
Klaipėda
Darum geht es auf dieser Seite:
Klaipėda mit Kindern
Eine kleine Altstadt mit versteckten Figuren, ein Meeresmuseum mit begehbarem Unterwassertunnel und eine Burg, deren Turm erst kürzlich wieder aufgebaut wurde: Klaipėda überrascht an vielen Ecken. Die litauische Hafenstadt ist außergewöhnlich und mehr als ein kurzer Zwischenstopp auf die Kurische Nehrung. Wir zeigen dir, welche Highlights sich wirklich lohnen und warum uns Klaipėda positiv überrascht hat.
📍Klaipėda mit Kindern
- Altstadt mit Entdeckergarantie: Die überschaubare Altstadt ist im Rastermuster angelegt, mit engen Gassen und alten Häuserzeilen. Überall verstecken sich kleine Figuren wie eine Wunsch-Spitzmaus, eine Meerjungfrau oder ein Schornsteinfeger.
- Einzigartige Drehbrücke: Am Burghafen wird eine Fußgängerbrücke noch von zwei Männern per Hand gekurbelt, um Booten die Durchfahrt zu ermöglichen. Direkt daneben klettert die Skulptur des „Schwarzen Gespensts“ aus dem Wasser.
- Meeresmuseum & Delfinarium: Auf der Kurischen Nehrung wartet eine alte Festungsanlage mit interaktiven Seefahrtsausstellungen, einem Aquarium mit 24 Süß- und Salzwasserbecken, sowie einem Unterwassertunnel. Täglich gibt es im Definarium Vorführungen mit Robben und Delfinen.
- Historische Memelburg: Die alten Wehranlagen beherbergen Ausstellungen zur wechselreichen Stadtgeschichte. Der markante Burgturm wurde im Jahr 2026 neu aufgebaut und bietet eine Aussicht über die Stadt.
- Memel Automuseum: In einem umgebauten, runden Gasspeicher steigen Besucher Etage für Etage höher, um seltene Oldtimer aus den Anfängen der Autoindustrie zu bestaunen.
- Bierverkostung: Das Leičių MemelHaus braut ausschließlich für den eigenen Ausschank. Bei der Bierprobe erklärt der Brauer sein Handwerk anhand von verschiedenen Kostproben.
- Abendliche Kanutour: In der Dämmerung starten geführte Touren in handgebauten Kanus. Mit einer brennenden Fackel am Bug paddelt man an den beleuchteten Promenaden und Brücken von Klaipėda vorbei.
- Familienfreundliche Radwege: Flache, geteerte Wege führen aus der Stadt nach Norden bis zur Aussichtsplattform an der „Holländer-Mütze“ (Dutchman’s Cap) sowie zu breiten Sandstränden und Spielplätzen am Odesa-Weg.
- Kulinarische Entdeckungen: Traditionelle Gerichte wie kalte Rote-Bete-Suppe, deftige Zeppelini (gefüllte Kartoffelknödel) oder frittierte Quarkbällchen stehen in gemütlichen Altstadtlokalen auf der Speisekarte. Gehobene maritime Küche wird auf dem alten Segelschulschiff Meridianas serviert.
- Übernachten: Das Hotel Old Mill Comfort liegt direkt am Burghafen. Es bietet moderne Familienappartements, ein abwechslungsreiches Frühstücksbuffet und kurze Wege zur Innenstadt.
Unsere Erlebnisse in Klaipėda
Klaipėda (früher: Memel) ist die größte Stadt an der litauischen Küste und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Hier treffen die Fähren aus Kiel ein, Kreuzfahrtschiffe legen an, Züge halten am großen Bahnhof und von hier aus kommt man (mit einer kurzen Überfahrt) auf die Kurische Nehrung. Doch es lohnt sich auch, die Stadt selbst zu besuchen. Die Altstadt ist nicht allzu groß und so kann man sie gut zu Fuß entdecken. Wie viele Städte und Regionen in Litauen ist auch Klaipėda im stetigen Wandel. Es entstehen ganz neue Viertel, alte Häuserzeilen werden renoviert und historische Sehenswürdigkeiten werden wieder neu aufgebaut. Wir waren ein paar Tage in Klaipėda unterwegs, haben coole Museen entdeckt und spannende Ecken in der Stadt gefunden. Hier habe ich dir alle unsere Erlebnisse und Sehenswürdigkeiten in Klaipėda die Karte eingetragen:
Führung durch die Altstadt von Klaipėda
Wir haben eine Führung durch die nette kleine Altstadt bekommen. Bevor wir losgegangen sind, gab es für uns eine kleine sehr spannende Einführung in die Geschichte der Stadt:
Geschichte von Klaipėda (Memel)
Der Deutsche Orden hatte schon früh (im Mittelalter) viele Teile Polens und einen kleinen Teil des heutigen Litauens erobert, was schließlich alles zu Preußen wurde. Nach dem 1. Weltkrieg, 1920 wurde das sogenannte Memelland dann unter französische Verwaltung gestellt. 1923 kam es zu Litauen, das zum ersten Mal unabhängig war. Leider nicht sehr lange. 1939 kam das Memelland wieder zu Deutschland und 1944 eroberten es die Russen. Bis 1990 war ganz Litauen Teil der Sowjetunion. Seitdem ist Litauen ein unabhängiger Staat.
Burg Klaipėda
Dann ging es los an der Burg von Klaipėda, von der heute allerdings nicht mehr viel zu sehen ist. Einzig die alten Wälle sind zu erkennen und ein Turm. Doch der Turm ist nicht alt, sondern eine Rekonstruktion. Erst in diesem Jahr wurde er eingeweiht. Der Rest der Burg soll nach den Plänen der Stadt ebenfalls wieder aufgebaut werden, damit die Burg im alten Glanz erstrahlt und wieder das Wahrzeichen der Stadt wird. Die Ausstellungen in den alten Wehranlagen der Burg haben wir uns später noch extra angeschaut.
Burghafen Klaipėda mit besonderer Brücke



Zwischen der Burg und dem Fluss Danė gibt es einen kleinen Hafen für Privatboote. Hier gibt es eine sehr interessante Brücke. Zu bestimmten Zeiten am Tag können die Boote aus dem Hafen fahren und dafür muss die Brücke geöffnet werden. Dazu kurbeln zwei Männer die Brücke per Hand auf. Die ganze Brücke dreht sich auf einmal um 90 Grad, um die Boote herauszulassen. An der Brückenmauer klettert ein “Schwarzes Gespenst”, das sich an der Kaimauer nach oben zieht. Um das Gespenst ragen sich natürlich jede Menge Geschichten. Ein Nachtwächter erzählte seinen Kollegegen eines Tages von dem Gespenst mit dem er in der Nacht gesprochen und das ihn vor Gefahren für die Stadt gewarnt hatte. Doch niemandem wollte ihm glauben und er wurde für betrunken erklärt.
Meerjungfrau, Minensucherboot und Prachtstraßen



Für uns ging es weiter durch die Altstadt an der Danė entlang. Überall gibt es kleine, nette Geschichten zu hören. So sitzt etwa unter der Brücke eine kleine Meerjungfrau. Der Schwanz der Meerjungfrau ist mit den alten litauischen Geldstücken – den Litas – geschmückt. Und reibt man die Natter an der Hand der Meerjungfrau, so sollen Wünsche in Erfüllung gehen.
Wir sind weiter zur Liepų-Straße gegangen, sie ist eine der Prachtstraßen in Klaipėda. Hier stehen einige sehr schöne alte Gebäude. Klaipėda war mal eine wichtige Handelsstadt und hatte viele Verbindungen nach England. Deshalb gibt es hier auch englische Einflüsse. Besonders sehenswert in der Straße ist das alte Hauptpostamt aus rotem Backstein. Hinter dem Postamt ging es für uns zurück zum Fluss. In der Danė liegen zwei auffällig große Schiffe. Einmal ein altes Minensucherschiff, das heute ein Museum ist, und dann ein altes Segelschulschiff, das jetzt ein Restaurant beherbergt.
Altstadt Klaipėda mit vielen Skulpturen




Wieder in der Altstadt mit den engen Gassen sind wir an die Stelle gekommen, wo früher die große lutherische Johanniskirche stand. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Heute gibt es Pläne, zumindest den großen Turm der Kirche wieder aufzubauen. Wir sind weiter durch die Gassen spaziert. Die alten Häuser sind oft schön erhalten mit ihren aufwendigen Fassaden und stehen dicht an dicht. Hier gibt es bei genauerem Hinsehen immer wieder spannende Ecken oder Skulpturen zu entdecken.
An einem Platz hat ein Künstler einen eisernen Turm aufgestellt, aus dem ein Rapunzel herausschaut. Es gibt einen Geldtopf an einer Straßenecke, einen Schornsteinfeger auf einem Dach und wir haben eine kleine Katzenfigur mit englischem Schnurrbart entdeckt. Außerdem sind wir an einer Spitzmaus vorbeigekommen – sie erfüllt Wünsche, wenn man an ihrer Nase reibt. Am Theaterplatz steht ein Brunnen mit der Figur des Ännchen von Tharau, das aus einem Gedicht des bekannten deutschen Dichters stammt. Mehr zu den Skulpturen (inkl. einem Plan, wo sie in Klaipėda zu finden sind) gibt es unter diesem Link: klaipedatravel.lt/de.
Wir fanden unsere Führung sehr interessant. Denn so haben wir die Stadt mit ganz anderen Augen kennengelernt, als wenn wir nur so hindurchspaziert wären. Mit den vielen Geschichten wurde die Stadt für uns lebendig.
Litauisches Meeresmuseum in Klaipėda
Das Meeresmuseum in Klaipėda liegt auf der Nordspitze der Kurischen Nehrung. Das heißt, dass man mit der kleinen Personenfähre hinüberfahren muss. Vom andereen Ufer fahren ganz bequem kleine Bummelzüge zum Museum. Das Museum selbst ist mehr als ein typisches Aquarium. Das Gelände des Museums befindet sich auf einer alten Festungsanlage.
Maritimmuseum



In den alten Wehranlagen gibt es Ausstellungen über die Schifffahrt. In den ehemaligen Kasematten – den unterirdischen Gängen in den Wehrmauern – werden verschiedene Themen behandelt. Zum Beispiel über die Geschichte der Seefahrt in Litauen oder aber über Seenotkatastrophen. Diese Ausstellungen sind sehr gut gestaltet und gerade für Kinder extrem ansprechend gemacht. Überall gibt es interaktive Stationen, wo man etwas ausprobieren oder entdecken kann. Insgesamt gibt es fünf Ausstellungen zur Seefahrt. Wir haben zum Beispiel erfahren, dass die Schifffahrt des alten Kurenvolkes der der Wikinger recht ähnlich war. Und wie haben gesehen, wie sich die Schifffahrt über die Jahrhunderte weiterentwickelt hat.
In der Abteilung zur Seenot gibt es eine Challenge: Wer kann in 15 Sekunden eine Rettungsweste anlegen? Von uns hat es keiner so schnell geschafft. Und wir konnten leibhaftig erfahren, wie es sich bei heftigem Seegang anfühlt, auf einem Schiff zu stehen. Wir haben mehr über die größten Schiffsunglücke erfahren und konnten bei einem Spiel überlegen, welche Dinge wir auf ein Rettungsboot mitnehmen würden. Treffen wir die richtige Wahl? Wie groß sind unsere Überlebenschancen mit den von uns gewählten Sachen? Wir hätten uns noch wesentlich länger hier aufhalten können, weil es wirklich überall spannende Sachen zu entdecken gibt. Aber wir wollten ja auch noch ins Aquarium.
Aquarium im Meeresmuseum




Das Aquarium ist im Zentrum der alten Festung untergebracht. Den Mittelpunkt bildet ein großes rundes Becken. Dort wohnen die riesigen, urtümlichen Störe. Im Untergeschoss kann man die Störe in einem gläsernen Tunnel betrachten. Wenn die großen Tiere um einen herumschwimmen, fühlt sich das schon sehr besonders an. Beim Rundgang durch das Aquarium kann man nicht nur Fische der Ostsee sehen, sondern auch Süßwasserfische, Fische und Lebewesen aus der Nordsee und tropische Fische. Diese sind mit ihren bunten Farben und abwechslungsreichen Mustern besonders schön. Sehr schön sind auch die angelegten kleinen Korallenriffe. Diese Lebewesen sind einzigartig. Die Nesseltiere leben als kleine Polypen in riesigen Kolonien zusammen und bilden so das, was wir als Koralle sehen. Bunt und in jeder Art verschieden. Hier kann man sich die Zeit nehmen, sie in aller Ruhe anzuschauen.
Delfinarium



In einem extra Gebäude befindet sich das Delfinarium. Täglich gibt es mehrere Vorführungen. Die Delfine und Seelöwen zeigen, wie verspielt sie sind und wie sie in der Gruppe untereinander agieren. Die Trainerinnen haben uns gezeigt, was die Tiere alles können. Nebenbei erfährt man viel über den Lebensraum der Tiere und warum es wichtig ist, sie zu schützen. Sehr beeindruckend!
Auf dem Museumsgelände gibt es außerdem eine Rettungsstation für gestrandete und verletzte Tiere, vor allem für Robben aus der Ostsee. Und wenn man wieder Richtung Fähre spaziert, kommt man noch an einem alten Fischerhaus vorbei, das man anschauen kann, und an alten Fischerbooten. Alles in allem sehr abwechslungsreich, und man sollte auf jeden Fall genug Zeit mitbringen.
Memelburg Klaipėda
Von der alten Memelburg in Klaipėda sind im Original nur noch die alten Wehranlagen erhalten geblieben. Die Litauer wollen die damals wichtige Grenzanlage wieder neu aufbauen und es wurde jahrelang darüber beraten. Letztlich wurde beschlossen, den größten Turm der Burg komplett neu zu bauen – so wie er früher ausgeschaut haben muss. 2026 wurde er eröffnet, nur wenige Wochen vor unserem Besuch. In den nächsten Jahren soll auch der Rest der Memelburg neu gebaut werden. In den Wehrmauern befinden sich heute fünf Ausstellungsräume.
Der Turm der Memelburg



Wir haben bei einer Führung als Erstes den Turm besichtigt. Im Inneren ist der Turm ziemlich leer. Noch wurde nicht entschieden, was in den Räumen genau gezeigt werden soll. Es finden aber immer wieder Veranstaltungen und Konzerte in dem einzigartigen Gebäude statt. Und man kann bis ganz hinaufgehen (oder mit dem Aufzug fahren) und die Aussicht auf die Stadt genießen.
Ausstellung in der Memelburg



In den Ausstellungsräumen geht es um die wechselvolle Geschichte Klaipėdas. Hier kann man erfahren, wie die Leute etwa im Mittelalter gelebt haben, wie sie Handel getrieben haben und warum Klaipėda so eine lange preußische Geschichte hat. Vieles in der Ausstellung lädt interaktiv zum Entdecken ein. In einem anderen Teil der Wehranlagen haben wir gesehen, wie es in Klaipėda war, als die Sowjets im Land das Sagen hatten – für die Menschen hier eine bittere Geschichte. Und im nächsten Teil ging es noch ein Stück zurück, in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Tatsächlich sind vor dem Sturm der Sowjets auf die Stadt nur sechs Menschen zurückgeblieben. Alle anderen sind geflohen, da die meisten deutsch oder deutschstämmig waren. Eine finstere Zeit, die hier sehr gut emotional dargestellt wird. Auch in diesem Museum lohnt es sich etwas mehr Zeit mitzubringen. Du kannst hier locker 3 – 4 Stunden verbringen, wenn du dir alles anschauen willst.
Bierverkostung in der Brauerei Leičių MemelHaus




Unser nächster Stopp in Klaipėda war die Leičių Memelhaus-Brauerei. Diese Brauerei ist sehr besonders. Hier wird nicht für den Verkauf produziert, sondern nur für hauseigene Verkostungen. Die Verkostungen muss man vorab buchen und bekommt dann exklusiv sechs verschiedene Biere vorgestellt. Dazu gibt es kleine Snacks. Uns wurde bei der Verkostung genau erklärt, wie hier Bier gebraut wird – ausschließlich aus Hopfen, Malz und Wasser. Und wie kann man dann so viele verschiedene Sorten herstellen?
Je nachdem, wie viel Malz oder Hopfen man nimmt und welche Sorten, kann der Geschmack extrem variieren. Und dann kann man auch noch beim Brauen selbst verschiedene Methoden anwenden, wie etwa Fermentierung. Wir haben ein leichtes Sommerbier gekostet, ein Weißbier, ein Märzen, ein Bockbier, ein Bier Kölscher Art und ein ganz dunkles Bier. Jeder von uns hatte am Ende einen anderen Favoriten. Es hat viel Spaß gemacht, dem leidenschaftlichen Brauer zuzuhören, wie er über sein Bier redet, und natürlich alles zu probieren.
Memel Automuseum




Ein wirklich einzigartiges Museum ist das Memel Automuseum. Es ist in einem alten, runden Gasspeicher untergebracht. Schon am Eingang bekamen wir eine tolle Begrüßung: Unsere Eintrittskarten wurden in einem antiquen Stempelautomaten gestempelt. Anschließend gab es für jeden von uns einen Audioguide (auf Deutsch). Damit ging es zuerst ins Untergeschoss des Gasspeichers. Hier wurde uns erklärt, wie Gas aus Kohle gewonnen wurde und damit etwa die ersten Gaslaternen betrieben werden konnten. Nun hieß es für uns, wieder Stück für Stück nach oben zu steigen.
In dem Gasspeicher wurden halbe Stockwerke eingerichtet, und hier gibt es überall sehr besondere Autos zu bestaunen. Die meisten sind von Anfang des 20. Jahrhunderts, aus den Anfängen der Autoindustrie. Viele von den hier ausgestellten Autos sind Einzelstücke oder sehr seltene Exemplare. Es gibt etwa einen Ford aus der ersten Produktionsserie oder einen der ersten Cadillacs. In einen der Oldtimer darf man sogar einsteigen, was sonst in solchen Museen nicht möglich ist.
Im Audioguide wird immer zuerst Allgemeines zu dem jeweiligen Auto erzählt und dann kommen die technischen Details. So kann man einfach reinhören, was einen am Auto interessiert. Insgesamt ist das Museum toll eingerichtet. Überall stehen alte Möbel und andere Antiquitäten, so herrscht eine besondere Atmosphäre. Uns hat dieses Museum sehr gut gefallen.
Abendliche Kanufahrt auf dem Danė -Fluss durch Klaipėda




Ein echtes Highlight in Klaipėda war die abendliche Kanufahrt. Los ging es erst um 22:00 Uhr zur Dämmerung (je nach Jahreszeit verschieben sich die Startzeiten). Nachdem wir die Schwimmwesten angezogen hatten, bekamen wir eine Einweisung zum Kanufahren. Gefahren wird in den selbstgebauten Kanus des Guides. Beim Kanufahren haben der Vorder- und der Hintermann verschiedene Aufgaben. Während der Vordermann nur paddelt, muss der Hintermann auch steuern. Bei drei Leuten, wie bei uns, paddelt auch der Mittelmann. Los ging es auf einer kleinen Teststrecke. Am Anfang hatten wir etwas Schwierigkeiten, uns zu koordinieren, und ich als Steuerfrau musste mich erst in meine Aufgabe einfinden. Doch nach ein paar Tipps vom Guide ging es recht gut.
Dann startete die eigentliche Fahrt über den Fluss. Vorne an unserem Kanu war eine Fackel angebracht. Das schaut einfach super schön aus, wenn die beleuchteten Kanus der Gruppe gemeinsam über den nächtlichen Fluss fahren. Klaipėda bei Nacht hat eine besondere Atmosphäre. Viele Bars und Restaurants haben Lichterketten und auch die Brücken haben eine nächtliche, bunte Beleuchtung. Gemächlich sind wir so etwa eineinhalb Stunden auf dem Fluss gefahren. Diese Erfahrung werden wir sicher so schnell nicht mehr vergessen. (Buchen kann man die Touren bei wetwaim.com)
Radtour Klaipėda







An unserem letzten Tag haben wir uns in Klaipėda Räder ausgeliehen. Von Klaipėda aus kann man entweder gut auf die Kurische Nehrung fahren und dort die gut ausgebauten Radwege nutzen oder man fährt von der Stadt aus Richtung Norden. Dort gibt es ebenfalls eine schöne Küste. In der Stadt gibt es oft Radwege oder man kann die Busspuren nutzen. Außerhalb der Stadt beginnen gut ausgebaute Radwege, die überwiegend geteert und sehr flach sind oder man fährt auf wenig befahrenen Nebenstraßen – perfekt mit Kindern.
Wir haben die Küste nördlich vom Stadtzentrum erkundet. Nach der Ausfahrt vom Haff zur Ostsee gibt es wunderschöne Sandstrände mit einer Dünenlandschaft. Startpunkt ist eine Promenade aus Holz, der sogenannte Odesa-Weg. Auf der Promenade selbst darf man nicht mit den Rädern fahren. Wir haben das Stück geschoben. Es lohnt sich. Hinter der Dünen liegen einige Spielplätze und auf der anderen Seite erstrecken sich die langen Sandstrände. Hier gibt es an einigen Orten auch noch alte Bunkeranlagen.
Anschließend ging es für uns zurück in die Stadt, dort sind wir zum Hafen der Stadt gefahren, wo unter anderen auch die Kreuzfahrtschiffe anlegen. Der weite offene Platz, wieder einer netten Skulputur – diesmal ein winkendes Kind – ist sehr gut zum Schiffe schauen. Mit Rädern kommt man in Klaipėda gut voran, auch wenn man in der Innenstatdt mit Kindern natürlich aufpassen muss.
Lohnende Restaurants in Klaipėda
In Klaipėda gibt es zahlreiche Restaurants und Lokale. Wir haben in einigen davon die litauische Küche probieren können. Die einheimischen Spezilitäten haben uns immer gut geschmeckt.
Etno Dvaras
Das Etno Dvaras ist bekannt für seine litauischen Gerichte. Wir waren in dem gemütlichen Lokal zum Abendessen und haben einige der typischen Gerichte serviert bekommen. Als Vorspeise wurde uns die kalte Rote-Bete-Suppe serviert, eine Suppe aus Kefir, Rote-Bete-Streifen, Gurkenstreifen, Dill und einem Stück gekochtem Ei, die mit Kartoffeln serviert wird. Anschließend gab es eine Auswahl an warmen Gerichten wie Zeppelini – ein länglich geformter Kartoffelknödel mit Fleischfüllung –, Kartoffelknödel mit Käsefüllung, Kartoffelpuffer, Blutwurst, Hering, typischer litauischer Käse mit Kümmel und Sauerrahmbutter ebenfalls mit Kümmel. Als Nachtisch hatten wir schließlich noch warme, frittierte Quarkbällchen. Das Essen war sehr lecker und gut zubereitet.



Senoji Hansa
Das Senoji Hansa ist ein gemütliches und unkompliziertes Restaurant in der Altstadt, wo neben litauischer Küche etwa auch Burger serviert werden. Hier haben wir mittags gemütlich auf der überdachten und windgeschützten Terrasse gesessen. Wir haben uns für Hering mit Kartoffeln, Pfannkuchen mit Käse, Speck und Pilzsoße und einen Burger entschieden. Alles sehr gut zubereitet und schnell serviert.



Meridianas
Das Meridianas ist ein einzigartiges Restaurant. In dem alten Segelschulschiff gibt es ein Restaurant mit gehobener Küche. Das Restaurant befindet sich im Bauch des Schiffes, oben gibt es eine Bar. Das Restaurant ist maritim eingerichtet und somit besonders zum Sitzen. Bei unserem Menü gab es vorab eine Suppe: Meeresfrüchtesuppe bzw. eine kalte Rote-Bete-Suppe. Als Hauptgang hatten wir Huhn in einer Panade, mit einebackenen Kirschen und Kartoffelpüree mit Trüffel. Die Lammkeule gab es ebenfalls mit Kartoffelpüree und wir hatten noch Thunfischsteak mit Kartoffeln. Uns hat es gut geschmeckt, die Portionen waren großzügig und das Ambiente sehr besonders.
Übernachten in Klaipėda mit Kindern: Old Mill Comfort

Das Hotel Old Mill Comfort ist ein sehr zentral gelegenes Hotel am Burghafen in Klaipėda. Das komfortable Hotel bietet sehr schön ausgestattete Zimmer und Familienappartements. In der modernen Einrichtung mit den gedeckten Farben haben wir uns sehr wohlgefühlt. Im Hotel gibt es Frühstück am Buffet. Hier findet man eine schöne Auswahl an Broten und Semmeln, Eierspeisen, gefüllten Pfannkuchen oder süßen Teilchen. Marmeladen, Honig, verschiedene Wurst- und Käsesorten sowie Fisch runden das Buffet ab. In wenigen Minuten bist du zu Fuß vom Hotel in der Innenstadt oder am alten Fährhafen, von dem man mit der Fähre zum Meeresmuseum auf die Kurische Nehrung fahren kann. Das Personal war bei unserem Aufenthalt sehr freundlich und hilfsbereit.
Fazit Klaipėda mit Kindern
Auf den ersten Blick wirkt Klaipėda eher überschaubar, doch hinter den Fassaden gibt es erstaunlich viel zu sehen. Zwischen historischen Häuserzeilen, Hafenanlagen und modernen Stadtvierteln verändert sich die Stadt. Das ist interessant zu sehen. Besonders beeindruckt haben uns die sehr unterschiedlichen Museen – vom interaktiven Meeresmuseum über die Memelburg bis zum außergewöhnlichen Automuseum im alten Gasspeicher. Für Kinder wird die Altstadt durch die vielen versteckten Skulpturen und ihre Geschichten zu einer tollen Entdeckungstour. Genau diese Vielfalt macht Klaipėda zu einem wunderbaren Reiseziel für Familien – und das hat uns sehr positiv überrascht. Es lohnt sich nicht nur einen Zwischenstopp hier zu machen, sondern ein paar Tage zu bleiben – sonst kannst du gar nicht alles sehen.
Wenn du hier deinen Urlaub verbringen möchtest, findest du auf der offiziellen Webseite der Tourismusregion alle weiteren Informationen:
–> Visit Klaipėda
Offenlegung: Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Klaipėda Tourismusinformationszentrum entstanden. Nur so konnten wir euch diesen Beitrag hier zeigen. Unsere Meinung und Erlebnisse bleiben davon unberührt.
Weiterführende Tipps
Wir haben noch andere Orte und Regionen in Litauen besucht. Es war eine sehr spannende Reise mit vielen unglaublich tollen Begengungen, netten Menschen, spannender Kultur und wunderschönen Landschaften. Wenn es dich interessiert, dann lies doch einfach folgende Beiträge:
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