
Formarinsee
Darum geht es auf dieser Seite:
Der Formarinsee
Der Formarinsee ist ein wirklich toller See in den Alpen – nicht umsonst wurde er 2015 in der ORF-Sendung “9 Plätze – 9 Schätze” zum schönsten Platz Österreichs gewählt. Er liegt auf 1.793 m im Lechquellengebirge (Vorarlberg) und bietet eine Postkarten-Kulisse mit der mächtigen Roten Wand im Hintergrund.
Ein See, der jedes Jahr anders ist
Der Formarinsee ist ein echtes Naturphänomen – und jedes Jahr ein bißchen anders. Das liegt an der Schneeschmelze: Der Formainsee bildet sich jedes Jahr im Frühling neu, wenn oben in den Bergen der Schnee schmilzt. Je nach Wassermenge ist er groß oder klein: Mal ist er riesig (so um die 500 mal 400 Meter), mal ist er richtig klein. Ungewöhnlich ist der Abfluss.
Es gibt keinen Bach, der aus dem See herausfließt. Das Wasser sickert einfach durch den Boden in ein riesiges Höhlensystem. Weil der See genau auf der europäischen Wasserscheide liegt, entscheidet sich dort das Schicksal der Wassertropfen: Die einen landen irgendwann im Schwarzen Meer, die anderen in der Nordsee. Schon krass oder? – Ich wusste das vorher auch nicht.
Die Rote Wand: Ein Denkmal aus Eisen und Kalk
Die massive Wand, die hinter dem See aufragt, ist die Rote Wand. Die heißt nicht nur so, die ist auch wirklich rot, was am Eisen im Kalkstein liegt. Für Kletterer ist das ein absolutes Paradies, aber für uns „normale“ Wanderer ist sie vor allem das perfekte Motiv für ein Foto, weil sie sich so genial im See spiegelt.
Wie kommt man zum Formarinsee?
Wir wollten uns den Formarinsee unbedingt mal anschauen, aber die klassische Wanderung ab Lech am Arlberg ist schon eine Ansage. Wenn man direkt im Ortszentrum startet und über Zug bis zum See läuft, ist man gute 6 Stunden unterwegs. Auf den 15 Kilometern sammelt man zwar „nur“ knapp 500 Höhenmeter, aber die Strecke zieht sich wie Kaugummi, wenn man nur zu Fuß geht.
Da man mit dem Auto nicht zum Formarinsee fahren kann, haben wir uns nach einer Alternative umgeschaut. Zum Glück darf man einen Großteil der Strecke ganz offiziell mit dem Mountainbike fahren. Und genau das haben wir dann auch gemacht. Anstatt stundenlang zu marschieren, sind wir mit dem Mountainbike hinauf.
Verlauf der MTB Route Formarinsee am Arlberg:
Lech – Zuppertalpe – Zug – Zuger Tobel – Zuger Alpe – Markbachtobel – Abzweigung Spullersee – Formarinalpe – Formarinsee
Formarinsee mit dem Mountainbike: Ab Lech am Arlberg

Landschaftlich sehr kurzweilig und auf einer geteerten Strasse fahren wir mit den Kindern ins Quellgebiet des Lech. Auf dem Weg dorthin können wir den jungen Lech beobachten, fahren durch das kleine schmucke Örtchen Zug und vorbei an den wunderschönen Almen. Über die Zuger Alpe, das unteres Älple gelangen wir mit den Mountainbikes zur Formarinalpe und dem Formarinsee. Die Steigung ist gut auf die rund 13 Kilometer lange Strecke verteilt, bis zum Formarinsee sind es rund 450 Höhenmeter.
In Ort Lech ist die Beschilderung in den kleinen Ort Zug angeschrieben. Am besten man startet die Mountainbiketour mit Kindern bereits hier. Es lohnt sich zum einen landschaftlich, zum anderen gibt es in Lech selbst mit der Parkgarage ausreichend Parkplätze. Klar und frisch ist der Bergbach in in Lech selbst, den wir besonders aufmerksam beachten. Die 3 Kilometer bis nach Zug sind sehr leicht und gut zum Einfahren. Rund um die Dorfkirche gibt es ein paar Häuser, die meisten bieten Übernachtungsmöglichkeiten an und werden als Hotel geführt.
Hinter dem idyllischen Bergdorf Zug nimmt die Steigung zu. Bis hierher dürfen auch Autos fahren – am Ortsrand von Zug beginnt die Mautstrasse. Nun dürfen Autos nur noch nach 15.30 Uhr bis 8.00 Uhr in der Früh fahren (gegen eine Mautgebühr von 15 Euro pro Fahrzeug). So ist tagsüber nichts los, ideale Voraussetzungen zum Mountainbiken mit Kindern.


Am Lech mountainbiken mit Kindern
Hinter dem Zuger Tobel sieht man den türkisgrünen Lech talauswärts fliessen. Große Steinmandln zieren das Ufer. Als nächstes treten wir vorbei an den Almhütten der Zuger Alpe. Nochmal folgt ein schöner Blick zum Lech im Bereich Markbachtobel. Nun nimmt die Steigung nochmal zu. Durch den lichten Bergwald treten die Kinder bergauf. Vor der Abzweigung zum Spullersee sehen sie links das Waldcamp – einen kleinen Spielplatz am Bach. Wir motivieren die Kinder, erst nach oben zum Bergsee zu fahren und danach hier eine Pause bei der Abfahrt zu machen.
Im hintereren Zugertal zur Formarinalpe und dem Formarinsee
Und so treten wir im Familienurlaub Österreich das steilste Stück der Mountainbiketour hinauf zur Formarinalpe (1874 Meter). Endlich, die meisten Höhenmeter sind geschafft. Hinter der Anhöhe geht es ein Stück hinunter zum Formarinsee. Der blaue Bergsee ist ein Muß mit Kindern. Ideal für ein kleines Picknick oder einfach nur eine Pause nach der Mountainbiketour.
Wenn du oben am Formarinsee auf einem der Felsen sitzt und die Beine baumeln lässt, merkst du erst, wie still es dort oben ist. Das glitzernde Wasser und die Rote Wand sind der perfekte Ort, um nach der Biketour erst mal tief durchzuatmen.




Hier wird der Lech geboren
Interessanterweise ist genau hier auch das Quellgebiet des Lechs. Wenn du dich vom Seeufer ein kleines Stück Richtung Formarinalpe bewegst, stößt du auf den Formarinbach. Das ist einer der beiden Hauptquellbäche des Lechs. Er entspringt dort aus verschiedenen kleinen Felsspalten und Rinnsalen im Almboden.
Es ist faszinierend zu sehen, wie aus diesen unscheinbaren kleinen Wasserläufen später ein so gewaltiger Fluss wird. Erst ein paar Kilometer weiter unten im Tal trifft der Formarinbach auf den Spullerbach – und ab diesem Zusammenfluss heißt das Ganze dann ganz offiziell „Lech“.
Formarinsee: Ist diese Tour mit Kindern empfehlenswert?
Dass die Lechquelle so nah am Formarinsee liegt, macht die Gegend doppelt besuchenswert. Du hast auf der einen Seite diesen tiefblauen, stillen See, der sein Wasser geheimnisvoll unterirdisch abgibt, und nur ein paar Meter weiter sprudelt das frische Quellwasser aus dem Boden, das den weiten Weg Richtung Donau und Schwarzes Meer antritt.
Es hat sich für uns gelohnt, mit dem Mountainbike zu fahren. Zu Fuß wäre das einfach zu weit. Zufrieden mit der schönen alpinen Kulisse machen wir uns auf den Rückweg mit dem Mountainbike nach Lech. Natürlich halten wir unser Versprechen und halten beim Waldcamp an. Am Bach lieben es die Kinder einen Staudamm zu bauen und die Schaukeln zum Spielen. Es war eine wirklich tolle Tour zum Formarinsee. Die Steigung ist familienfreundlich, die Landschaft sehr eindrucksvoll und das Ziel Formarinsee empfehlenswert.
Falls dir die Tour mit dem Mountainbike oder der langen Wanderung zu anstrengend ist:
Du kommst auch ganz entspannt mit dem blauen Ortsbus hoch. Die Linie bringt dich direkt bis zur Endstation bei der Alpe Formarin. Die Fahrt führt über eine Mautstraße. Das kostet ein paar Euro extra, aber dafür sparst du dir die 15 Kilometer bergauf. Von der Alpe Formarin aus ist es dann nur noch ein Katzensprung bis zum Formarinsee. Das ist kein Wanderung, sondern eher ein schöner Spaziergang. Der Weg ist so gut ausgebaut, dass du ihn sogar mit einem geländetauglichen Kinderwagen locker schaffst.
Weiterführende Links
- unsere schönsten Ziele für Familienurlaub Österreich
- mehr Touren zum Österreich Mountainbiken mit Kindern
- hier hat es uns in Vorarlberg mit Kindern gefallen
