Kretinga

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Kretinga mit Kindern

Wakeboarden in einem der größten Parks der Welt, ein Museum mit 25.000 Krawatten, Bonbons selbst herstellen und durch einen der größten japanischen Gärten Europas spazieren – all das erwartet dich in der Region Kretinga im Westen Litauens. Wir haben die Gegend als Familie erkundet und waren überrascht, wie viele ungewöhnliche Ausflugsziele hier auf engem Raum zusammenkommen. Warum Kretinga für Familien ein echter Geheimtipp ist, zeigen wir dir in diesem Artikel.

📍 Kretinga mit Kindern

  • 313 Cable Park: Einer der weltweit größten Wakeboard-Parks mit Seilzugsystemen für Anfänger und Profis, einem Café am Ufer und Ferienhäusern direkt an der Anlage.
  • Boom Park: Ein großer Familienfreizeitpark mit Trampolinen, Hüpfburgen, einer Sommertubingbahn, einer Zipline, einem künstlichen Badesee mit Sandstrand, einer Softplayanlage, einem Mini-Hochseilgarten und mehr.
  • HBH Park: Ein riesiges Parkgelände im Wald mit einem Wildtiergehege zum Füttern von Schafen, Ziegen und Alpakas, einem Hochseilgarten, Bogenschießen und einem großen Spielplatz.
  • HBH Restaurant: Gaststätte mit traditioneller samogitischer Küche (wie Zeppelini-Knödeln und kalter Rote-Bete-Suppe) sowie einer eigenen Brauerei.
  • Mariä-Verkündigungs-Kirche und Franziskanerkloster: Historisches Bauwerk in Kretinga mit dem ältesten Kirchentor Litauens, dem größten hölzernen Altar Litauens, einer begehbaren Krypta und einem Kirchturm mit über 200 Stufen.
  • Konditorei „Nuogirdos Skanu“: Ein kleines, gemütliches Café nahe der Kirche, das ein spezielles Krentinga-Törtchen anbietet.
  • Kretinga-Museum & Wintergarten: Ein Kulturmuseum im ehemaligen Herrenhaus der Grafen Tyszkiewicz, kombiniert mit einem mehrstöckigen, historischen Wintergarten im Jugendstil, der über 2.000 Pflanzen, einen Koi-Teich und ein Restaurant beherbergt.
  • Bonbon-Werkstatt: Hier können Kinder und Erwachsene eigene Bonbons formen.
  • Textilmuseum in Darbėnai: Eine privates Museum, das unter anderem eine Sammlung von 25.000 Krawatten aus aller Welt zeigt.
  • Japanischer Garten in Darbėnai: Ein 16 Hektar großer Landschaftspark mit Bonsaigarten, Steingarten, Teichen und einem traditionellen Teehaus.
  • Schaukelpark Darbėnai: Ein öffentlicher Park mit Schaukeln und Hängesesseln, die bei Dunkelheit beleuchtet werden.
  • Freiluftcafé MiamMiam: Ein französisches Café am Schaukelpark, das originale bretonische Crêpes aus Buchweizenmehl mit herzhaften und süßen Füllungen serviert.
  • Atostogų Parkas: Ein familienfreundliches Thermenhotel in zentraler Lage mit großem Frühstücksbuffet, verschiedenen Thermalbecken, Kinderbereichen, einer Wasserrutsche, verschiedenen Saunen (unter anderem eine Bernstein-Sauna) und einem Salzwasserbecken.

Unserer Erlebnisse in der Region Kretinga

Als Familie mit unserem großen Sohn haben wir die Region Kretinga erkundet. Doch in unseren Augen kann man hier perfekt mit Kindern jeden Alters Urlaub machen, da die Angebote sehr zahlreich und unterschiedlich sind. Neben Action und Fun gibt es interessante Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten. Für uns ist die Region ein echter Geheimtipp, abseits der Badeorte an der Küste. Lies hier weiter und schau, was es alles zu erleben gibt. In der Karte habe ich dir alle Orte eingezeichnet, die wir besucht haben. So kannst du dich besser orientieren.

313 Cable Park

Einen der größten Wakeboard-Parks weltweit findet man tatsächlich in Litauen, den 313 Cable Park. Du weißt nicht genau, was Wakeboarden ist? Bei dieser Wassersportart fährst du auf einem kleinen Board – ähnlich wie ein Snowboard – und wirst dabei über das Wasser gezogen. Der Sportler hält sich an einer Leine fest, die über ein Seilzugsystem über der Wakeboardanlage installiert ist. Und wer sich dann auf dem Brett halten kann, der kann dann noch über Hindernisse surfen, die im Wasserpark verteilt sind. Anfänger können auf einer ruhigen Strecke üben, während die Profis mit hoher Geschwindigkeit über das Wasser sausen.

Wir haben entspannt vom Ufer aus zugesehen und die entspannte Atmosphäre genossen. Von dem lässigen Café aus hat man einen perfekten Blick. Es waren Sportler in unterschiedlichen Niveaustufen unterwegs und wir haben gespannt ihren Tricks zugeschaut. Wenn du diesen Sport einmal ausprobieren willst, gibt es auch spezielle Anfängerstunden an den langsamen Wakeboard-Linien. Im Sommer finden hier auch kleine Konzerte statt und direkt neben dem Wasserpark kann man sich kleine, nette Sommerferienhäuser mieten.

Der 313 Cable Park in Kretinga
Der 313 Cable Park in Kretinga – mit Ferienhäusern direkt am Wasser
313 Cable Park - Wakeboard Park in Litauen
313 Cable Park – Wakeboard Park in Litauen

Boom Park

Gleich neben dem Wakeboardpark gibt es einen coolen Familienfreizeitpark, den Boom Park. Hier gibt es Trampoline, viele verschiedene Hüpfburgen, Reifenrutschbahnen und eine Zipline. Wir haben die Sommertubingbahn ausprobiert. Dabei schnappt man sich einen großen Gummireifen und fährt dann über eine der drei Bahnen nach unten. Je nachdem, welche man sich zutraut, gibt es eine einfache, eine mittelschwere und eine schwerere Bahn. Ich habe die mittlere Bahn ausprobiert und es ging flott dahin, aber gefährlich ist keine der Bahnen, sie sind alle für Kinder konzipiert.

Ein weiteres Highlight im Boom Park ist der Aquapark. Dort sind aufblasbare Inseln im Wasser zum Klettern, Rutschen und Hüpfen. Der kleine, künstliche See hat angenehme Badetemperaturen und sogar einen Sandstrand. Gesehen haben wir außerdem eine Softplayanlage und einen Mini-Hochseilgarten, der mit Netzen komplett gesichert ist. Spielplätze mit ganz viel Sand, Tretboote und viele, viele andere Attraktionen runden das Angebot ab. Und für den kleinen oder größeren Hunger gibt es kleine Stände mit unterschiedlichen Gerichten. Hier kann man als Familie actionreiche Stunden verbringen. Wer als Erwachsener nur Zuschauer und Begleitperson ist, zahlt nur den Eintritt für die Kinder.

Boom Park Kretinga mit Kindern - mit Reifenrutschen, Hüpfburgen und Aqua-Park
Boom Park Kretinga mit Kindern – mit Reifenrutschen, Hüpfburgen und Aqua-Park

HBH Park und Wildtiergehege

Das HBH war ursprünglich ein kleines Restaurant, das sich aber im Laufe der Zeit zu einem großen Unternehmen entwickelt hat, und das auf einem riesigen Parkgelände. Zum HBH gehört auch der Boom Park. Hinter dem Boom Park erstreckt sich ein weitläufiger Wald. Hier kann man super gemütlich spazieren gehen und die angenehm würzige Luft genießen. Das Meer ist nur ein paar Kilometer entfernt und so ist die Luft super frisch. Im Park verstecken sich einige Skulpturen, mal reines Kunstwerk, mal auch zum Spielen oder näheren Betrachten. Wir sind auf den Rücken des Elches geklettert und haben die Ameisen beim Arbeiten beobachtet.

Kretinga mit Kindern - durch den Park zum Wildtiergehege
Kretinga mit Kindern – durch den Park zum Wildtiergehege

Nachdem wir bei einem Spaziergang den Wald erkundet hatten, sind wir auf den Wildpark gestoßen. Hier leben Schafe, Ziegen, Ponys, Esel, Alpakas und verschiedene Vögel wie Enten, Gänse oder Pfaue. Wir haben einen Eimer mit Gemüse bekommen und in wenigen Minuten waren wir von Ziegen und Schafen umzingelt. Gierig haben sich die Tiere an uns gedrängelt und nach den Leckerbissen geschnappt. Ganz unterschiedliche Rassen sind hier zu Hause, von Miniziegen bis hin zu richtig großen Schafen. Nachdem das Futter aufgegessen war, haben sich die Tiere wieder zurückgezogen und wollten sich nicht mehr so gerne streicheln lassen, zumindest nicht von mir.

Im HBH-Parkgelände gibt es aber auch noch einen Hochseilgarten, man kann Bogenschießen und es gibt noch einen großen Spielplatz. Nach all diesen Vergnügungen kann man sich anschließend im Restaurant stärken.

HBH Restaurant

Zum HBH-Komplex gehört auch ein Restaurant. Es serviert echte samogitische Küche. Samogitien ist hier im Nordwesten von Litauen ein eigener Kulturbereich mit eigener Sprache und besonderem Essen. Viele der typischen samogitischen Gerichte sind aber mittlerweile in ganz Litauen verbreitet. Im HBH-Restaurant wird außerdem eigenes Bier gebraut, und das in verschiedenen Sorten. Wir bekamen zu unserem Essen eine Bierauswahl: Dunkles Bier, unfiltriertes Bier, Lagerbier und Gira. Gira ist ein nur ganz leicht alkoholisches Getränk (ca. 1 % Alkohol) und wird aus Roggenbrot vergoren. Es schmeckt eher süß, aber sehr interessant. Wir fanden alle Biersorten sehr gut.

Das hauseigene Bier im HBH Restaurant - hat sehr gut geschmeckt
Das hauseigene Bier im HBH Restaurant – hat sehr gut geschmeckt
Nach Kepta Duona und Roter Bete Suppe gibt es Zeppelini Knödel im HBH Restaurant
Nach Kepta Duona und Roter Bete Suppe gibt es Zeppelini Knödel im HBH Restaurant – alles sehr gut!

Typisch samogitische Küche

Zum Essen gab es zum Bier frittiertes Knoblauchbrot mit Käse – wirklich sehr lecker. Diese Vorspeise bekommst du eigentlich in jedem Restaurant und jeder Bar in Litauen, aber jeder bereitet sie etwas anders zu. Anschließend gab es als Vorspeise Hering mit frischen Zwiebeln, Kartoffeln und Knoblauchbutter. Und dann wurden uns zwei traditionelle Suppen serviert: eine richtig gute Fischsuppe und eine kalte Rote-Bete-Suppe. Sie wird mit Kefir, Roten Beten, Gurken, Frühlingszwiebeln und Dill gemacht. Und ein gekochtes Ei schwimmt außerdem in der Suppe. Wir fanden auch diese Suppe richtig gut. In Vilnius – der Hauptstadt von Litauen – gibt es sogar ein eigenes Festival rund um die pinke Suppe.

Zur Hauptspeise wurden uns dann Zeppelini-Knödel serviert. Die Kartoffelknödel werden oval geformt – wie ein Zeppelin – und sind innen traditionell mit Fleisch gefüllt. Es gibt sie aber auch mit anderen Füllungen, etwa mit Quark. Serviert werden die Knödel mit Sauerrahm. Ein sehr mächtiges Essen, aber auch echt gut. Jetzt waren wir eigentlich schon mehr als voll, aber ein kleiner Bissen vom Baumkuchen hatte noch Platz. Der Baumkuchen kam mit der deutschsprachigen Bevölkerung nach Litauen, die bis zum Zweiten Weltkrieg hier gelebt hat. Der luftige Teig wird in Schichten gebacken und so entstehen die dunklen Linien, die an Baumringe erinnern. Das Essen im HBH-Restaurant war sehr, sehr gut zubereitet und wir können nicht sagen, was uns am besten geschmeckt hat. In der Hochsaison solltest du besser reservieren, da hier oft richtig viel los ist.

Mariä-Verkündigungs-Kirche und Franziskanerkloster in Kretinga

Mariä-Verkündigungs-Kirche in Kretinga
Mariä-Verkündigungs-Kirche in Kretinga
Die Kirche in Kretinga hat das älteste Kirchentor Litauens - mit aufwändigen Holzschnitzereien
Die Kirche in Kretinga hat das älteste Kirchentor Litauens – mit aufwändigen Holzschnitzereien
Der riesige Altar ist komplett aus Holz - auch wenn er ausschaut wie Marmorstein
Der riesige Altar ist komplett aus Holz – auch wenn er ausschaut wie Marmorstein

Eine der Hauptattraktionen der Stadt Kretinga ist die Mariä-Verkündigungs-Kirche mit dem angeschlossenen Franziskanerkloster. Die Franziskanermönche halten auch die Gottesdienste in der Kirche ab. Große Teile der Stadt wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, doch die schöne Kirche blieb überwiegend erhalten. Wir haben eine Führung durch die Kirche bekommen. Schon das Eingangstor ist ziemlich sehenswert. Es ist das älteste Kirchentor in Litauen. Aus Holz geschnitzt, zeigt es unter anderem den Erbauer der Kirche mit seiner Familie. Im Inneren gibt es jede Menge Spannendes zu entdecken. Der riesige Altar sieht etwa so aus, als wäre er aus Marmor gemacht, doch ist er in echt aus Holz und nur entsprechend bemalt. Auch hier gibt es wieder einen Rekord, denn er ist der größte hölzerne Altar des Landes.

Gebetsraum der Mönche und Krypta

Vom Gebetsraum der Mönche geht es in die Krypta in Kretinga
Vom Gebetsraum der Mönche geht es in die Krypta in Kretinga

Nach der Besichtigung des Innenraums ging es für uns in den kleinen Gebetsraum hinter dem Altar. Dort stehen noch die alten Gebetsstühle der Mönche mit den originalen geschnitzten und bemalten Figuren. Sehr sehenswert! Anschließend ging es in die Krypta hinunter. Dort sind Särge aus kunstvollem Metall, in denen einige Familienmitglieder der Erbauerfamilie bestattet sind. Und es gibt noch einen zweiten Kryptaraum.

Hier wurden während einer Belagerung viele Hundert Menschen eingesperrt, die aufgrund des Sauerstoffmangels dort erstickten. Erst Jahrhunderte später wurde der Raum geöffnet und die mumifizierten Leichname zerfielen. Heute sind zur Erinnerung noch einige Totenschädel im Fuß eines Altartisches zu sehen.

Auf dem Kirchturm

Ausblick vom Kirchturm auf Kretinga
Ausblick vom Kirchturm auf Kretinga

Nachdem wir ganz unten in der Kirche waren, ging es nach ganz oben. Über 200 Stufen mussten wir erklimmen, um auf den Kirchturm zu gelangen. Von hier aus hat man eine gute Sicht über Kretinga und zwischendurch haben wir auch noch ein paar geschichtliche Details erfahren. Denn an einigen Stellen sieht man, wo der Turm abgebrannt war und wie er nach und nach wieder aufgebaut wurde. Die Kirche lohnt sich besonders im Rahmen einer Führung, da man sonst nicht in die Krypta und auf den Turm kommt und man erfährt viele spannende Sachen.

Besuch der Konditorei „Nuogirdos Skanu“

Der Kretinga Kuchen im Cafe Nuogirdos Skanu
Das Kretinga Törtchen im Cafe Nuogirdos Skanu

Nur ein paar Meter von der Kirche entfernt befindet sich die Konditorei „Nuogirdos Skanu“. Die Inhaber sind litauisch-griechisch und haben ein eigenes Dessert-Gebäck für die Stadt entwickelt, das Kretinga Törtchen. Es soll in den verschiedenen Schichten den Geschmack und das Gefühl von Kretinga einfangen. So ist etwa eine Honigcreme mit eingearbeitet (da es hier viele Bienen gibt) und ein Hauch von Lavendel (der hier an jeder Ecke blüht). Mit einer Mirror-Glaze-Schicht umhüllt, sieht das Cremegebäck perfekt aus. Und es schmeckt wirklich sehr köstlich und mit den unterschiedlichen Nuancen auch sehr besonders. Ein Besuch hier lohnt sich für alle Naschkatzen. Das Café ist nicht sehr groß, aber sehr gemütlich zum Sitzen. Neben dem Kretinga-Dessert gibt es hier noch andere Torten, Gebäcke und Macarons.

Kretinga-Museum und Wintergarten

Einen Besuch wert ist auch das Kretinga-Museum in der Stadt. Hier gibt es verschiedene Bereiche, aufgeteilt auf verschiedene Gebäude. Hier kann man zum Beispiel etwas zur Kultur der Region anschauen. Thematisch geordnet nach den vier Jahreszeiten erfährt man etwas über die typischen Feste wie Erntedank oder Ostern und auch, wie in der Vergangenheit gelebt und gearbeitet wurde. Besonders eindrucksvoll sind handgeschnitzte Masken, mit denen der Winter ausgetrieben wird. In einem anderen Gebäude erfährt man etwas über die Stadtgeschichte Kretingas und wie die Dienstboten gelebt haben, die im Herrenhaus gedient haben.

Das Herrenhaus in Kretinga ist heute ein Museum
Das Herrenhaus in Kretinga ist heute ein Museum

Herrenhaus der Grafen Tyszkiewicz

Wir haben uns das Herrenhaus angeschaut. Hier hat die Grafenfamilie Tyszkiewicz Ende des 19. Jahrhunderts gelebt. Der reiche Graf war für viele Errungenschaften in der Region zuständig, wie etwa eine Krankenversorgung der Bürger. Im Herrenhaus kann man durch die schönen Räume gehen und erfährt etwas zum Leben der Grafenfamilie, aber es gibt auch etwas über den Gründer der Stadt Kretinga zu erfahren. Leider sind durch die sowjetische Besatzung die meisten Möbel und Einrichtungsgegenstände zerstört worden. Aber bei der Führung haben wir dennoch einen sehr guten Einblick in die Geschichte der Familie bekommen und einige Anekdoten aus ihrem Leben gehört. Für Kinder gibt es auch kleine Spiele wie ein großes Puzzle oder einen interaktiven Bildschirm.

Wintergarten im Herrenhaus

Beeindruckender Wintergarten im Herrenhaus von Kretinga
Beeindruckender Wintergarten im Herrenhaus von Kretinga
Sehr gut zu essen im Wintergarten von Kretinga
Sehr gut zu essen im Wintergarten von Kretinga

Zu dem Herrenhaus gehört auch ein großer Wintergarten. Er war seinerzeit der größte private Wintergarten in Europa. Über 2.000 Pflanzen – zum Teil exotische wie Bananen und Palmen – wachsen hier. Der Wintergarten ist im Jugendstil gebaut und erstreckt sich über mehrere Stockwerke. Ein Teich mit Kois, versteckte Nischen oder Bänke zum Hinsetzen machen den Wintergarten zu einem besonderen Platz mit einer sehr entspannten Atmosphäre. Und im Wintergarten gibt es sogar ein eigenes Restaurant. Man isst mit direktem Blick auf die großen und kleinen Pflanzen. Wir durften wieder typisches Essen der Region probieren. Diesmal mit warmer Rote-Bete-Suppe – Borschtsch – und anschließend Hühnchenspieße mit Reis und Salat. Sehr gut zubereitet – und in der schönen Atmosphäre hat es noch mal so gut geschmeckt.

Bonbon-Workshop im Kretinga Museum

Bonbon-Workshop bei Davro Saldainine im Kretinga Museum
Bonbon-Workshop bei Davro Saldainine im Kretinga Museum

Im Gebäudekomplex des Kretinga-Museums gibt es einen Bonbonladen. Und hier gibt es auch die Möglichkeit, selbst Bonbons zu machen. Für uns wurde schon die Zuckermasse gekocht, darin enthalten nur drei Zutaten: Zucker, Glukose und Wasser. Wir durften noch bestimmen, welchen Geschmack und welche Farbe die Bonbons bekommen sollten. Entschieden haben wir uns für grün-weiße Wassermelonenbonbons. Die Zuckermasse wurde anschließend noch gedehnt und gedreht, sodass Luft mit eingearbeitet wurde. Die grüne und weiße Masse wurden miteinander verdreht, sodass gestreifte Stangen entstanden sind. Wir hatten schließlich die Aufgabe, die Stangen in schöne Formen zu bringen: Schnecken oder Kringel oder einfache, gebogene Stangen. Dabei mussten wir sehr schnell arbeiten, denn die Zuckerstangen werden sehr schnell fest. Die mehr oder weniger schönen Gebilde durften wir zum Schluss mit nach Hause nehmen. Eine lustige und kurzweilige Erfahrung, die wir hier machen durften.

Textilmuseum in Darbėnai

Das außergewöhnlichste Museum in Kretinga - Textilmuseum Darbėnai mit mehr als 25.000 Krawatten
Das außergewöhnlichste Museum in Kretinga – Textilmuseum Darbėnai mit mehr als 25.000 Krawatten

Wenige Kilometer entfernt von Kretinga liegt der Ort Darbėnai. Hier gibt es mehrere Sehenswürdigkeiten, die jede auf ihre Art sehr speziell und besonders sind. Wir haben uns hier als Erstes ein Textilmuseum angeschaut. Klingt erst mal nicht so spannend? Aber es ist wirklich sehr interessant, denn hier hat eine Familie privat eine große Sammlung an verschiedenen Sachen aufgebaut. Es gibt alte Nähmaschinen, Spielzeug aus Sowjetzeiten, Fingerhüte und natürlich Textilien.

Zum einen gibt es im Museum traditionelle Textilgürtel. Sie werden in Litauen zu besonderen Anlässen geschenkt – wie einem Diplom oder einem runden Geburtstag. Wie eine Schärpe werden sie schräg über der festlichen Kleidung getragen. Im nächsten Raum konnten wir handgewebte Leinenhandtücher bewundern und in einem weiteren Raum gewebte Überwürfe für Betten. Diese wurden traditionell von den Mädchen gewebt und bei der Hochzeit an die Verwandtschaft des Mannes verschenkt. Schon allein diese Teilsammlungen sind die größten in Litauen.

Aber wirklich bemerkenswert ist die Krawattensammlung. 25.000 Krawatten hat die Familie gesammelt und stellt sie hier aus. Dabei sind Krawatten aus allen Ländern der Welt, Krawatten mit besonderen Motiven und zahlreiche außergewöhnliche Krawatten. Viele davon haben ihre eigene Geschichte. So gibt es etwa eine Krawatte, die nur für ein Treffen zwischen Gorbatschow und George Bush hergestellt wurde, Krawatten mit Comicmotiven und, und, und. Und auf dem Dachboden wurden die Krawatten sehr kunstvoll inszeniert, etwa zur Flagge des Ortes oder so, dass sie aussehen wie das Meer. Ein sehr erstaunliches Museum, das im Privathaus der Familie untergebracht ist. Mittlerweile haben sie noch ein Nebenhaus gekauft, um ihre immer weiter wachsende Sammlung zeigen zu können. Sehr ungewöhnlich und einzigartig!

Der Japanische Garten in Darbėnai

Japanischer Garten Kretinga
Wunderschöner Japanischer Garten nahe Kretinga
Šarūnas Kasmauskas zeigt uns das Gelände, als er es gekauft hat - eine Wiese
Šarūnas Kasmauskas zeigt uns das Gelände, als er es gekauft hat – eine Wiese
Heute schaut der Japanische Garten so aus
Heute schaut der Japanische Garten so aus
Der Japanische Garten nahe Kretinga hat eine Fläche von 16 Hektar
Der Japanische Garten nahe Kretinga hat eine Fläche von 16 Hektar

Etwas außerhalb von Darbėnai liegt einer der größten japanischen Gärten Europas. Ganze 16 Hektar umfasst die Fläche. Der Besitzer – Šarūnas Kasmauskas – war früher Arzt, hat aber mit vierzig Jahren beschlossen, seinen Traum zu leben und einen japanischen Garten anzulegen. Das riesige Gelände ist nicht ganz genauso angelegt wie traditionelle Gärten in Japan. Er ist nicht so aufgeräumt, sondern hier dürfen die Pflanzen in manchen Ecken auch wild wachsen, während andere Pflanzen in die Form gebracht werden, die sie haben sollen. Es gibt einen Bonsaigarten, ein japanisches Teehaus, einen Steingarten, Hügel und verschiedene Teiche sowie einen Bach.

Mitgearbeitet an dem Garten hat auch ein japanischer Gartenmeister, der immer wieder neue Ideen beigesteuert hat. Es gibt einen Kirschhain, der im Frühling (meistens im Mai) eine wunderbare Kirschblüte hat. Die Teiche haben eine traumhafte blau-grüne Farbe, die durch spezielle Bakterien entsteht und die Farbe von Alpenseen nachbilden soll. Und so werden neben japanischen Ideen auch eigene Konzepte von Šarūnas mit in den riesigen Landschaftsgarten eingebaut. Šarūnas hat uns durch den Garten geführt und uns gezeigt, welche Ideen er noch alle umsetzten möchte. Es ist einfach unglaublich, was dieser Mann hier mit nur wenigen Helfern aufgebaut hat.

Die Besucher sind eingeladen, durch den Park zu streifen, durch die Wiesen zu gehen, sich hinzusetzen und die Ruhe und die sehr besondere Atmosphäre des Gartens zu genießen. Wer für diese Ruhe für ein paar Tage genießen möchte kann auch eines der Häuschen mieten, die direkt auf dem Gelände stehen.

Schaukelpark im Park von Darbėnai

Schaukelpark Darbenai - perfekt zum Entspannen
Schaukelpark Darbenai – perfekt zum Entspannen

Im öffentlichen Park von Darbėnai hat sich die Gemeinde etwas Besonderes einfallen lassen. Hier gibt es Schaukeln jeder Art: Korbsessel, hölzerne Hollywoodschaukeln und Schaukeln, die sich in einem Ring befinden, der zwischen zwei Bäumen aufgehängt ist. Das allein ist schon eine ziemlich gute Idee. Aber die Schaukeln werden bei angehender Dunkelheit auch noch beleuchtet. Wir waren kurz vor Sonnwend da und wir hätten auf den Einbruch der Dunkelheit recht lange warten müssen. Doch es ist sicher sehr märchenhaft, wenn die verschiedenen Schaukeln zwischen den Bäumen leuchten. Wir fanden es auch so sehr nett, und mit Kindern ist es ein wunderbarer Park für schöne Urlaubsstunden. Es gibt Spielplätze, man kann grillen oder einfach ein Picknick machen und natürlich überall schaukeln.

Freiluftcafé MiamMiam mit betronischen Crêpes

Direkt neben dem Schaukelpark gibt es ein nettes kleines Freiluftcafé. Es wird von einem französisch-litauischen Paar betrieben. Hier gibt es bretonische Crêpes aus Buchweizenmehl, original nach bretonischem Rezept und mit bretonischen Zutaten. Wir hatten verschiedene Füllungen: mit karamellisierten Zwiebeln, Pilzen, Camembert und Gorgonzola oder mit Schinken, Käse und Ei oder etwas spezieller mit Sardinen und Seegras. Als Nachtisch gab es noch Crêpes mit Schokoladensauce. Ein krönender Abschluss unseres Tages.

Atostogų Parkas Thermenhotel

Atostogų Parkas - in diesem Thermenhotel kannst du gut einen Familienurlaub machen
Atostogų Parkas – in diesem Thermenhotel kannst du gut einen Familienurlaub machen
Die modernen Zimmer im Atostogų Parkas Hotel
Die modernen Zimmer im Atostogų Parkas Hotel
Das große Bad im Atostogų Parkas Hotel mit warmen Becken, Schwimmbecken und Bernsteinsauna
Das große Bad im Atostogų Parkas Hotel mit warmen Becken, Schwimmbecken und Bernsteinsauna
Im Atostogų Parkas Hotel gibt es ein extrem gutes Frühstück
Im Atostogų Parkas Hotel gibt es ein extrem gutes Frühstück

Das Atostogų Parkas Thermenhotel ist nur wenige Minuten vom Cable Park und vom Boom Park entfernt und es sind nur wenige Kilometer bis zum Meer mit den wunderschönen Dünenstränden und auch bis Darbėnai und Kretinga ist es nicht weit. Perfekt gelegen für einen Aufenthalt in der Region. Im Hotel gibt es Zimmer in verschiedenen Größen, auch als Familienappartements. Jedes Zimmer ist ein wenig anders eingerichtet, unser Zimmer war sehr großzügig. Beim Frühstück kannst du dich auf ein sehr umfangreiches Buffet freuen. Es gibt hier in der Küstenähe viel Fisch, Käse aus der Region, gefüllte Pfannkuchen, warme herzhafte Speisen, Porridge, süße Puddings und vieles mehr. So kann der Tag starten. Direkt im Hotel befindet sich eine Therme.

Das Wasser kommt hier direkt aus der Tiefe und ist stark mineralhaltig. Das Wasser ist wunderbar für Haut, Muskeln und Gelenke. Im Thermenbereich findest du neben den Thermalwasserbecken – mit unterschiedlichen Temperaturen – auch Kinderbereiche mit Planschbecken, Spielbereichen und einer Wasserrutsche. Außerdem gibt es hier viele verschiedene Saunen und Dampfbäder. Wir haben die spezielle Bernstein-Sauna ausprobiert. Die Temperatur ist darin eher gemäßigt und man liegt wirklich auf dem Bernstein. Dieser ist von unten beleuchtet und der Stein wird erwärmt. Neben dem Saunaeffekt sitzt man so in einer einzigartigen Atmosphäre. Nachdem wir dann noch verschiedene Wasserbecken ausprobiert hatten, ging es zum Abschluss ins extra salzige Thermenbecken. Das Wasser ist so salzhaltig, dass man darin schwebt wie im Toten Meer. Ein sehr angenehmes Erlebnis. Die vielen Mineralien sollen besonders gut für die Haut sein. Wir haben uns im Hotel und der Therme rundum wohlgefühlt.

Unser persönliches Fazit: Kretinga – Ein Geheimtipp im Westen Litauens

Die Region Kretinga ist das perfekte Beispiel dafür, dass die besten Urlaubsziele oft in der zweiten Reihe liegen. Für uns ist diese Region ein absoluter Geheimtipp. Hier erlebt man als Familie ein extrem abwechslungsreiches, hochwertiges und bezahlbares Abenteuer. Das Besondere ist die Vielfalt auf engstem Raum: Während du vormittags auf dem Wakeboard oder im Freizeitpark Spaß hast, geht es nachmittags zu einem entspannten Ausflug in den Japanischen Garten oder du besuchst die Hauptstadt Kretinga. An Regentagen oder nach den Ausflügen kannst du dann in der Therme abschalten. Gepaart mit der herzlichen samogitischen Gastfreundschaft und der Nähe zur Ostsee ist Kretinga ein rundum gelungenes Reiseziel für Familien mit Kindern jeden Alters.

Wenn du hier deinen Urlaub verbringen möchtest, findest du auf der offiziellen Webseite der Tourismusregion alle weiteren Informationen:
–> Visit Kretinga

Weiterführende Tipps

Wir haben noch andere Orte und Regionen in Litauen besucht. Es war eine sehr spannende Reise mit vielen unglaublich tollen Begengungen, netten Menschen, spannender Kultur und wunderschönen Landschaften. Wenn es dich interessiert, dann lies doch einfach folgende Beiträge:
–> Palanga mit Kindern
–> Region Skuodas mit Kindern
–> Region Klaipėda mit Kindern
–> Region Šilutė mit Kindern
–> Auf der Kurischen Nehrung mit Kindern
–> Stadt Klaipėda mit Kindern

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Offenlegung: Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit der Tourismusregion Kretinga entstanden. Nur so konnten wir euch diesen Beitrag hier zeigen. Unsere Meinung und Erlebnisse bleiben davon unberührt.

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