Šilutė

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Šilutė mit Kindern

Eine riesige Vogelstation, eine Moorlandschaften mit Seen, historische Städte und das Kurische Haff: Die Region Šilutė bietet überraschend viel Abwechslung auf engem Raum. Während unseres Familienurlaubs in Litauen haben wir einige der schönsten Orte besucht und besondere Einblicke in die Region erhalten.

📍Šilutė mit Kindern

  • Naturparadies am Kurisches Haff: Die Region beherbergt über 300 Vogelarten. Besonders im Frühjahr verändern große Überschwemmungen die Landschaft komplett.
  • Kap Ventė: Eine der größten Vogelstationen Europas und ein historischer, 11 Meter hoher Leuchtturm, der einen tollen Rundumblick bietet.
  • Familienspaß mit Monteball: In der Anlage Ventainė wird eine Mischung aus Fußball und Golf gespielt.
  • Restaurant Ventainė: Restaurant mit perfektem Blick auf das Haff. Neben Fleischgerichten wie Ente oder Rinderstelzen gibt es hier außergewöhnliche, hausgemachte Limonaden.
  • Lehrpfad Hochmoor Aukštumala: Ein 1,2 Kilometer langer Wanderweg führt über hölzerne Stege tief in eines der größten Hochmoore Litauens.
  • Stadtentdeckung Šilutė: Die ehemalige ostpreußische Stadt lässt sich über die „Kleinen Geheimnisse“ spielerisch erkunden. Sehenswert sind außerdem die lutherische Kirche mit einem einmaligen Fresko und die 500 Meter lange Kunstmauer „Šilutė Wall“.
  • Bierverkostung im Lokal Juodasis Briedis: Wunderschönes Lokal im Stil der letzten Jahrhundertwende, wo man verschiedene Craftbeersorten verkosten kann.
  • Flussinsel Rusnė: Die größte Insel Litauens liegt direkt an der Grenze zu Kaliningrad im Memeldelta. Sie besticht durch bunte, alte Fischerhäuser und die langen Deichanlagen, die die Stadt vor Hochwasser schützen.
  • Unterkunft: Das zentrale Hotel Gilija in Šilutė bietet familienfreundliche, große Zimmer mit Pool und Sauna.

Unsere Erlebnisse in der Region Šilutė

Die Region Šilutė am Kurischen Haff ist ein perfektes Ziel für Familien, die sich für die Natur begeistern und sich für interessante Städte interessieren. Man kann an vielen Stellen sehr gut mit dem Rad fahren, Kanutouren machen oder kleine Wanderungen, etwa ins Hochmoor. Jeden Frühling gibt es große Überschwemmungen in der Region. Dann verändern sich große Landstriche total. Teilweise kann man dann sogar mit dem Kanu durch die Überschwemmungsgebiete fahren. Im Sommer bieten sich die vielen Flüsse für Kanu- oder Kajaktouren an. In diesen geschützten Landschaften leben über 300 Vogelarten, viele davon auf der Roten Liste.

Spannende Städte sind unter anderem Kintai, wo jedes Jahr ein großes Musikfestival für moderne Musik stattfindet. Šilutė ist die Hauptstadt der Region und Rusnė liegt auf der größten Insel Litauens im Memeldelta. Ich zeige dir, was wir hier alles erlebt haben. Unsere Erlebnisse und Sehenswürdigkeiten habe ich dir – für einen besseren Überblick – in die Karte eingetragen:

Kap Ventė – Vogelstation und Leuchtturm

Das Kap Ventė (der ehemalige deutsche Name ist Windenburger Eck) ist ein kleines Kap am Kurischen Haff. Es ist berühmt für seine ornithologische Station. Die Landzunge liegt auf einer wichtigen Flugroute für viele Vögel und so ist hier ein perfekter Platz, um sie einzufangen, sie zu beringen, zu untersuchen und sie anschließend wieder auf ihre Weiterreise zu schicken. Am meisten werden Stare eingefangen, aber auch viele andere Vögel, Fledermäuse, Libellen und auch Säugetiere wie Marder oder Iltisse. An „guten“ Tagen im Frühling und im Herbst – wenn die Zugvögel unterwegs sind – werden bis zu 7.000 Vögel am Tag gefangen und beringt. Es ist eine der größten Stationen dieser Art in Europa.

Am Cap Vente ist seit 1929 eine Beringungsstation für Vögel - eine der Ältesten in Europa
Am Cap Vente ist seit 1929 eine Beringungsstation für Vögel – eine der Ältesten in Europa

Wir durften zuschauen, wie die Vögel beringt werden. Das geht so schnell, dass wir es gar nicht wirklich sehen konnten. Behutsam und schnell bekommen die Vögel den Ring über das Bein geschoben und festgemacht. Anschließend durften wir die Vögel selbst wieder in die Freiheit entlassen. Das Beringen wird gemacht, um zu sehen, wohin die Vögel fliegen, wie ihre Flugrouten sind und was sich eventuell verändert. Die Erklärungen zu den Vögeln waren sehr interessant. Für die Einführungen muss man vorab bei der Vogelstation oder beim Tourismusbüro einen Termin ausmachen, da die Termine dafür sehr beliebt sind.

Am Kap Ventė gibt es außerdem noch einen kleinen historischen Leuchtturm. Er ist heutzutage nicht mehr in Betrieb. Der Leuchtturm ist zwar nur 11 Meter hoch, aber es ist trotzdem sehr lohnenswert, dort hochzusteigen. Man hat von oben einen guten Blick auf die Vogelstation und vor allem auf das Kurische Haff. Wer will, kann sich auch noch das kleine Museum am Kap Ventė anschauen. Dort erfährt man noch mehr über die verschiedenen Vögel.

Der Leutturm am Cap Vente ist eine Sehenswürdigkeit
Der Leutturm am Cap Vente ist eine Sehenswürdigkeit – du kannst über die historischen Treppen bis nach ganz oben
Ein kurzer Spazierung vom Leuchtturm in Cap Vente  entlang der Mole lohnt sich
Ein kurzer Spazierung vom Leuchtturm in Cap Vente entlang der Mole lohnt sich

Monteball-Spiel

Kurz vor dem Kap Ventė gibt es den Campingplatz Ventainė. Hier kann man direkt am Kurischen Haff übernachten: im Hotel, mit dem Camper/Zelt oder in kleinen Hütten. Die Lage mit dem Blick auf das Haff ist wunderschön. In den Sommermonaten fährt von hier aus auch eine Personenfähre hinüber auf die Kurische Nehrung. Oder man kommt einfach her, wenn man Lust auf etwas Spaß hat. Denn hier kann man die Funsportart Monteball ausprobieren. Monteball ist eine litauische Erfindung. Hier wird Fußball mit Golf kombiniert. Gespielt wird auf einem riesigen Parcours, das Gelände ist mehrere Hektar groß. Im Rasen muss man den Fußball wie beim Golf von Loch zu Loch schießen. Wenn man mit dem Fußball gut umgehen kann, ist es natürlich etwas leichter.

Wir sind keine Profis und unser Ball flog oft nicht dorthin, wo er hin sollte. Beim Spiel ist es aber nicht erlaubt, den Ball aufzuheben und von einem besseren Platz wieder von vorne anzufangen. Nein, man schießt immer genau von dort weiter, wo der Ball liegt. Schimpfwörter zu gebrauchen ist beim Spiel übrigens auch nicht erlaubt. Und so geht es wirklich darum, gemeinsam Spaß zu haben. Gespielt werden kann in Mannschaften oder auch einzeln gegeneinander. Da das Feld sehr groß ist (die ganze Runde ist ca. 2 Kilometer), kann ein Spiel auch über mehrere Stunden gehen. Oder man macht sich einfach eine Anzahl an Löchern aus, die man spielt, ganz nach Lust und Laune. Ein kurzweiliger Spaß für Familien, da hier Groß und Klein sehr gut gemeinsam spielen können.

Monteball spielen in Ventainė - unser Sieger
Monteball spielen in Ventainė – unser Sieger

Essenstipp: Ventainė Restaurant
Wer nach dem Monteball-Spielen Hunger hat, für den lohnt sich ein Stopp im Restaurant Ventainė. Der Blick von der Restaurantterrasse auf das Haff ist perfekt. Wir konnten in der Vorsaison von der Tageskarte wählen und haben uns für Rinderstelzen, Ente und Schweinekotelett entschieden. Zum Trinken gab es unter anderem selbstgemachte Rosenlimonade oder Cannabislimonade. Sehr außergewöhnlich, aber lecker. Das Essen war ausgezeichnet zubereitet, der Kellner sehr aufmerksam und höflich und der Platz ist einfach wunderbar.

Leichte Wanderung durch das Hochmoor Aukštumala

Dieser Holzbohlenweg führt durch das Aukštumala Hochmoor
Dieser Holzbohlenweg führt durch das Aukštumala Hochmoor
Nach gut einem Kilometer durch das Aukštumala Moor erreichst du den Aussichtsturm
Nach gut einem Kilometer durch das Aukštumala Moor erreichst du den Aussichtsturm
Von ihm hast du einen recht guten Ausblick auf das Aukštumala Moor
Von ihm hast du einen recht guten Ausblick auf das Aukštumala Moor
Mehr als 380 dieser kleinen Moorseen gibt es
Mehr als 380 dieser kleinen Moorseen gibt es

Für uns ging es nach dem Essen ins Hochmoor Aukštumala. Es ist eines der größten Hochmoore in Litauen. Ein Teil des Moores ist geschützt, in einem anderen Teil wird das Moor immer noch abgebaut. Doch es wird versucht, in ehemaligen Abbaugebieten wieder eine Renaturierung durchzuführen. Durch den geschützten Teil gibt es einen Lehrpfad, erst auf einem Wanderpfad, später über hölzerne Stege. Der Lehrpfad ist 1,2 Kilometer lang und führt wunderschön ins Moor hinein. Es gibt immer wieder Schautafeln zu den Pflanzen und Tieren, die im Moor zu Hause sind.

Am Anfang hatten wir rings um uns einen zauberhaften Birkenwald. Der Boden in diesem Bereich ist sehr nass mit Schilf und Sumpfpflanzen. Später wird die Landschaft offener und die Oberfläche des Bodens trockener – ein typisches Hochmoor. Da der Boden eher nährstoffarm ist, wachsen die Bäume auf dem Hochmoor nicht mehr richtig und eine andere Vegetation setzte sich durch: mit niedrigen Büschen, Wollgras oder auch Sonnentau (du weißt schon, diese kleinen fleischfressenden Pflanzen).

Die Bäume wurden auf unserem Weg immer kleiner und kleiner, bis wir schließlich die schöne weite Fläche des Hochmoors erreicht hatten. Diese offene Moorlandschaft fanden wir sehr reizvoll und wunderschön. Bei uns Anfang Juni blühte das Wollgras und überzog die Landschaft mit weißen Tupfen, dazwischen die kleinen Kiefern und Birken. Am Ende des Stegweges wartete ein Aussichtsturm auf uns, direkt an mehreren kleinen Moorseen.

Uns hat die Aussicht über das Moor sehr gut gefallen. Beim Rückweg haben wir uns die Pflanzen neben dem Weg genauer angeschaut und sehr viel Sonnentau entdeckt . Und zum Schluss ist uns auch noch eine Baby-Keuzotter über den Weg gelaufen oder besser gesagt gekrochen. Kreuzottern reagieren auf den Trittschall von Menschen und verschwinden deshalb meistens sehr schnell, wenn man sich nähert. Daher hatten wir Glück, die kleine Schlange zu sehen.

Geführte Stadttour durch Šilutė mit den „Kleinen Geheimnissen“

Hugo Scheu prägte die Stadt Šilutė - ihm zu Ehren gibt es das Denkmal
Hugo Scheu prägte die Stadt Šilutė – ihm zu Ehren gibt es das Denkmal
Blick vom Marktplatz auf den Fluß in Šilutė
Blick vom Marktplatz auf den Fluß in Šilutė

Šilutė ist die Hauptstadt der Region. Sie ist geprägt von deutscher Geschichte, denn sie hat bis zum 2. Weltkrieg zu Ostpreußen gehört – mit einer kleinen Periode der litauischen Unabhängigkeit zwischen den beiden Weltkriegen. Auf Deutsch hieß die Stadt früher Heydekrug. Einer, der die Stadt vorwärtsgebracht hat, war der Deutsche Hugo Scheu (1845–1937). Er schenkte der Stadt ihr eigentliches Aussehen, indem er die Grundstücke an der Hauptstraße in Parzellen unterteilte und günstig an die Bevölkerung verkaufte. So entstand ein gleichförmiges Stadtbild. Er baute auch Krankenhäuser und Schulen für die Stadt. Als Statue ist er vor dem ehemaligen großen Gutshaus zu sehen, in dem heute das Museum der Stadt und die Tourismusinformation untergebracht sind.

Der alte Marktplatz von Šilutė

Wir haben eine Stadtführung durch Šilutė bekommen. Zuerst ging es auf den alten Marktplatz. Er liegt direkt an dem kleinen Fluss von Šilutė. Breite Stufen führen zum Wasser hinunter, auf denen man gemütlich sitzen kann. Früher konnten so nicht nur Händler mit Pferden ihre Waren hierher bringen, sondern auch die Fischer mit ihren Booten. Der Markt war für die kleine Stadt ziemlich groß, da er an einer wichtigen Handelsroute lag. So haben sich rings um den Markt auch Tavernen und Hotels angesiedelt. Heute sind nur noch wenige davon übrig.

Die „Kleinen Geheimnisse von Šilutė“

Die „Kleinen Geheimnisse von Šilutė“
Die „Kleinen Geheimnisse von Šilutė“

Für uns ging es weiter in die Hauptstraße von Šilutė (Lietuvininkų-Straße) mit den Kleinen Geheimnissen. Die Kleinen Geheimnissen sind eine ganz besondere Idee der Stadt. In den Gehweg wurden kleine Boxen eingelassen, mit einem Glasfenster oben zum Gehweg. So sind Mini-Schaufenster nach unten entstanden, in die man reinschauen kann. Sie sind an zwanzig Plätzen vor den Häusern zu finden. Jedes Schaufenster ist wie ein Raum eingerichtet und zeigt, was früher in dem Haus war. Zum Beispiel ist vor dem ehemaligen Kleinbahnhof der Stadt ein Busbahnhof eingerichtet, es gibt einen alten Elektronikladen, einen Fahrradladen, eine alte Zahnarztpraxis und vieles, vieles mehr. So kann man auf ganz spielerische Weise die Stadt und ihre Geschichte entdecken. Aber man muss ganz gut aufpassen, dass man alle kleinen Geheimnisse auch entdeckt. Eine Broschüre dazu gibt es (auch auf Deutsch) in der Touristeninformation.

Evangelisch-Lutherische Kirche Šilutė

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Šilutė solltest du unbedingt von innen sehen!
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Šilutė solltest du unbedingt von innen sehen!
Der Altar mit dem kurischen Blau - und rundherum das außergewöhnliche Fresko mit mehr als 120 Personen
Der Altar mit dem kurischen Blau – und rundherum das außergewöhnliche Fresko mit mehr als 120 Personen

Sehr sehenswert ist in Šilutė die Kirche an der Hauptstraße. In den Sommermonaten ist sie normalerweise geöffnet, sonst kann man in der Touristeninformation nachfragen. Die Kirche ist lutherisch und aus der Zeit von Hugo Scheu. In Kleinlitauen – wie das ehemalige preußische Gebiet heute auch genannt wird – gibt es viele alte lutherische Kirchen. Die heutige Bevölkerung ist allerdings überwiegend katholisch. Das wirklich Besondere an der Kirche ist ein riesiges Fresko. Es zeigt neben Heiligen auch bekannte Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, und auch Hugo Scheu ist dargestellt. Im Kirchenraum liegen Broschüren aus, in denen steht, wer alles dargestellt ist. Unter anderem Albrecht Dürer, Martin Luther oder Sebastian Bach. Rund um die Jesusstatue hingegen ist der Hintergrund mit blauen Mustern ausgemalt. Dieses Gesamtbild ist wirklich einzigartig und es lohnt sich, die Kirche anzuschauen.

Šilutė Wall

Šilutė Wall - 500 Meter lang mit 85 verschiedenen Mauerteilen
Šilutė Wall – 500 Meter lang mit 85 verschiedenen Mauerteilen

Die „Šilutė Wall“ ist mit 500 Metern die längste Kunstmauer Litauens und ein absolutes Highlight der Stadt. Das beeindruckende Open-Air-Kunstwerk wurde von lokalen Nachwuchskünstlern gestaltet und erzählt in überwiegend Schwarz-Weiß-Bildern die bewegte Geschichte der Stadt. Man sieht bekannte Persönlichkeiten der Region und es gibt witzige Details wie französische Soldaten mit Putzfeudeln statt Waffen. Ein kleiner Spaziergang an der Wand lohnt sich auf jeden Fall.

Craftbeer-Verkostung: Juodasis Briedis

Craftbeer Verkostung in der Kneipe Juodasis Briedis
Craftbeer Verkostung in der Kneipe Juodasis Briedis

Wenn man nach der Besichtigung der Stadt eine schöne Pause machen will, geht das hervorragend in der Kneipe Juodasis Briedis. Juodasis Briedis heißt übersetzt Schwarzer Elch, denn in der Gegend leben tatsächlich viele Elche. Die Kneipe ist toll eingerichtet im Stil der Jahrhundertwende (19. Jahrhundert zum 20. Jahrhundert) mit schönen Tapeten, alten Fotografien an den Wänden, einem alten Klavier und entsprechendem Mobiliar. In dem Lokal kann man zum Essen kommen und man kann hier viele verschiedene Craftbeer-Sorten bekommen – sie werden alle selbstgebraut und nur hier ausgeschenkt. Wir durften einige davon probieren.

Die Biernamen haben oft einen Bezug zur Historie der Stadt oder zu Ortsnamen in der Gegend. Unter anderem kann man hier probieren, wie ein sogenanntes Gesundheitsbier Anfang des 20. Jahrhunderts geschmeckt hat. Wir fanden es erst etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit dem leicht rauchigen Geschmack auch interessant. Gekostet haben wir ganz unterschiedliche Sorten von herben Geschmäckern, eher fruchtigen Bieren oder leicht cremigen Noten. Das Bier machen die Besitzer selbst und man kann es nur hier trinken. Beim Bier lagen unsere persönlichen Geschmäcker auseinander. Jeder von uns hatte einen anderen Favoriten. Das ist das Schöne bei einer Bierprobe, so kann jeder sein Lieblingsbier finden. Natürlich gibt es auch nicht-alkoholische Getränke und alleine der Ort ist es wert, hier eine gemütliche Pause einzulegen.

Rusnė – Insel im Memeldelta

Schau dir unbedingt Rusnė an - ein toller Ort im Memdeldelta
Schau dir unbedingt Rusnė an – ein richtig idyllischer Ort im Memdeldelta, mit vielen Störchen

Eine der schönsten und spannendsten Ortschaften der Gegend ist Rusnė. Der Ort liegt auf der größten Insel Litauens direkt an der Grenze zu Kaliningrad. Die ganze Halbinsel ist eigentlich ein einziges großes Flussdelta, wo die Memel sich in viele Nebenarme aufteilt. Früher war Rusnė immer von den Frühjahrs-Überschwemmungen betroffen. Der deutsche Bewohner Ernst Anker hat sich im 19. Jahrhundert dafür eingesetzt, dass der Ort mit Deichen geschützt wurde. Und so gibt es auf der Insel mittlerweile über 300 Kilometer Deiche, die den Ort vor Hochwasser schützen. Rusnė ist ein sehr charmanter Ort. Es gibt sehr viele alte Fischerhäuser im typischen litauischen Stil: eingeschossig, aus Holz gebaut, in verschiedenen Farben gestrichen und mit weißen Fensterrahmen, die oft mit kleinen Schnitzereien versehen sind.

Stadtführung Rusnė

Unser Ortsrundgang in Rusnė startet an der Kirche - dann geht es am Fluss entlang
Unser Ortsrundgang in Rusnė startet an der Kirche – dann geht es am Fluss entlang
Bis 2018 waren in Rusnė diese Amphibienfahrzeuge im Einsatz um Bewohner in den Ort zu bringen
Bis 2018 waren in Rusnė diese Amphibienfahrzeuge im Einsatz um Bewohner in den Ort zu bringen

Wir haben eine Stadtführung durch Rusnė bekommen. So haben wir etwa die ehemalige lutherische Kirche von Rusnė gesehen, die in Sowjet-Zeiten als Basketballhalle für die Kinder genutzt wurde. Von dort sind wir weiter zum Fluss spaziert, bis zur Brücke. Hier haben wir Fotos von einer Brücke gesehen, die es bis zum Zweiten Weltkrieg gab. Die neue Brücke auf die Halbinsel gibt es erst seit 13 Jahren. In der Zeit zwischen den beiden Brücken haben Amphibienfahrzeuge und Traktoren die Bewohner bei Hochwasser auf die andere Seite gebracht. Etwas weiter den Deich hinunter stehen an einem Platz einige der alten Flusstransportfahrzeuge. In eines kann man hineingehen (wie ein Mini-Museum) und sieht Fotos, wie Leute früher damit den Fluss überquert haben.

Und wenn du dich wunderst, warum am Deich eine Figur von Mahatma Gandhi zu sehen ist: Er war eng mit einem Bewohner von Rusnė befreundet, dem ebenfalls hier als Figur dargestellten Hermann Kallenbach. Für uns ging es weiter am Deich entlang, bis wir zu einem der Hauptnebenarme des Flusses Memel gelangt sind. Hier am Skirvytė-Fluss liegt auf der anderen Uferseite Kaliningrad, das zu Russland gehört. Dort stand bei unserem Besuch eine Herde Wildpferde am Ufer.

Der Liebesbaum in Rusnė
Der Liebesbaum in Rusnė

Weiter auf dem Deich entlang kamen wir am Liebesbaum vorbei bis zum Heimatmuseum in einem alten Fischerhaus. Das Fischerhaus kann man nur im Rahmen einer Stadtführung anschauen. Hier sieht es aus wie vor hundert Jahren. Es gibt jede Menge alte Einrichtungsgegenstände, die Decke ist kunstvoll bemalt und es gibt alte Schriftstücke zu Einwohnern des Dorfes aus jener Zeit, wo es noch zu Preußen gehört hat. Über eine alte Hängebrücke sind wir schließlich wieder ins Zentrum zurückgelangt. Uns hat das Dorf unglaublich gut gefallen. Es ist nicht überlaufen und sehr idyllisch! Eine Stadtführung lohnt sich, wenn man mehr über den Ort erfahren will.

Das Heimatmuseum von Rusnė ist in diesem ehemaligen Fischerhaus
Das Heimatmuseum von Rusnė ist in diesem ehemaligen Fischerhaus und wurde 1997 von Kazimieras Banys gegründet
Das Fischerhof Museum in Rusnė hat ein größeres Gelände mit mehreren Häusern
Das Fischerhof Museum in Rusnė hat ein größeres Gelände mit mehreren Häusern
Über diese Hängebrücke kommen wir zurück in den Ort Rusnė
Über diese Hängebrücke kommen wir zurück in den Ort Rusnė

Übernachten mit Kindern in Šilutė – Gilija Hotel

Das Gilija Hotel liegt zentral im Stadtzentrum von Šilutė. Das 4-Sterne-Hotel hat große komfortable Zimmer und ist recht ruhig gelegen. Die Zimmer sind mit dunklen Holzmöbeln ausgestattet und angenehm eingerichtet. Es gibt im Hotel eine Sauna und einen kleinen Swimmingpool. Außerdem kann man im Hotelrestaurant sehr gut und auch eher preiswert essen. Wir hatten abends im Innenhof leckere gefüllte Pfannkuchen und Schweinefilet mit Pommes. Das Frühstücksbuffet bietet eine Auswahl an Wurst- und Käsesorten, Marmeladen, Joghurts und eine Brot- und Semmelauswahl. Außerdem kann man sich warme Eiergerichte oder Pfannkuchen dazu bestellen.

Unser persönliches Fazit zur Region Silute

Die Region Šilutė zählt für uns zu den interessantesten Gegenden Litauens. Landschaftlich gibt es hier viel zu entdecken. Die Küste des Kurischen Haffs besticht mit herrlichen Weitblicken und idyllischen Ufern. Sehr besonders ist natürlich die Vogelbeobachtungsstation am Kap Ventė. Und auch das Hochmoor Aukštumala ist ein landschaftlicher Höhepunkt der Region. In Šilutė sind es die kleinen und großen Besonderheiten, die die Stadt sehenswert machen: die „Kleinen Geheimnisse“ als Erzählungen der Stadtgeschichte, das beeindruckende Fresko in der Kirche und die „Šilutė Wall“. Rusnė im Memeldelta ist für uns ein echter Geheimtipp. Die Stadt auf der Insel ist unglaublich charmant und hat einige interessante Geschichten zu bieten. Wer Litauen abseits der bekanntesten Sehenswürdigkeiten entdecken möchte, sollte die Region Šilutė unbedingt auf seine Reiseliste setzen.

Wenn du hier deinen Urlaub verbringen möchtest, findest du auf der offiziellen Webseite der Tourismusregion alle weiteren Informationen:
–> Visit Silute

Offenlegung: Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Tourismus-Informationszentrum Šilutė entstanden. Nur so konnten wir euch diesen Beitrag hier zeigen. Unsere Meinung und Erlebnisse bleiben davon unberührt.

Weiterführende Tipps

Wir haben noch andere Orte und Regionen in Litauen besucht. Es war eine sehr spannende Reise mit vielen unglaublich tollen Begengungen, netten Menschen, spannender Kultur und wunderschönen Landschaften. Wenn es dich interessiert, dann lies doch einfach folgende Beiträge:
–> Kretinga mit Kindern
–> Palanga mit Kindern
–> Region Skuodas mit Kindern
–> Region Klaipėda mit Kindern
–> Auf der Kurischen Nehrung mit Kindern
–> Stadt Klaipėda mit Kindern