, entschieden. Der Coburger Kloß ist in der Konsistenz etwas anders als ein „normaler“ Kartoffelknödel, da er einen höheren Anteil an gekochten Kartoffeln hat. Er wird auch „Rutscher“ genannt, weil man ihn vorsichtig ins Wasser hineinrutschen lassen muss, da er sonst zerfällt. Aber wie auch immer: Uns hat es sehr gut geschmeckt, und leider war auch kein Platz mehr für einen Nachtisch. Sitzen kann man im Brauhaus Stadl entweder im stylischen, gemütlichen Innenraum oder draußen im Biergarten.
Münchner Hofbräu Coburg



Münchner Hofbräu-Bier und gute fränkische Küche genießen – das geht in der Gaststätte Münchner Hofbräu Coburg. In der Kleinen Johannisgasse gleich beim Theaterplatz kann man gut essen gehen. Sitzplätze gibt es entweder in der traditionellen Schwemme, in der Hofbräustube oder im Innenhof. Innen ist die Gaststätte urig und rustikal eingerichtet. Und wenn hier nicht gerade gut gegessen wird, dann kann man im Münchner Hofbräu Coburg auch oft Theaterstücke sehen. Wir haben hier gut zu Abend gegessen.
Von der Speisekarte haben wir uns für Coburger Bratwürste mit Sauerkraut, ein Cordon bleu mit Pommes, eine Riesencurrywurst (die ist wirklich riesig!) und „Määärch“ entschieden. Das ist gekochtes Rindfleisch mit Meerrettichsoße und Coburger Klößen. Da wir den ganzen Tag unterwegs waren, hat auch noch ein Nachtisch bei uns Platz gehabt: Süße Apfelküchle mit Vanilleeis und Pfannkuchen mit Kirschfüllung haben wir uns bestellt. Uns hat es hier im Münchner Hofbräu Coburg richtig gut geschmeckt. Die deftige fränkische Küche ist einfach lecker.
Frühstücken im Café Feiler am Theaterplatz



Lust auf ein leckeres Frühstück im Urlaub, wo man sich in den Tag schlemmen kann? Dann ist das Café Feiler am Theaterplatz die richtige Adresse. Hier gibt es ganz viele verschiedene Frühstücksvariationen zur Auswahl. Ob das französische Frühstück mit Croissants, der Klassiker mit Schinken, Käse, Marmelade und Honig, das bayerische mit Weißwürsteln oder das vegane mit Hummus und Sojajoghurt: Dazu kannst du dir noch ganz verschiedene Eierspeisen bestellen, wie Rührei, Omelett oder Spiegelei, sowie Joghurt- und Obstvarianten. Wenn du dann immer noch nicht DEIN Lieblingsfrühstück gefunden hast, kannst du dir einzelne Komponenten wie Wurst, Käse oder Gebäck dazubestellen oder es dir einfach ganz selbst zusammenstellen.
Wir haben leckere Varianten für uns gefunden, wie etwa das Kleine Frühstück mit Semmeln und Marmelade und dazu einen Joghurt mit Müsli und Früchten. Ich fand das Spezial Frühstück mit türkischem Käse, Feta, Tomate-Mozzarella, einem Ei im Glas, Melone und Baguette sehr gut. Und dann hatten wir noch das Lieblingsfrühstück mit Brezen, Croissant, Kräuterquark und Obstsalat. Und weil die Kuchen und Gebäckteilchen aus der Auslage so verlockend waren, gab es noch eine Residenzecke dazu – eine Nussecke aus Mürbeteig mit saftiger Nussfüllung. Das Café ist außerdem gemütlich zum Sitzen und bietet so einen tollen Start in den Urlaubstag in Coburg.
Übernachten mit Kindern in Cobug – Boardinghaus in der Bergstraße








Wo mit Kindern in Coburg übernachten? Wir persönlich finden einen Aufenthalt in einer Ferienwohnung als Familie immer sehr angenehm. Keine festen Essenszeiten, mehr Platz als im Hotelzimmer und viel Privatsphäre. Eine wirklich schöne Ferienwohnung in Coburg gibt es im Villenviertel der Stadt in der Bergstraße 24. Dort steht das Boardinghaus von der engagierten Vermieterin Barbara Weiß. Das Haus selbst ist von 1912, wurde aber aufwendig saniert und ist topmodern. Hier findet man wirklich alles, was man für einen entspannten Aufenthalt braucht. Unsere Wohnung im Obergeschoss hatte drei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, eine großzügige Küche, ein Bad und eine extra Toilette. Die Küche ist perfekt ausgestattet mit Induktionsherd, Ofen, Mikrowelle, einer großen Kühl-/Gefrierkombination und wirklich ausreichend Geschirr, Besteck und Kochutensilien. Für Kinder gibt es Hochstühle auf Anfrage.
Die ganze Wohnung ist modern eingerichtet und wir haben uns vom ersten Moment an wohlgefühlt. Gemütliche Teppiche, gedeckte Farben und dazu eine schöne Aussicht vom Balkon. In die Stadt geht man zu Fuß ca. 10 bis 15 Minuten und die Wohnung liegt auf halbem Weg hinauf zur Veste. Das Boardinghaus steht in einer Wohngegend und so ist es hier wunderbar ruhig. Beim Spaziergang in die Stadt hinunter kommt man an vielen großen, alten Villen vorbei, was wir sehr schön fanden.
–> hier der Link zu dieser Ferienwohnung.
Unser Fazit: Coburg mit Kindern
Coburg hat uns vor allem mit seiner Mischung aus Altstadt, Veste und Schlössern beeindruckt. Die riesige Veste hoch über der Stadt mit den alten Räume und den unterschiedlichen Ausstellungen erlebt man sehr gut mit Familien-Audioguide. Auch der Aufstieg auf den Turm der Morizkirche war ein kleines, aber lohnenswertes Abenteuer. Sehr gut gefallen haben uns Schloss Ehrenburg und Schloss Rosenau. Die Räume in den Schlösser sind sehr prächtig und sehenswert und die Geschichte der Familie ziemlich interessant. Der Hofgarten war perfekt für eine Pause vom Stadtbummel, der große Spielplatz bietet Abwechslung für jedes Alter.
Und natürlich gehört zu Coburg auch das Essen dazu: Coburger Bratwurst, Coburger Klöße und Schmätzchen haben wir ausgiebig probiert. Besonders die Bratwurst direkt auf dem Marktplatz und die Schmätzchen aus der Konditorei Feyler gehören für uns zu einem Coburg-Besuch einfach dazu. Für Coburg solltest du dir mindestens zwei Tag Zeit nehmen, um alle Sehenswürdigkeiten besichtigen zu können und die Stadt kennenzulernen.
Offenlegung: Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit COBURG MARKETING und deren Partnern entstanden. Nur so konnten wir euch diesen Beitrag hier zeigen. Unsere Meinung und Erlebnisse bleiben davon unberührt.
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